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Das CEEPUS-Programm vernetzt Hochschulen aus dem mittel- und osteuropäischen Raum zur Förderung von wissenschaftlicher Mobilität.



Dossier Osteuropa 1989-2009
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CEEPUS: Wissenschaftliche Mobilität in Ost- und Mitteleuropa
Osteuropa 1989-2009, Forschung
Pamela Paulic (Redaktion) am 22. Juli 2009

Immer mehr junge WissenschafterInnen aus Mitteleuropa beschäftigen sich mit dem osteuropäischen Raum - und umgekehrt: Wien ist eine der beliebtesten Zielstädte verschiedener interuniversitärer Austauschprogramme zwischen Ost und West. Eines davon ist CEEPUS (Central European Exchange Program for University Studies), das 1995 von Österreich initiiert wurde. CEEPUS vereint Universitäten aus 15 mittel- und osteuropäischen Ländern in 51 themenbezogenen Forschungsnetzwerken. Die Universität Wien ist an elf dieser Netzwerke beteiligt, wovon sie vier koordiniert.

Studierende, DiplomandInnen und DissertantInnen oder Lehrende der Universität Wien zieht es immer wieder ins Ausland. Verschiedene europäische Kooperations- und Austauschprogramme haben sich zum Ziel gesetzt, die wissenschaftliche Mobilität innerhalb Europas zu erleichtern. Wer zu ost- bzw. mitteleuropäischen Themen forscht, ist im CEEPUS II-Programm gut aufgehoben: Es vernetzt die Universität Wien und andere österreichische Hochschulen mit Universitäten aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

Im Studienjahr 2009/2010 wurden 51 CEEPUS II-Netzwerke zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten bewilligt, davon 41 mit österreichischer Beteiligung. Die Universität Wien koordiniert vier von insgesamt elf CEEPUS-Partnerschaften.

"Durch die Vernetzung im Rahmen von CEEPUS wollen die teilnehmenden Universitäten die Mobilität von begabten Studierenden, Graduierten und Lehrenden fördern", erklärt Christian Danz, Vizedekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Er koordiniert das CEEPUS II-Netzwerk "Vernunft, Mythos, Religion. Zur Aufgabe von Theologie und Philosophie heute", an dem zwölf ForscherInnen aus sechs mitteleuropäischen Ländern beteiligt sind.

Für ein bis zehn Monate forschen …

Die Themen der elf CEEPUS II-Netzwerke, an denen die Universität Wien beteiligt ist, reichen von Sprache und Literatur im zentraleuropäischen Kontext, Erdwissenschaften in Südosteuropa, Kognitionswissenschaft und Wissenstechnologien, E-Bologna, Religion und Mythos, Grenzen und Minderheiten bis hin zur Idee "Europa" in der europäischen Kultur, Geschichte und Politik.

"Die Vernetzung im Rahmen von CEEPUS bildet eine gute Basis für internationale Projekte, Publikationsreihen sowie die gemeinsame Betreuung von Diplomarbeiten und Dissertationen über universitäre und staatliche Grenzen hinweg", sagt Friedrich Koller vom Department für Lithosphärenforschung, der am Netzwerk "Earth-Science Studies in Central and South-Eastern Europe" beteiligt ist: "Unser Netzwerk besteht schon seit 1999 und wurde heuer verlängert. Zurzeit sind insgesamt 20 Universitäten aus elf europäischen Ländern daran beteiligt."

Um im Rahmen von CEEPUS einen ein- bis maximal zehnmonatigen Auslandaufenthalt zu absolvieren oder sich an einer CEEPUS-Partneruniversität eine/n DissertationsbetreuerIn zu suchen, müssen sich Interessierte an ihrer Heimatuniversität bewerben. Das nationale CEEPUS-Büro in Wien und MitarbeiterInnen des Forschungsservice und Internationale Beziehungen helfen Studierenden und Lehrenden bei der Bewerbung. "Im Rahmen einer Dissertation ist es möglich, nur für ein oder zwei Monate ins Ausland zu gehen", erklärt Danz. Für nicht-graduierte StudentInnen gilt ein Mindestaufenthalt von drei Monaten. "Je nach Netzwerk werden die Studierenden der beteiligten Institute für die Plätze bevorzugt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich als 'Free Mover' für Restplätze zu bewerben", fügt Danz hinzu.

… und Kontakte zu Partneruniversitäten nutzen

Neben dem Fokus auf Mobilität ist ein großer Pluspunkt eines Auslandsaufenthalts im Rahmen von CEEPUS II, dass sich die jungen WissenschafterInnen vollkommen auf die Forschung konzentrieren können. Zeitraubende organisatorische Aufgaben wie das Suchen einer Wohnung oder eines/einer BetreuerIn werden bereits vor Antritt der Reise von den Netzwerk-KoordinatorInnen erledigt. Neben einem Stipendium wird den jungen ForscherInnen auch eine Unterkunft und Betreuung vor Ort zu Verfügung gestellt.

Als "Gegenleistung" müssen die TeilnehmerInnen bestimmte Lehrveranstaltungen der jeweiligen Partneruniversität besuchen sowie einen Fortschritt ihrer Diplomarbeit oder Dissertation bzw. eine schriftliche Arbeit als Nachweis ihrer Forschungstätigkeiten im Ausland vorweisen. Doch der Aufwand lohnt sich: "Durch die Netzwerke sind die TeilnehmerInnen in Forschungsgemeinschaften integriert und lernen Leute kennen, die ebenso zu ost- bzw. mitteleuropäischen Themen arbeiten. So können wertvolle Synergien hergestellt werden", so Danz.

Das bestätigt auch Herbert Van Uffelen vom Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft: "Während ihres Auslandaufenthalts setzen sich die Studierenden auch mit der Sprache, Politik, Geschichte und Ökonomie des jeweiligen Landes auseinander. Das erhöht die späteren Berufsaussichten." Van Uffelen ist Koordinator des sprach- und literaturwissenschaftlich ausgerichteten CEEPUS II-Netzwerks "Sprache und Literatur im mitteleuropäischen Kontext", das 2005 mit dem Ministerpreis ausgezeichnet wurde.

Alle CEEPUS-KoordinatorInnenen der Universität Wien wünschen sich jedoch eine stärkere Nachfrage für die von der Universität Wien zu vergebenden Plätze: "Momentan ist die Universität Wien die beliebteste Zieluniversität für TeilnehmerInnen aus den beteiligten Ländern. Wir wollen nun verstärkt auch unsere Studierenden und Lehrenden dazu animieren, einen Forschungsaufenthalt an einer CEEPUS-Partneruniversität zu absolvieren." (pp)

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