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Der Mathematiker Walter Rudin verstarb am 20. Mai 2010 im Alter von 89 Jahren. (Foto: Yvonne Nagel)


Der berühmte Wissenschafter hatte ein Ehrendoktorat der Universität Wien inne (im Bild mit seiner Frau Mary Ellen Rudin und Friedrich Haslinger von der Fakultät für Mathematik anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde).


University of Wisconsin-Madison Nachruf des Departments of Mathematics der University of Wisconsin-Madison (PDF, in Englisch) Fakultät für Mathematik der Universität Wien EhrendoktorInnen der Universität Wien im 20. und 21. Jahrhundert
Ehrendoktor Walter Rudin ist verstorben
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Redaktion am 25. Mai 2010

Der bedeutende Mathematiker Walter Rudin, der 2006 das Ehrendoktorat der Universität Wien erhielt, ist am Donnerstag, 20. Mai 2010, im Alter von 89 Jahren in Madison in Wisconsin (USA) verstorben.

Walter Rudin wurde am 2. Mai 1921 in Wien geboren. Er stammte aus einer prominenten altösterreichischen Familie jüdischen Ursprungs. Walter Rudin besuchte die Ressel-Realschule (heute BRG 4) in der Waltergasse im 4. Wiener Gemeindebezirk. Im Jahre 1938 wurde er vom Besuch der Schule ausgeschlossen und emigrierte einige Monate später in die USA. Im Rahmen der 150-Jahr-Feier des BRG 4 wurde im November 2005 eine Erinnerungsstätte errichtet, in welcher auch Walter Rudin an gebührender Stelle erwähnt wird. In seiner Autobiographie "The Way I Remember It" (1997) hat der Mathematiker in sehr eindringlicher Art und Weise die näheren Umstände seiner Flucht aus Österreich geschildert.

Wissenschaftliches Lebenswerk

Rudin promovierte 1949 an der Duke University mit einem bedeutenden Beitrag in der Harmonischen Analysis. Seine weiteren wissenschaftlichen Stationen waren das M.I.T.,  die Rochester University und die University of Wisconsin, Madison, wo er 1991 in den Ruhestand ging und zuletzt Professor emeritus war. Sein wissenschaftliches Werk umfasst Arbeiten in renommierten Fachzeitschriften auf verschiedenen Gebieten der Analysis: Theorie der Fourierreihen, Theorie der Lückenreihen, Funktionenalgebren, Harmonische Analysis, Abstrakte Harmonische Analysis, Funktionentheorie mehrerer Veränderlicher.

Von besonderer Bedeutung sind auch seine Lehrbücher, die mehrfache Auflagen erfuhren und durch ihre wissenschaftliche Prägnanz und Genauigkeit die Entwicklung der modernen Analysis in nachhaltiger Art und Weise beeinflusst haben und noch immer beeinflussen. Es sind dies u.a. die Bücher "Principles of Mathematical Analysis" (erstmals 1953) und "Real and Complex Analysis" (erstmals 1966), die beide 1993 mit dem renommierten Steele Prize for Mathematical Exposition der American Mathematical Society ausgezeichnet wurden.

Ehrendoktorat der Universität Wien

Angesichts seiner wichtigen Beiträge für die Wissenschaft - seine Lehrbücher werden nach wie vor auch bei den Vorlesungen an der Fakultät für Mathematik als Grundlage verwendet - und nicht zuletzt wegen seines österreichischen Ursprungs wurde ihm im Oktober 2006 die Ehrendoktorwürde der Universität Wien verliehen. Der bedeutende Mathematiker, der an Parkinson litt, erlag seiner Krankheit im Alter von 89 Jahren in Madison in Wisconsin (USA). (Friedrich Haslinger/red)

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