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FIT in Wien, Niederösterreich und Burgenland Abteilung Frauenförderung und Gleichstellung der Universität Wien
Abschied von FIT
Wissenschaft
Redaktion am  3. Februar 2010

Vom 25. bis 28. Jänner 2010 fanden die FIT-Infotage für Schülerinnen statt - voraussichtlich zum letzten Mal, da die Förderung durch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Mitte 2010 ausläuft und nicht weiter verlängert wird. WissenschafterInnen der Universität Wien, die sich seit Wintersemester 2005/06 an der Initiative "FIT - Frauen in die Technik" beteiligt haben, bedauern das Ende des erfolgreichen Programms und verabschieden sich mit einem Rückblick.

Um mehr Schülerinnen für technische Studien und Ausbildungen zu motivieren, präsentierten sich Universitäten, Fachhochschulen und technische Betriebe vom 25. Jänner bis 28. Jänner 2010. Inhalte des FIT-Programms waren das Kennenlernen von Unterschieden zwischen Universitätsstudium und Fachhochschul-Studiengängen, Besuche von ausgewählten Instituten, Gespräche mit Studierenden, Teilnahme an Experimenten, Exkursionen in Labors und spezielle Workshops zur persönlichen Karriereplanung.

An der Universität Wien, an der mit 64 Prozent zwar insgesamt mehr Frauen als Männer studieren, liegt der Frauenanteil in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik nur bei knapp 24 Prozent, bei Astronomie bei rund 35 Prozent. Daher beteiligten sich auch heuer wieder vier Fakultäten - Physik, Lebenswissenschaften, Informatik sowie Geowissenschaften, Geographie und Astronomie - mit Workshops am Mittwoch, 27. Jänner, am FIT-Programm.

5 Jahre bei FIT: Eindrücke von WissenschafterInnen

"Da es im öffentlichen Bild für eine Frau eher als untypisch gilt, sich für Mathematik zu interessieren, haben erfahrungsgemäß viele talentierte und interessierte Mädchen Hemmungen, dieses Studienfach zu wählen", erklären Julia Neidhardt, Liselotte Tschepen und Andreas Ulovec von der Fakultät für Mathematik: "Bei Veranstaltungen wie den FIT-Infotagen hatten wir die Gelegenheit, mit diesen Mädchen in Kontakt zu treten, ihnen einen Einblick in das Fachgebiet zu ermöglichen und solchen Klischees entgegenzuwirken."

"An unserer Fakultät für Mathematik sind wir sehr bemüht, den Frauenanteil zu erhöhen. Das ist schwierig genug, auch bei höchstem Einsatz und bestem Willen", erklärt Harald Rindler, Dekan der Fakultät für Mathematik: "Ich finde es daher skandalös, ein so gut funktionierendes und etabliertes Programm, das uns bei diesem Vorhaben unterstützt, ersatzlos zu streichen."

Schülerinnen direkt anzusprechen und sie für die Informatik zu ermutigen, war die größte Motivation für Renate Motschnig vom Institut für Knowledge and Business Engineering, bei FIT mitzumachen. Simone Kriglstein, ebenfalls von der Fakultät für Informatik, sah in der Initiative eine gute Möglichkeit, ihr Fach und dessen Inhalte transparenter zu machen sowie Vorurteilen oder Ängsten von Mädchen und jungen Frauen, sich in diesem Bereich zu betätigen, entgegenzuwirken.

Für Beatrix Hiesmayr, stv. Gruppensprecherin der Teilchenphysik und Koordinatorin des FIT-Programms an der Fakultät für Physik, war die Initiative eine Möglichkeit, der "mangelnden Physikbegeisterung" entgegenzuwirken, die insbesondere unter Mädchen und Frauen zu finden ist: "Die Tatsache, dass es auf der Fakultät für Physik nur drei - und höchstwahrscheinlich bald nur noch zwei - habilitierte Physikerinnen (von insgesamt ca. 40) gibt, zeigt die Notwendigkeit, Frauen zu fördern und zu unterstützen. Persönlich habe ich FIT immer als sehr produktiv erlebt, da sich in diesem Rahmen sehr gut Erfahrungen austauschen lassen. Es ist schade, dass es im nächsten Jahr keine Möglichkeit mehr gibt, auf diese Weise junge Frauen vielleicht für ein Physik-Studium zu begeistern."

Das Bedauern über das Ende von FIT teilt auch Karin Anna Hummel vom Institut für Distributed and Multimedia Systems der Fakultät für Informatik: "Es ist sehr schade, dass FIT nicht mehr weiter finanziert wird, da sich das Programm über die Jahre sehr gut entwickelt hat, bekannt geworden ist und laufend mehr Schülerinnen angezogen hat." Sie meint weiter: "Damit hat FIT eine signifikante Größe erreicht und einen wesentlichen Beitrag zur Information über technisch-naturwissenschaftliche Studien - also solche, die üblicherweise nicht wie Medizin, Rechtswissenschaft oder Psychologie überlaufen sind - geleistet."

"Ich möchte jungen Menschen, speziell Mädchen, zeigen, wie spannend die astronomische Forschung ist, wie viel Spaß man damit haben kann und dass man auch in außergewöhnlichen Fächern wie der Astronomie Karriere machen kann", erklärt Konstanze Zwintz vom Institut für Astronomie ihre Motivation, sich an den FIT-Infotagen zu beteiligen: "Vor allem Mädchen sollten sich bei der Berufswahl nicht von den Meinungen mancher Erwachsener irritieren lassen, die vielleicht sagen 'Das ist nichts für ein Mädchen!'".

Laut Aussage des bmukk soll das Budget für Mädchen- und Frauenförderung insgesamt nicht gekürzt werden, sondern in andere Programme - in welche steht noch nicht fest - fließen. Es bleibt also zu hoffen, dass das Aus für FIT nicht das Aus für zukünftige Programme dieser Art bedeutet. (td)

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