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Die Germanistin Annegret Pelz hält am Mittwoch, 22. April 2009 ihre Antrittsvorlesung.


Institut für Germanistik der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät
Website von Annegret Pelz
Konferenz: "Album: Organisationsform narrativer Kohärenz"
Einladung zur Antrittsvorlesung (PDF)
Annegret Pelz: In der Mitte "angekommen"
Porträts Neo-Professuren, Professuren
Petra Schiefer am 16. April 2009

Am Mittwoch, 22. April 2009 hält Annegret Pelz ihre Antrittsvorlesung zum Thema "Figur der Mitte. Zwischen Verlust und Neubeschreibung" an der Universität Wien. Für den Antritt ihrer Professur für Neuere deutsche Literatur an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät wechselte die Germanistin, für die das Lesen den wichtigsten Aspekt ihres Berufs darstellt, von Hamburg nach Wien: Sie hat in Österreichs Hauptstadt die ideale "Mitte" zwischen universitärem Arbeitsalltag und Stadtleben gefunden.

Nachdem Univ.-Prof. Dr. Annegret Pelz an verschiedenen Universitäten in Deutschland und Österreich gelehrt und geforscht hat, ist sie in Wien nun endlich "angekommen": "Die Stadt, die Leute, die Institute und Bibliotheken sind ideal für die Thematik, mit der ich mich beschäftige", so die Germanistin, die seit Februar 2007 die Professur für Neuere deutsche Literatur am Institut für Germanistik innehat.

Die Figur der Mitte …

Zuvor hatte die gebürtige Bonnerin im Nachwende-Deutschland auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen so etwas wie eine Reorganisation von Zentren beobachten können. Da war es für sie reizvoll - "von Wien aus und 60 Jahre nach Erscheinen von Hans Sedlmayrs Buch" -, einmal die kulturelle "Semantik der Mitte" aus literaturwissenschaftlicher Sicht einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

… zwischen Verlust und Neubeschreibung

"Die Reorganisation der Zentren ist natürlich auch eine Folge der Globalisierung - jede Stadt muss sich auf der globalen Bühne positionieren", sagt Pelz, "aber von den Vereinheitlichungs- und Rezentrierungstendenzen sind auch die Universitäten und das eigene Fach betroffen - beispielsweise wenn es daran geht, das Wissen über literarische Werke, die kein fixierbares Sinnzentrum haben, in Multiple-Choice-Verfahren zu überprüfen."

Das Album …

Neben Reiseliteratur, Genderfragen und literarischen Schreib- und Tischszenen beschäftigt sich die neue Professorin aber auch mit dem gegenwärtig wiedererwachten Interesse an einer traditionsreichen Buchform - dem Album. "Walter Benjamin sprach angesichts von repräsentativen 'Lederschwarten mit Metallbeschlägen' vom 'Schrecken des Poesiealbums'", erzählt die Germanistin: "Das Album war lange Zeit bestenfalls ein Zeitvertreib von Schulmädchen und Markensammlern." Heute aber ist das alte Sammelmedium mit seinen vielfältigen Möglichkeiten für Musik-, Text- und Bildeinträge wieder für junge AutorInnen - und daher auch für LiteraturwissenschafterInnen - attraktiv.

… als kulturwissenschaftliches Medium

Dieses wiedererwachte Interesse spiegelt sich laut Annegret Pelz auch im Boom sozialer Netzwerk-Plattformen wie "Facebook" wider: "Hier werden alle gegenwärtigen kultur- und literaturwissenschaftlichen Fragen in einem medialen Format zusammengeführt: Migration und Gedächtnis, Gruppenkonstitution über große räumliche Entfernungen, Generationenerzählung und Familienroman sowie der Umgang mit 'Dingkultur' und 'Materialität'", erklärt die Wissenschafterin, die vom 12. - 14. November 2009 eine internationale Konferenz zum Thema "Album: Organisationsform narrativer Kohärenz" organisiert.

Studierende fördern …

Neben der Forschung liegt Annegret Pelz vor allem auch die Förderung des Nachwuchses am Herzen: Sie war von 2007 bis 2009 Mentorin im Mentoring-Programm der Universität Wien und weiß daher, wie wichtig und notwendig Fördermaßnahmen für NachwuchswissenschafterInnen sind: "Studierende müssen individuell gefördert werden, sie müssen Netzwerke ausbilden können - und sie brauchen für ihre vielfältigen Begabungen differenzierte Beratungsangebote, um die richtigen Entscheidungen für die eigene Karriere treffen zu können."

… und in die Forschung einbeziehen

Zudem findet es Annegret Pelz wichtig, dass sich die NachwuchswissenschafterInnen nicht nur fachlich qualifizieren, sondern auch Kompetenzen ausbilden, um über den Tellerrand des eigenen Faches hinauszublicken: "Wenn dies in einem Massenfach wie der Germanistik gelingt, ist es umso erfreulicher", so die neue Professorin, die gerne lehrt und daher betont: "Man muss sich immer wieder bewusst machen, dass es sich bei den Studierenden um erwachsene Lernende handelt - was bei der zunehmenden Verschulung der universitären Lehre leicht aus dem Blick gerät." (ps)

Die Antrittsvorlesung von Univ.-Prof. Dr. Annegret Pelz mit dem Titel "Die Figur der Mitte. Zwischen Verlust und Neubeschreibung" findet am Mittwoch, 22. April 2009 um 18 Uhr im Senatssaal der Universität Wien statt.

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