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Am 23. Juni 2010 um 18 Uhr hält Achim Hölter, neuer Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft, seine Antrittsvorlesung im Kleinen Festsaal.


Einladung zur Antrittsvorlesung (PDF) CV Achim Hölter Website von Achim Hölter Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät    
Achim Hölter: Engagierter Literaturwissenschafter und "Donaldist"
Porträts Neo-Professuren, Studium/Lehre
Marion Wittfeld (Redaktion) am 16. Juni 2010

Als Achim Hölter vor knapp 30 Jahren bei seinem ersten Wienbesuch im Park vor der Votivkirche saß, hätte er sich nicht träumen lassen, einmal in dieser schönen Stadt zu leben und zu arbeiten. Seit September 2009 ist er nun Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät. Am Mittwoch, 23. Juni 2010, hält er um 18 Uhr im Kleinen Festsaal seine Antrittsvorlesung "Über den Grund des Vergnügens am philologischen Vergleich - Bemerkungen zur Gegenwart und Zukunft der Komparatistik".

Anders als die meisten Studierenden wusste Achim Hölter bereits am Anfang seines Studiums der Germanistik, Mediävistik, Philosophie, Allgemeinen Literaturwissenschaft und Romanistik, dass er später eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen möchte. Seit Herbst 2009 setzt er diese - nach Lehr- und Forschungstätigkeiten an der Bergischen Universität Wuppertal, der Universität Münster, der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Bonn - nun in Wien am Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät fort. Die Entscheidung, an die Universität Wien zu wechseln, bereut er nicht, obwohl er dafür eine sichere Stelle in Deutschland aufgegeben hat: Als C4-Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft war er an der Universität Münster Beamter auf Lebenszeit.

Der Wechsel nach Wien

Nach Wien hat den Heimito von Doderer-Liebhaber nicht nur die berühmte Strudlhofstiege, sondern insbesondere die Stellung des hiesigen Instituts gezogen: "Die Vergleichende Literaturwissenschaft hat an der Universität Wien eine starke Fachtradition und genießt, wie alle Geisteswissenschaften in Österreich, eine grundsätzliche Wertschätzung." Als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (DGAVL) kennt der gebürtige Deutsche die generelle Situation des Fachs: "Ich darf behaupten, dass Wien im Vergleich mit insgesamt 39 komparatistischen Studienorten im deutschsprachigen Raum sehr gut dasteht."

Ein weiterer Umzug steht bevor


Dem im Wintersemester 2010/11 geplanten Umzug des Instituts von der Berg- in die Sensengasse steht Achim Hölter offen gegenüber: "Ich glaube grundsätzlich erst einmal, dass etwas funktionieren und Spaß machen wird. Ich muss jedoch zugeben, dass die Berggasse ein sehr charmanter Ort ist. Allerdings bin ich noch nicht lange genug hier, um wirklich nostalgische Gefühle zu hegen."
 
Intimität trotz hoher Studierendenzahlen

Um seine Studierenden, die er als aufgeschlossen und sehr  nett beschreibt, besser kennen zu lernen, bietet der Wissenschafter ihnen an, einen kurzen Steckbrief auszufüllen. Auf diesem kann jeder Student und jede Studentin neben einem Foto auch seine bzw. ihre Fremdsprachenkenntnisse und Interessen angeben. "Durch die Profile kann ich mir die Personen schneller merken. Das Konzept hat sich bereits an der Universität Münster bewährt, und auch hier sind einige Studierende erstaunt, wenn sie mir ein Profil geschickt haben und ich sie binnen kürzester Zeit mit Namen grüße. Zusätzlich erlaubt es mir, zukünftige Angebote an den genannten Interessen auszurichten."

Neben den Studierenden liegt dem Komparatisten auch der wissenschaftliche Nachwuchs am Herzen. "Ich werde im kommenden Semester mehrere Anträge für Forschungsprojekte einreichen. Es ist schade, dass es in Österreich faktisch keine studentischen Hilfskräfte gibt. Es wäre den Studierenden zu wünschen, dass sie diese Chance zur frühzeitigen Betätigung in der aktiven Wissenschaft bekommen könnten."

Von der Romantikforschung ...

Begonnen hat Achim Hölter seine Forschungstätigkeiten mit der Romantik beim deutschen Dichter und Schriftsteller Ludwig Tieck (1773-1853). Dieser gilt als einer der Gründungsväter der Vergleichenden Literaturwissenschaft. Des Weiteren beschäftigt er sich mit der Themen- und Diskursforschung, d.h. mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Themen in ihrer jeweiligen literarischen Ausgestaltung. Weitere Forschungsschwerpunkte des neuen Professors sind die Kunst- und Literaturhistoriographie, die internationale Rezeptionsgeschichte und Kanonforschung sowie die ästhetische Selbstreferenz.

... bis hin zu Donald Duck

Eine besondere Leidenschaft besitzt Achim Hölter für Comics. "Ich lese fast jeden Tag Geschichten des Disneyzeichners Carl Barks. Es gibt wenige Texte, die mich so begeistern. Ich bin zudem Mitglied des Vereins der Donaldisten. Das heißt jetzt nicht, dass ich Comic-Krawatten trage, sondern dass mir beispielsweise zu vielen Lebenssituationen ein Donald Duck-Zitat in der Übersetzung von Erika Fuchs einfällt. Wenn etwas Negatives passiert, dann ist ein 'Oha, das hätt's nicht gebraucht' oft schon ein Teil der Bewältigung."
 
Neben Comics zählen auch klassische Musik, Kunst und Architekturgeschichte zu den Interessen von Achim Hölter, der sich selbst als "Großstadtmensch" bezeichnet. Die Literatur steht dennoch an vorderster Stelle: "Ich möchte mal wieder ein Buch schreiben, das hat mir in den letzten Jahren am meisten gefehlt. Richtig Spaß macht es mir in Büchern "zu wühlen" und viel Zeit in der Bibliothek zu verbringen." (mw)


Die Antrittsvorlesung von Univ.-Prof. Privatdoz. Dr. Achim Hermann Hölter, M.A. vom Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft zum Thema "Über den Grund des Vergnügens am philologischen Vergleich - Bemerkungen zur Gegenwart und Zukunft der Komparatistik" findet am Mittwoch, 23. Juni 2010 um 18 Uhr im Kleinen Festsaal der Universität Wien statt.

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