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Das Institut für Slawistik lädt am 14. und 15. Oktober zur Feier des 235-jährigen Bestehens der Bohemistik.


Festveranstaltung "235 Jahre Bohemistik an der Universität Wien" (PDF) Institut für Slawistik der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Botschaft der Tschechischen Republik in Wien Tschechisches Zentrum Wien
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235 Jahre Bohemistik
Veranstaltungen
Redaktion am  6. Oktober 2010

Am Donnerstag, 14. Oktober und Freitag, 15. Oktober 2010 veranstaltet das Institut für Slawistik eine Festveranstaltung zum 235-jährigen Bestehen der Wiener Bohemistik - dem ältesten universitären Tschechischstudium weltweit. Renommierte ExpertInnen werden in Vorträgen und Diskussionen sowohl zur geschichtlichen Entwicklung des Fachs als auch zur aktuellen Positionierung des Tschechischen Stellung beziehen. Zudem wird mit der Tagung des 200. Todestag des ersten Professors für tschechische Sprache und Literatur, Josef Valentin Zlobický, gedacht.

Zahlreiche tschechische Familiennamen im Telefonbuch zeugen eindrucksvoll von der einstigen Bedeutung dieser Sprachgruppe in Wien. Der breiten Öffentlichkeit weitgehend verborgen geblieben ist hingegen eine andere Vorreiterrolle des Tschechischen: Als
am 7. Oktober des Jahres 1775 die k. k. Studienhofkommission den Mährer Josef Valentin Zlobicky zum Professor der böhmischen Sprache an der Universität Wien bestellte, gab sie gleichzeitig den Anstoß zur weltweit ersten universitären Beschäftigung mit einer slawischen Sprache, dem Tschechischen. Dies war für die Neuformierung des tschechischen Nationalbewusstseins und der weiteren Entwicklung von Sprache, Literatur und Kultur der TschechInnen von besonderer Bedeutung.

Zugleich wurde das Tschechische damit aber auch zur ersten lebenden Fremdsprache, die in der österreichischen Monarchie an einer Universität studiert werden konnte. Zlobickýs Studienpläne galten für den Unterricht anderer Fremdsprachen, so etwa bei der Einführung der romanischen Sprachen, als verbindlich.

Vielschichtiges Tagungsprogramm

Eröffnet wird die Festveranstaltung zum 235. Jubiläum der Bohemistik an der Universität Wien durch den stellvertretenden Vorstand des Instituts für Slawistik, Alois Woldan, und Vizerektor Arthur Mettinger. Einleitende Worte werden weiters der stellvertretende Vorstand des Instituts für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein, Franz Römer, der Botschafter der Tschechischen Republik, Jan Koukal, sowie Thomas Winkelbauer, Direktor des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, an die TeilnehmerInnen richten.

Im Rahmen der Tagung werden sich anerkannte Experten aus dem In- und benachbarten Ausland sowohl mit der geschichtlichen Entwicklung des Fachs als auch der aktuellen Positionierung des Tschechischen auseinandersetzen. Es gilt, methodische Perspektiven zu entwerfen und Problemstellungen linguistischer, literaturwissenschaftlicher und kulturgeschichtlicher Forschung aufzugreifen.

Die ersten drei Festvorträge am Donnerstag, 14. Oktober 2010, widmen sich den Themen "Die Anfänge der Bohemistik in Wien" (Stefan-Michael Newerkla, Universität Wien), "Václav Vondrák und die Wiener Bohemistik" (Josef Vintr, Universität Wien) und "Wie die Wiener Tschechen den Verbalaspekt entdeckten" (Tilman Berger, Universität Tübingen).

In Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum und der Botschaft der Tschechischen Republik runden Studierende und AbsolventInnen der Bohemistik sowie Kinder des Schulvereins Komensky das Programm mit Präsentationen über die gegenwärtige Situation des Tschechischen und des Tschechischunterrichts in Wien und Österreich ab. Vorgestellt werden auch bohemistische Buchpublikationen und Schätze der Fachbereichsbibliothek für Slawistik sowie die am Institut beheimatete Galerie auf der Pawlatsche.

Festkonzert mit Lenka Matejáková und Eriko Habata


Das unterhaltsam und informativ gestaltete BohemistInnentreffen für AbsolventInnen und Studierende, Institutsangehörige und Gäste runden Empfänge und musikalische Darbietungen unter studentischer Beteiligung sowie ein Festkonzert im Rahmen des Zyklus KlangBotschaft-Landesklang mit Lenka Matejáková (Violine) und Eriko Habata (Klavier) in der Botschaft der Tschechischen Republik ab. (APA/red)

235 Jahre Bohemistik an der Universität Wien: In Erinnerung an den 200. Todestag von Josef Valentin Zlobický
Campus der Universität Wien
Institut für Slawistik
Spitalgasse 2-4, 1090 Wien
Programm (PDF)

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