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Der Mikrobiologe Alexander von Gabain eröffnete mit einem Vortrag über Innovationskultur den Sommerdiskurs 2010, ...


... eine von Franz-Stefan Meissel, Direktor der Sommerhochschule, initiierte Veranstaltungsreihe, ...


... die heuer bereits zum dritten Mal in idyllischer Atmosphäre in Strobl am Wolfgangssee über die Bühne ging.


Am Podium saß auch Vizerektor Heinz W. Engl: Er betonte, dass sich die Universität Wien in ihrem neuen Karrieremodell für junge ForscherInnen am amerikanischen System orientiere.


Laut Rainer Münz (Erste Group Bank AG) lässt sich unser Sozialsystem mit einem Mix aus höherem Pensionsalter, gesteigerter Produktivität, niedrigeren Pensionssteigerungen und Zuwanderung aufrecht erhalten.


V.l.n.r.: Martin Gleitsmann (WKO), Angelika Flatz (Bundeskanzleramt), Franz-Stefan Meissel (Sommerhochschule), Josef Wöss (Arbeiterkammer) und Rainer Münz (Erste Group Bank AG) diskutierten am Podium über demographischen Wandel als Herausforderung für die Sozialpolitik.


Peter Püspök (OIKOCREDIT-Austria) sprach über Mikrokredite und soziale Verantwortung. Am Podium saßen (v.l.n.r.): Georg Gruber (Fairtrade), Franz-Stefan Meissel und Josef Schmidinger (sBausparkasse).


Auch Kunst und Kultur kamen nicht zu kurz: Im Rahmenprogramm präsentierte u.a. Daniel Uchtmann (Kunsthistorisches Museum) eine Reproduktion von Parmiggianinos "Bogenschnitzendem Amor". (Fotos: Stefan Weihs)


Sommerhochschule der Universität Wien Sommerdiskurs aus Wirtschaft, Recht und Kultur 2010: Generationen- verantwortung und Nachhaltigkeit Artikel: "Sommerdiskurs 2010 über Generationen- verantwortung und Nachhaltigkeit"

Lesen Sie auch: Nachbericht "Sommerdiskurs 2010: Nachhaltigkeit und Generationen- verantwortlichkeit" (PDF)  
Europas Bevölkerung in Schieflage?
Veranstaltungen
Redaktion am 16. August 2010

Die dramatischen Auswirkungen des demographischen Wandels in Europa haben eine simple Ursache: Die in der Zeit des Baby-Booms Geborenen werden alt und immer älter. Wie aber lässt sich dabei unser Sozialsystem aufrechterhalten? Diese und weitere brisante Fragen der Generationenverantwortung und der Nachhaltigkeit standen im Zentrum des Sommerdiskurses 2010 der Universität Wien in Strobl am Wolfgangsee.

Von 4. bis 6. August 2010 fand im malerischen Strobl am Wolfgangssee der mittlerweile dritte Sommerdiskurs der Sommerhochschule der Universität Wien statt. Renommierte WissenschafterInnen sowie VertreterInnen aus der Praxis widmeten sich in Vorträgen und Diskussionen dem hochaktuellen Thema "Generationenverantwortlichkeit und Nachhaltigkeit". Behandelte Aspekte waren u.a. die Nachwuchsförderung in der Wissenschaft, der demographische Wandel in Europa sowie Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Kultur.

Innovation und Nachwuchsförderung

Den Eröffnungsvortrag der von Franz-Stefan Meissel vom Institut für Römisches Recht und Antike Rechtsgeschichte initiierten Veranstaltungsreihe hielt Alexander von Gabain vom Department für Mikrobiologie, Immunbiologie und Genetik, seines Zeichens Mitbegründer der erfolgreichen Biotech-Firma "Intercell". Er sprach anschaulich über Innovationskultur als "Motor" des universitären Wissenschaftsbetriebs.

Anschließend betonte Vizerektor Heinz W. Engl in der von Paul Oberhammer vom Institut für Zivilverfahrensrecht moderierten Diskussion, dass die Universität Wien sich in ihrem neuen Karrieremodell für NachwuchswissenschafterInnen am amerikanischen System orientiere. Dadurch werde es den ForscherInnen ermöglicht, früher als bisher "wissenschaftlich selbständig" zu werden.

