Am Montag, 16. November 2009, wurde das Buch zum Kunstprojekt "Der Muse reicht's", ein Projekt aus der Reihe "BIG Art - Kunst und Bau", im Arkadenhof der Universität Wien präsentiert. Zur Eröffnung sprachen u.a. Rektor Georg Winckler und Gabriele Moser, die erste Vizerektorin der Universität Wien (2000-2003). Im Anschluss gab es, entsprechend der jahreszeitlichen Witterung, Glühwein und Maroni. |

Am 16. November 2009 wurde die fast hundert Seiten umfassende Publikation zum Kunstprojekt "Der Muse reicht's" präsentiert. Neben einen Interview mit der Künstlerin Iris Andraschek, finden sich darin Beiträge zum historischen Hintergrund des Arkadenhofs sowie eine Rezeption des Kunstprojekts. Der Hauptteil des Buches zeigt in großformatigen Fotos Mitarbeiterinnen der Universität Wien in einer selbstgewählten - mitunter kämpferischen - Pose, fotografiert von der Künstlerin Iris Andraschek. Daneben finden sich Zitate dieser Frauen, in denen sie zum Kunstprojekt Stellung nehmen. Auf der Website www.kastalia-schatten.at finden sich nähere Informationen zum Projekt.

Das Buch, dem auch eine DVD mit Making-Of und einem Interview mit der Künstlerin beiliegt, war am Präsentationsabend ebenso wie eigens produzierte T-Shirts käuflich zu erwerben. Die T-Shirts sind im unistore.at erhältlich (Preis: 18,50 Euro, Größen: S, M, L).

Rektor Georg Winckler begrüßte die versammelten Gäste und betonte, dass die Realisierung des Kunstprojekts von Iris Andraschek ein wichtiger Schritt sei, das Versäumnis der Universität Wien, Wissenschafterinnen in der Vergangenheit zu ehren, sichtbar zu machen.
Gabriele Moser, die erste Vizerektorin der Universität Wien (2000-2003) sprach im Rahmen der Buchpräsentation über "Frauen und Universität. Die Genealogie der Fragestellung". Sie bot dabei einen kurzen historischen Rückblick, besonders auf die Nazizeit, in der die wenigen Wissenschafterinnen, die es damals an der Universität gab, zu einem großen Teil verfolgt wurden, ins Exil flüchteten und andere in Konzentrationslagern umgebracht wurden. Die Situation heute von Frauen an Universitäten sei nach wie vor noch nicht sehr befriedigend, besonders wenn man die Studierendenebene, wo Frauen die Mehrheit stellen, mit der Professurenebene, wo der Frauenanteil weniger als ein Drittel beträgt, vergleicht. Hier gäbe es noch viel zu tun, so Moser, und dass das mitunter nicht einfach sei, liege auf der Hand: "Jede Frau in einer höheren Position bedeutet ein Mann weniger."

Die Aula war trotz eher niedrigen Temperaturen gut gefüllt, die Gäste störte das weniger, sie waren einfach in Jacken und Mänteln erschienen. Von Seiten der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die das Projekt gemeinsam mit der Universität Wien ausgeschrieben und finanziert hat, war deren Geschäftsführer, Christoph Stadlhuber (im Vordergrund links), anwesend.

Die Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin Silvia Eiblmayr stellte das Kunstprojekt von Iris Andraschek vor. Auf die Idee, einen Schatten von der Castalia zu machen, brachte Andraschek der Mythos des Brunnens und seine Konstellation im Arkadenhof - in der Mitte des Hofs platziert und von lauter Männern umringt. Doch das Projekt ist noch nicht gänzlich abgeschlossen: Im Jänner 2010 findet ein halbtägiger Workshop statt, zu dem alle Angehörigen sowie Studierenden der Universität eingeladen sind, sich in die inhaltliche Gestaltung des zweiten Granitsockels - der bereits aufgestellte erste Sockel enthält eine kurze Widmung - mit einer Widmung der Kunstinstallation einzubringen. Der Workshop wird von der Abteilung Frauenförderung und Gleichstellung unter Beteiligung des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien organisiert. Nähere Informationen hier.

Zum Abschluss der Reden bat Rektor Georg Winckler die Künstlerin …

… Iris Andraschek aufs Podium und eröffnete anschließend das Buffet, bei dem u.a. Glühwein und Maroni angeboten wurden.

Besonders von oben wirkt der Schatten der Kastalia sehr eindrucksvoll. Trotz leichten Regens blieb der Großteil der Gäste, um sich das Kunstwerk näher anzusehen sowie sich mit Maroni und Glühwein wieder aufzuwärmen.
Die T-Shirts "Der Muse reicht's" - hier präsentiert von Nicole Marohn und Eva Erkinger von der Abteilung Frauenförderung und Gleichstellung - sind im unistore.at erhältlich (Preis: 18,50 Euro, Größen: S, M, L). (Text und Fotos: Theresa Dirtl) |