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Modellaufnahme: Corot-7b ist im Vergleich zu dem Stern, dem er ungewöhnlich nahe ist, kirschkerngroß. Foto: ESOL.-Calcada


"Corot-7b" befindet sich in etwa 500 Lichtjahren Entfernung von der Erde im Sternbild des Einhorns. Foto: ESODigitized Sky Survey


English information:"First Solid Evidence for a Rocky Exoplanet" (ESO) ESO - the European Southern Observatory Institut für Astronomie der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie "Astronomie: Österreich tritt ESO bei" (April 2008) "Festakt zum ESO-Beitritt" (April 2008)
"Corot-7b": Erster erdähnlicher extrasolarer Planet entdeckt
Forschungsprojekte
Redaktion am 17. September 2009

Die Entdeckung des ersten erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems ist nun bestätigt worden: Die Radiusbestimmung mit dem Satelliten und Massemessungen an der Europäischen Südsternwarte (ESO) hätten belegt, dass der im Februar 2009 erstmals beobachtete extrasolare Planet aus einer festen Oberfläche besteht, erklärte Rudolf Dvorak vom Institut für Astronomie der Universität Wien. Der Planet wurde nach seinem Entdecker-Satelliten "Corot-7b" benannt.

"Corot-7b" gilt als der bisher kleinste und gleichzeitig im geringsten Abstand um einen Stern sich bewegende Planet außerhalb unseres Sonnensystems. Der Radius des Planeten ist etwa 80 Prozent größer als jener der Erde. Mit den ersten Messungen hat sich laut ESO allerdings zunächst nicht die Masse des Planeten bestimmen lassen. Dies war erst mit dem Spektrograph "HARPS" (High Accuracy Radialvelocity Planet Searcher) am 3,6-Meter-Teleskop der ESO in der chilenischen Atacama-Wüste möglich: Seine Masse ist etwa fünfmal so groß wie jene der Erde. Gemeinsam mit den Daten über den Durchmesser konnte so die Dichte bestimmt werden, die sich als der Erde ähnlich herausstellte, wie die ESO in einer Aussendung mitteilte. Die meisten der bisher entdeckten rund 350 Exoplaneten seien dagegen riesige Gaskugeln ähnlich Jupiter.

Weiterer terrestrischer Planet?

Gleichzeitig machten die ForscherInnen einen weiteren überraschenden Fund: Die Messungen hätten auch gezeigt, dass es wahrscheinlich außer Corot-7b noch einen zweiten, "wahrscheinlich auch terrestrischen" Planeten gibt, der in größerer Entfernung um denselben Mutterstern kreist, so Dvorak. Diesen habe man nur mit den "HARPS"-Radialgeschwindigkeits-Messungen nachweisen können. Hat "Corot-7b" eine Umlaufzeit um seinen Heimatstern von 20,4 Stunden, so umkreist "Corot-Exo-7c" ihn in rund vier Tagen.

Wie in Dantes Inferno

"Corot-7b" befindet sich in etwa 500 Lichtjahren Entfernung von der Erde im Sternbild des Einhorns. Mit einer Umlaufzeit von weniger als einem Tag ist der Exo-Planet nur knapp über 4,4 Mal dem Sternradius entfernt, was zu extremer Hitze auf dessen Oberfläche führt. In einem Modell, in dem der Zentralstern die Größe eines ein Meter großen Ballons hat, würde Corot-7b in der Entfernung von nur etwa 2,5 Metern stehen und etwa kirschkerngroß sein, hieß es in einer Aussendung der ESO. In unserem Sonnensystem sei der sonnennächste Planet Merkur über 20 Mal weiter entfernt als dieser "Höllenplanet".

"Corot 7b ist so nahe, dass es dort wie in Dantes Inferno aussehen muss, mit einer Temperatur von 2.000 Grad Celsius an der Tagseite und minus 200 Grad an der Nachtseite. Berechnungen zeigen, dass es dort flüssige Lava oder kochende Ozeane an der Oberfläche gibt. Mit diesen extremen Bedingungen ist es sicherlich nicht der Planet, auf dem es Leben geben kann", so der Hauptverantwortliche für die ESO Messungen, Didier Queloz, vom Genfer Observatorium. (APA)

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