Die Historikerin Sigrid Wadauer vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte betonte, dass anwendungsorientiertes Denken für jedes Fach anders gewichtet werden müsse: Die Mehrzahl der GeschichtsabsolventInnen fänden ihre Anstellung außerhalb der Forschung. Diejenigen aber, die sich für eine wissenschaftliche Karriere in der Geschichtswissenschaft entschieden hätten, seien ohnehin als eine Art "UnternehmerInnen" anzusehen, da sich ihre Tätigkeit insbesondere durch große Selbstständigkeit und Fähigkeit zur Lukrierung von Geldern zur Forschungsförderung auszeichne.

Herausforderung demographischer Wandel

Der zweite Tag des Sommerdiskurses stand ganz im Zeichen der demographischen Herausforderungen für die Sozialpolitik in den kommenden Jahrzehnten. Der Arbeits- und Sozialrechtler Wolfgang Mazal sprach in seinem Vortrag über die sozialrechtlichen Aspekte unserer "alternden Gesellschaft". Er schilderte drastisch die zunehmend inhomogene Situation, in der die junge Generation in naher Zukunft mit der Erhaltung der alternden Baby-Boom-Generation konfrontiert sein wird.

In der anschließenden Podiumsdiskussion sprachen ExpertInnen aus der Praxis und VertreterInnen der österreichischen Sozialpolitik über ihre Einschätzungen der derzeitigen Lage und die künftigen Herausforderungen für Gesellschaft und Politik.

Am Nachmittag wurde dieser Themenbereich durch den Vortrag des
Bevölkerungswissenschafters Rainer Münz, Leiter der Forschungsabteilung der Erste-Group-Bank AG, und einer anschließenden Podiumsdiskussion weiter vertieft. Unter dem Titel "Demographischer Wandel als Herausforderung für die Sozialpolitik" beschrieb Münz anhand vieler Detailstatistiken, wie die "steigende Lebenserwartung" und die "sinkende Kinderquote pro Frau" ein steigendes Durchschnittsalter, also eine demographische Alterung der Gesellschaft, zur Folge haben.

Ethik und Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Kultur

Den letzten Tag des Sommerdiskurses leitete der Vortrag der
Unternehmensrechtlerin Susanne Kalss über "Die Verantwortlichkeit von Vorstand und Aufsichtsrat im Lichte der Nachhaltigkeitsdiskussion" ein. Anschließend legten Isabella Kossina, Geschäftsführerin der BMG und Nachhaltigkeitsbeauftragte der Wiener Stadtwerke, und Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG, auf dem Podium ihre Ansichten dar und diskutierten mit der Referentin Kalss und dem Publikum über verschiedene Aspekte dieser Thematik.

Am Nachmittag wurden konkrete Projekte der Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Kultur präsentiert. So sprach u.a. Josef Schmidinger, Vorstandsvorsitzender der s-Bausparkasse, über "Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft". Peter Püspök, Vorsitzender der Oikokredit Austria, hielt einen Vortrag über Mikrokredite und soziale Verantwortung, während Georg Gruber, Vorstandsmitglied von Fairtrade Austria, hervorhob, dass uns eine Ethik für die globale "community" fehle. Weitere Themen des Nachmittags waren "Kulturmanagement und Nachhaltigkeit" am Beispiel des Kunsthistorischen Museums sowie Fragen der Ökologie in der Informationstechnologie.

Breit gefächertes kulturelles Programm

Die äußerst intensive Veranstaltung in der malerischen Umgebung des Wolfgangsees bot nicht nur brisante Diskussionen über hochaktuelle Themen, sondern auch ein breit gefächertes kulturelles Programm, u.a. wurde der Film "Long Street" in Anwesenheit des Produzenten Florian Schattauer vorgeführt sowie eine Lesung des Schriftsteller Dimitré Dinev besucht. (red/br)

Lesen Sie mehr: Im Nachbericht "Sommerdiskurs 2010: Generationenverantwortlichkeit und Nachhaltigkeit" (PDF) haben Mag. Caroline Mokrejs und Mag. Heidemarie Mendel vom Institut für Römisches Recht und Antike Rechtsgeschichte die Vorträge und Podiumsdiskussionen im Rahmen des Sommerdiskurses 2010 inhaltlich zusammengefasst.

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