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Informationen über Student Point und ...


... die Seite "Willkommen an der Universität Wien" sind schon in die Österreichische Gebärdensprache und die deutsche Lautsprache übersetzt. Weitere 30 Seiten sollen im Laufe des Jahres übersetzt.


Diversity Management an der Universität Wien Infos über Barrierefreie Uni-Websites Kompendium "Vom Nutzen der Vielfalt - Diversity Management. Praxisbeispiele österreichischer Organisationen", hg. von DiversityWorks Informationen über die Online-Universitätszeitung in ÖGS und Lautsprache Artikel "Vielfalt bildet! Bildet Vielfalt!"
Diversity Management zum Sehen und Hören
Service
Michaela Hafner (Redaktion) am  1. Februar 2007

Das Projekt Diversity Management hat in Kooperation mit dem Zentralen Informatikdienst eine Initiative gestartet, die einen weiteren Schwerpunkt bei der Realisierung von barrierefrei gestalteten Websites der Universität Wien setzt. Wichtige Informationen rund ums Studium und zur Organisation der Universität Wien sind seit kurzem in der Österreichischen Gebärdensprache (als Videos) und zum Anhören bereitgestellt.

Wozu brauchen gehörlose Menschen Videos in Gebärdensprache, sie können doch ohnehin lesen? "Die deutsche Schriftsprache ist für viele Gehörlose wie eine Zweitsprache, die sich von der Muttersprache ? der Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS) ? in vielem deutlich unterscheidet, etwa in der Grammatik oder der Sinnesebene. Das Verhältnis zwischen ÖGS und der deutschen Schrift- und Lautsprache ist vergleichbar mit dem Verhältnis Chinesisch ? Deutsch", erklärt Mag. Karoline Iber, Projektleiterin des Diversity Management (DIM) der Universität Wien.
Gehörlose Menschen können die deutsche Schriftsprache nicht "automatisch" übers Mithören erwerben, sondern müssen sie sich systematisch und bewusst aneignen. Dieser Umstand erschwert das Lesen und Verstehen von Texten.

"Darüber hinaus möchte die Universität Wien mit den Videos in ÖGS aber auch ein Zeichen für sprachliche und kulturelle Vielfalt setzen", ergänzt Mag. Birgit Virtbauer. Die Videos, die seit kurzem auf der DIM-Seite abrufbar sind, machen eine Auseinandersetzung mit der Gehörlosenkultur möglich, sie machen gehörlose und schwerhörige Menschen und ihre Probleme sichtbar.

Videos in Gebärdensprache ?


20 Videos in Gebärdensprache sind derzeit über die Diversity-Management-Seite abrufbar.  Inhaltlich geht es um verschiedene Services und Informationen der Universität Wien, etwa die Konfliktberatungsstelle und die Personalentwicklung, wichtige Seiten für Studierende ("Student Point", "Studienwahl", "Studieren von A bis Z" etc.) und einige Seiten der DIM-Webseite selbst. Das Video in ÖGS ist dabei mit dem jeweiligen Text gekoppelt, was ein Hin- und Herspringen zwischen den Sprachen ermöglicht.

"Im Laufe des Jahres wird die Anzahl der Videos, in denen Inhalte von Uni-Wien-Homepages in Gebärdensprache übersetzt werden, auf 50 steigen", erzählt Karoline Iber. In Zukunft werden sich gehörlose Studierende und MitarbeiterInnen sowie Interessierte auch über wichtige Inhalte und Services des ZID, der UB, des Kinderbüros oder des Sprachenzentrums in ihrer Muttersprache informieren können. Seiten wie "Über die Universität Wien" oder "Über die Forschung an der Universität Wien" werden auch nicht fehlen. Alle Videos wurden von Studierenden der Universität Wien gebärdet.

Liste der Videos in ÖGS
- und Infos zum Anhören

Der leichtere Zugang zu wichtigen Informationen über Arbeit und Studium wurde jedoch nicht nur für schwerhörige oder gehörlose Personen verbessert. Personen mit beeinträchtigtem Sehvermögen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen haben, können sich ausgewählte Infos anhören ? diese wurden nämlich in die Lautsprache (in Form einer Tonspur) übersetzt.

Diese Beispiele zeigen, worum es beim Diversity Management geht: Unterschiede in der Belegschaft ? sei es aufgrund von Geschlecht, sexuelle Orientierung, Alter, Ethnie/Herkunft, Behinderung, Religion usw. ? sollen produktiv für beide Seiten genutzt werden.

Die Universität Wien ist eine der ersten deutschsprachigen Universitäten, die sich unter dem Begriff "Diversity Management" dazu bekennt, Vielfalt wahrnehmen, anerkennen und fördern zu wollen ? denn gerade Universitäten zeichnen sich durch eine besonders reiche Vielfalt aus ? "sowohl fachlich als auch bezogen auf die Diversität der Menschen, die an einer Universität arbeiten und studieren", so Karoline Iber.
MitarbeiterInnen und Studierenden der Universität Wien sollen in ihren unterschiedlichen Bedürfnissen unterstützt werden. Angesprochen werden dabei Themen wie die Gleichstellung von Frauen und Männern, das Managen der Altersentwicklung, die Gestaltung barrierefreier Zugänge zu Arbeitsplätzen und Dienstleistungen oder die Förderung von Kreativität in heterogenen Arbeitsgruppen.

Vernetzt im Diversity Forum


Das Diversity Management der Universität Wien vernetzt aber nicht nur bereits bestehende Einrichtungen an der Universität Wien. Es ist auch österreichweit vernetzt. Karoline Iber und Birgit Virtbauer nahmen im vergangenen Jahr am Diversity Forum teil. Diese Lern-, Entwicklungs- und Umsetzungsgruppe zu Diversity Management, 2006 von diversityworks erstmals angeboten, will Organisationen zu "Diversity-Reife" begleiten.

"Alle paar Wochen haben sich Diversity-Beauftragte ganz unterschiedlicher Bereiche ? von IBM über die Generali Versicherung bis zum AMS ? getroffen, um sich in Workshops über Erfahrungen auszutauschen, 'Fälle' zu diskutieren oder Referate zum Thema Gleichstellung zu hören", erzählt Birgit Virtbauer. Gemeinsam wurde am Kompendium "Diversity works" gearbeitet, für das Iber und Virtbauer den Artikel "Vielfalt an der Universität Wien" beisteuerten.
Das Diversity Forum wird wegen des großen Erfolges 2007 ? finanziert durch Mittel der Bundesregierung und des ESF ? fortgesetzt.

An der Universität Wien ist die Diversity-Homepage nun knapp ein Jahr online. Neben dem Projekt, weitere barrierefreie Informationen online zur Verfügung zu stellen, soll heuer auch eine Broschüre entstehen, in der die Diversität der Universität Wien in Zahlen und Statistiken dargestellt ist. (mh)

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