![]() Die vom Aussterben bedrohte Karibische Bastardschildkröte hält sich gerade zum Eierlegen an den Stränden des Golfs von Mexiko auf. Ihr könnte die Ölkatastrophe zum Verhängnis werden. Department für Meeresbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften Lesen Sie auch: Artikel "Massensterben am Meeresgrund" Artikel "Zahl der Todeszonen in Meeren auf 400 erhöht" |
"Die Ölpest ist ein Super-GAU" |
| Jahr der Biodiversität 2010, Wissenschaft |
| Redaktion am 5. Mai 2010 |
Für Michael Stachowitsch vom Department für Meeresbiologie kommt die Ölkatastrophe vor der Südostküste der Vereinigten Staaten einem Super-Gau gleich. Der Experte für die Verschmutzung der Meere gibt nicht nur dem Ölkonzern BP die Schuld für das Desaster, sondern auch den Anrainerstaaten, die nur ungenügend auf den Ölunfall vorbereitet waren. Zurzeit beginnt im Golf von Mexiko die Paarungszeit seltener Schildrötenarten - für sie könnte die Katastrophe vernichtend sein. |
Der Meeresbiologe Michael Stachowitsch glaubt nicht an ein baldiges Ende der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. "Als im Jahr 1980 der Unfall mit der Ölplattform Xtoc passierte, flossen über einen Zeitraum von neun Monaten rund 500.000 Tonnen Öl ins Meer", erinnert er sich. Dreißig Jahre später scheint man auf ein solches Desaster immer noch nicht ausreichend vorbereitet zu sein. "Die Anrainerstaaten des betroffenen Gebiets verbuchen Milliarden an Einnahmen, etwa über Lizenzvergaben für Ölbohrungen, und hätten für den Fall der Fälle vorsorgen müssen", kritisiert der international anerkannte Experte für die Verschmutzung der Meere: "Stattdessen herrscht Inkompetenz und Blindheit vor." |

