Bereits zum 2. Mal veranstaltet die Universität Wien die "Vienna International Christian-Islamic Summer University" im Stift Altenburg bei Horn (NÖ). Das Begegnungsprojekt zwischen christlichen und muslimischen Studierenden ist seit Sonntag, 4. Juli 2010, in vollem Gange und läuft noch bis Samstag, 24. Juli. Unterrichtet werden die internationalen TeilnehmerInnen von ProfessorInnen aus Deutschland, Indonesien, Israel, Kamerun, Pakistan, Saudi Arabien, Türkei und Österreich. Schwerpunkt liegt auf der Wissensvermittlung über Christentum, Islam und Recht. |
Insgesamt 46 christliche und muslimische Studierende der Theologie, der Rechtswissenschaften und der Sozialwissenschaften aus Bosnien-Herzegowina, Iran, Kasachstan, Kamerun, Marokko, Pakistan, Indonesien, Malaysia, England, USA, Rumänien, Saudi-Arabien, Türkei und Österreich kommen im Rahmen der Sommeruniversität drei Wochen lang zusammen, um sich mit den Grundzügen, Perspektiven und Aspekten des interreligiösen Dialogs zwischen Christentum und Islam auseinanderzusetzen. Dabei spielen theologische Perspektiven genauso eine Rolle wie rechts- und sozialwissenschaftliche Sichtweisen.
Unterrichtet werden die TeilnehmerInnen von 12 Professorinnen und Professoren aus Deutschland, Indonesien, Israel, Kamerun, Pakistan, Saudi Arabien, Türkei und Österreich. Das österreichische Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung unterstützt dieses Projekt finanziell.
Vorlesungen, Arbeitsgruppen und Diskussionen ...
"Nach dem großen Erfolg der Sommeruniversität 2008 sind wir sehr froh, dass dieses wichtige Begegnungsprojekt ein zweites Mal zustande gekommen ist", sagt Irmgard Marboe, Professorin für Völkerrecht am Institut für Europarecht, Internationales Recht und Rechtsvergleichung und Direktorin der Sommeruniversität: "Wir konnten diesmal sogar mehr Studierende einladen als beim letzten Mal. Das bedeutet allerdings auch eine Veränderung der Unterrichtsmethoden. Neben den Vorlesungen wird es am Nachmittag kleinere Arbeitsgruppen geben, in denen besser diskutiert werden kann."
Die Vorlesungen behandeln Themen wie das Verhältnis von Religion und Staat, Frauenrechte, Minderheitenrechte, soziale Rechte, Pluralismus und Fragen des islamischen Familien- und Strafrechts in der Praxis. Der Schwerpunkt liegt einerseits auf der Wissensvermittlung über Christentum, Islam und Recht, andererseits auch in der Begegnung und Diskussion. "Dabei sollen die Studierenden vor allem auch voneinander lernen", betont Marboe.
... Exkursionen und Sommerfest
Das Rahmenprogramm umfasst Exkursionen unter anderem nach Wien und Melk. Am Sonntag, 11. Juli 2010, lädt das Stift Altenburg zum "Sommerfest" aus Anlass der Sommeruniversität ein. Den Abschluss bilden die feierliche Verleihung der Zeugnisse durch Vizerektor Arthur Mettinger sowie ein Empfang im Wiener Rathaus auf Einladung des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl.
Aktuelle Probleme diskutieren
Die Sommeruniversität ist ein "Spin-off" des "Vienna International Christian-Islamic Round Table", der von Andreas Bsteh vom Religionstheologischen Institut St. Gabriel ins Leben gerufen wurde und an dem ExpertInnen der Rechtswissenschaften, Theologie und Sozialwissenschaften teilnahmen, um aktuelle Probleme einer globalisierten Welt aus islamischer und christlicher Sicht zu diskutieren.
Gemeinsam mit Irmgard Marboe für das Programm der Sommeruniversität verantwortlich ist Ingeborg Gabriel, Professorin für Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Sie ist bereits seit mehreren Jahren Teil dieser wissenschaftlichen Initiativen, deren Anliegen nun einer jüngeren Generation weitervermittelt werden sollen. (red)
2. Vienna International Christian-Islamic Summer University 2010 Benediktinerkloster Stift Altenburg bei Horn Abt Placidus Much Straße 1 3591 Altenburg
Nähere Informationen und Programm
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