Der Impaktforscher und derzeitige Leiter des Departments für Lithosphärenforschung der Universität Wien, Christian Koeberl, wird ab 1. Juni 2010 Nachfolger von Bernd Lötsch, der das Naturhistorische Museum (NHM) 15 Jahre lang geleitet hat. Die Universitätsleitung gratuliert Christian Koeberl zur heutigen Bestellung zum Generaldirektor des NHM. |
Der 50-jährige Meteoriten- und Impaktforscher Christian Koeberl wird ab 1. Juni 2010 wissenschaftlicher Geschäftsführer bzw. Generaldirektor des Naturhistorischen Museums (NHM) in Wien. Das gab heute, Mittwoch, 16. Dezember 2009, Kulturministerin Claudia Schmied bekannt. Koeberl, der derzeit das Department für Lithosphärenforschung der Universität Wien leitet sowie seit März 2009 die Professur für Impaktforschung und Planetare Geologie an der Universität Wien inne hat, folgt auf den langjährigen Leiter, Bernd Lötsch. Zuvor übernimmt ab Jahresbeginn Vizedirektor Herbert Kritscher für fünf Monate interimistisch die Leitung. Christian Köberls Vertrag gilt für fünf Jahre.
Bei der Suche nach einer neuen Museumsleitung waren 37 Bewerbungen, darunter elf von Kandidatinnen, eingegangen. Sie wurden von einer Findungskommission unter der Leitung von Gundi Wentner (Deloitte Österreich) geprüft. Zusätzlich wurden weitere Personen angesprochen. Als besonders wichtige Aufgaben für die künftige Generaldirektion wurden in der Ausschreibung moderne Vermittlungskonzepte, eine innovative Präsentation der Sammlung und die Ansprache neuer Besucherschichten genannt.
Universität Wien gratuliert Christian Koeberl
"Mit Christian Koeberl gewinnt das Museum einen international renommierten Wissenschafter, der auch in seinem neuen Tätigkeitsbereich viele Impulse setzen wird. Wir wünschen ihm viel Erfolg für die neue Aufgabe", so Rektor Georg Winckler in einer ersten Reaktion. Die Universität Wien sieht in dieser Ernennung auch große Chancen für den Ausbau und die Erweiterung bestehender Kooperationen mit den NHM.
Wissenschaftliche Stationen von Christian Koeberl
Christian Koeberl, 1959 in Wien geboren, absolvierte sein Studium der Technischen Chemie und Physik an der Technischen Universität Wien sowie das Studium der Astronomie und Chemie an der Universität Wien. Er promovierte 1983 an der Universität Graz, um im selben Jahr wieder an die Universität Wien als Postdoc am Institut für Analytische Chemie zurückzukehren. Nach einer Gastprofessur am Lunar and Planetary Institute und NASA Johnson Space Center, Houston (USA), habilitierte sich Koeberl 1990 an der Universität Wien, wo er bis 1998 Universitätsassistent und bis 2008 außerordentlicher Professor war; seit März 2009 hat Koeberl die Professur für Impaktforschung und Planetare Geologie am Department für Lithosphärenforschung inne.
International war Koeberl u.a. noch an der Carnegie Institution of Washington, Washington DC (USA), sowie an der University of the Witwatersrand, Johannesburg (Südafrika), tätig. Seit Jänner 2008 ist Koeberl außerdem stv. Leiter des Geowissenschaftlichen Zentrums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) sowie Leiter des Departments für Lithosphärenforschung, Universität Wien. (APA/red) |