Von Sonntag, 25. bis Mittwoch, 28. Juli 2010 steht die Universität Wien ganz im Zeichen des Hundes: Beim "2nd Canine Science Forum 2010" treffen sich knapp 500 WissenschafterInnen, um über "den besten Freund des Menschen" zu diskutieren. Die Themenpalette des internationalen Kongresses, der von den Departments für Kognitionsbiologie und für Verhaltensbiologie organisiert wird, ist breit gefächert und reicht vom Lernverhalten des Hundes über rassenspezifische Eigenheiten bis hin zu Besonderheiten der Hund-Mensch-Beziehung. |
Viele Menschen verfallen ihrem treuherzigen Blick und ihrer gutmütigen Art - die ÖsterreicherInnen sind hier keine Ausnahme: Hierzulande halten sich rund eine Million Personen einen Hund als Haustier. Doch das Zusammenleben mit den Vierbeinern ist nicht immer leicht: "Um Konflikte mit dem Hund zu vermeiden, ist es besonders wichtig, die Verhaltensweisen und Eigenheiten des Tiers auch wissenschaftlich zu hinterfragen", verrät Friederike Range, die zusammen mit Ludwig Huber und Zsófia Virányi das Clever Dog Lab am Department für Kognitionsbiologie etabliert hat und sich seit Jahren wissenschaftlich mit dem Verhalten der Tiere beschäftigt.
Gemeinsam mit Kurt Kotrschal vom Department für Verhaltensbiologie organisieren Range, Huber und Virányi von Sonntag, 25. Juli bis Mittwoch, 28. Juli 2010 den internationalen Wissenschaftskongress "Canine Science Forum" an der Universität Wien. Ziel ist es, die wissenschaftliche Forschung und den Dialog zum Thema Hund auch interdisziplinär zu forcieren.
Vierbeiner besser verstehen
Im Zuge der Veranstaltung setzen sich an die 500 WissenschafterInnen mit verschiedenen interessanten Aspekten rund um den Hund auseinander. "Die Spanne der Themen ist tatsächlich sehr breit und reicht von Kognition und Verhalten über Genetik und Ökologie bis hin zum Zusammenleben zwischen Mensch und Hund", freut sich Range. So wird beispielweise der kanadische Wissenschafter Simon Gadbois das Verhalten der Tiere aus neurowissenschaftlicher Sicht beleuchten. "Dieser Zugang ist für mich als Kognitionsbiologin besonders spannend", so die Hunde-Expertin.
Doch dies ist nicht der einzige interessante Vortrag, auf den sich das wissenschaftliche Publikum freuen darf: Weitere Themenschwerpunkte der Veranstaltung sind etwa die Entwicklung des Hundes - u.a. im Vergleich zum Wolf -, die Problematik des Haushundes und seine Kommunikation mit dem Menschen.
Unterhaltsames Rahmenprogramm
Ein weiteres Ziel der Veranstaltung ist die Vernetzung: "Die TeilnehmerInnen der Veranstaltung sollen auch abseits des Kongresses miteinander in Kontakt treten können", erklärt Range. Um dies zu ermöglichen, haben die VeranstalterInnen des "Canine Science Forum" eine Reihe von sozialen Aktivitäten geplant: "Die TeilnehmerInnen können das 'Wolfforschungszentrum' der Universität Wien besuchen, das Zsófia Virányi und ich in Zusammenarbeit mit Kurt Kotrschal und dem Cumberland Wildpark aufgebaut haben, als uns klar geworden ist, dass wir die kognitiven Fähigkeiten von Hunden nur dann verstehen können, wenn wir den Wolf in die Forschung einbeziehen. Weiters besteht die Möglichkeit, den Tiergarten 'Schönbrunn' zu besuchen oder Wien bei Tag und Nacht kennenzulernen."
Von der Theorie zur Praxis
Für besonders Engagierte, die nach den drei Kongresstagen ihr theoretisches Wissen durch Neuigkeiten aus der Praxis ergänzen wollen, haben die VeranstalterInnen ein besonderes Zuckerl: Am Donnerstag, dem 29. Juli 2010 findet an der Veterinärmedizinischen Universität das deutschsprachiges Satelliten-Symposium "Hunde: Neues aus Wissenschaft und Praxis" statt. "Wir freuen uns, wenn auch einige Wissenschafterinnen unseres Kongresses daran teilnehmen", erklärt Range. Sie sieht die Folgeveranstaltung als ideale Ergänzung des "Canine Science Forum", denn sie widmet sich vor allem der Praxis mit dem Hund. Die Themenblöcke des Satelliten-Symposiums sind u.a. die genetischen und rechtlichen Hintergründe der Hundezucht sowie neueste Erkenntnisse über den Hund als Partner in der Therapie und Gesundheitsvorsorge. (pp)
Internationaler Kongress: "2nd Canine Science Forum: On dogs and related Canids - from genes through behaviour to society" Sonntag, 25. Juli bis Mittwoch, 28. Juli 2010 Universität Wien Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien
Nähere Informationen Programm
Die Kongresssprache ist Englisch.
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