Online-Zeitung der Universität Wien
Der globalisierte Musikantenstadl |
| Forschungsprojekte |
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| Simone Kremsberger (Redaktion) am 12. Juli 2006 |
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Enns, Brixen, Moskau, Dubai: Mit volkstümlicher Musik eroberte Karl Moiks Musikantenstadl den Alpenraum, Mitteleuropa und auch fernere Destinationen. Der Kultur- und Sozialanthropologe Andre Gingrich hat mit seinem Projektteam untersucht, wie aus dem lokal verwurzelten Stadl ein globales Massenphänomen wurde und wie Karl Moik den EU-Beitritt Österreichs vorbereitet hat. |
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Die einen haben ihn mit Begeisterung auf dem Bildschirm verfolgt oder sind ihm gar bis nach Dubai nachgereist. Andere sind gähnend auf dem Sofa gesessen, haben weiter gezappt oder schlicht verweigert. Entkommen ist ihm aber kaum jemand: dem Musikantenstadl.
O. Univ.-Prof. Dr. Andre Gingrich vom Institut für Kultur- und Sozialanthropologie beschreibt seine damalige private Reaktion auf den Musikantenstadl zwischen "gelangweilt-neutral" und "Gänsehaut bekommen und davonlaufen". Sein Interesse am Stadl ist vielmehr wissenschaftlicher Natur.
Alpine Populärkultur
Gingrich erhielt 2000 den Wittgenstein-Preis und leitet den Forschungsschwerpunkt "Lokale Identitäten und überlokale Einflüsse" an der Kommission für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Thema ist der gesellschaftliche und historische Strukturwandel unter den Bedingungen von Globalisierungs- und regionalen Integrationsprozessen. Im Rahmen des Wittgenstein-Projekts wurde das Forschungsprojekt "Alpine Populärkultur im fremden Blick: Der Musikantenstadl im Lichte der Wissenschaften" entwickelt, das vom Jubiläumsfond der Nationalbank und seitens der Stadt Wien gefördert wird.
Ausbreitung durchs Fernsehen
"Der Musikantenstadl ist ein Massenphänomen, das aus lokalen Kulturen beeinflusst wird und mithilfe der neuen Medien und der aktuellen Entwicklung der Globalisierung stark über die Grenzen dieser Gesellschaft hinausgewachsen ist", erklärt Gingrich die Wahl des außergewöhnlichen Forschungsobjekts. "Der große Erfolg des Stadl war durch das Fernsehen möglich", so der Ethnologe über die von ORF, ARD und Schweizer Fernsehen koproduzierte Sendung. "In der Phase des beginnenden Niedergangs der bäuerlichen Bevölkerung im Alpenraum haben sich die MacherInnen dieser Musik, die aus dem ländlichen Raum inspiriert ist, über das Fernsehen neue Publikumsschichten gesucht. Die Masse des Stadl-Publikums lebt in den Städten."
Lesen Sie mehr über die geographische Ausweitung der Ausstrahlungsorte (von Moskau über Kanada nach Dubai), über die zentrale Rolle von Karl Moik und wie es mit dem neuen Moderator Andy Borg ab Herbst weitergehen könnte, in der aktuellen Ausgabe (Juli/August 2006) des Forschungsnewsletters.
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