Archiv der Online-Zeitung der Universität Wien
Fakultätsvortrag: "Philologie und Illusion" |
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| Petra Schiefer (Redaktion) am 11. Oktober 2010 |
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Ob das Mittel der Nachahmung auch für die Wissenschaft bestimmend sein könnte, erörtert Isabella Tardin Cardoso von der brasilianischen Universidade Estadual de Campinas am Samstag, 16. Oktober 2010, im Großen Festsaal. Im Rahmen des 7. Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultätsvortrags spricht die Professorin für lateinische Sprache und Literatur über "Trompe-l'oeil: Philologie und Illusion". |
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"Trompe l'oeil" bedeutet "täusche das Auge" und bezeichnet eine illusionistische Malerei, die durch perspektivische Darstellung eine nicht vorhandene Räumlichkeit vortäuscht. Um Illusion in Wissenschaft und Kunst geht auch im Vortrag von Isabella Tardin Cardoso am Samstag, den 16. Oktober 2010. Dabei geht die Professorin für lateinische Sprache und Literatur der Frage nach, ob das Mittel der Imitation des Autorenstils auch dazu dienen könnte, einen Text philologisch zu erschließen.
Nach der Begrüßung durch Rektor Georg Winckler richtet der Wissenschaftsreferent der Stadt Wien Christian-Hubert Ehalt ein paar Worte an die ZuhörerInnen. Anschließend hält die Dekanin der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Susanne Weigelin-Schwiedrzik eine kurze Einführung, bevor Annegret Pelz vom Institut für Germanistik die Referentin Cardoso vorstellt.
Nachahmung und Illusion
In der Philologie - der Wissenschaft der Texterschließung - ist der analytische Ansatz meist unumgänglich. Cardoso will in ihrem Vortrag die Frage erörtern, inwiefern das Mittel der Nachahmung - das in der Kunst weit verbreitet ist - auch für die Wissenschaft relevant sein könnte. Mit Bezug auf den Status der Illusion in Wissenschaft und Kunst diskutiert sie dabei ein ebenso launisches und essentielles Konzept, das für die Philologie von großer Bedeutung ist.
Von Brasilien nach Heidelberg
Isabella Tardin Cardoso von der Universidade Estadual de Campinas (Unicamp) in Brasilien war 2006 Stipendiatin der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Ebenfalls seit 2006 ist sie Gastprofessorin an der Universität Heidelberg. Cardoso ist außerdem Mitherausgeberin von PHAOS - Revista de Estudos Clássicos und arbeitet an der Poetik des Plautus sowie über den Topos des Theatrum mundi bei Cicero. 2006 publizierte sie "Estico de Plauto" und 2009 "Theatrum mundi: Philologie und Nachahmung" sowie 2010 "Ilusão e engano em Plauto". (ps)
7. Philologisch-Kulturwissenschaftlicher Fakultätsvortrag: "Trompe-l'oeil: Philologie und Illusion" Samstag, 16. Oktober 2010, 11.00 Uhr Großer Festsaal der Universität Wien Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien Programm (PDF)
Zum Vortrag sind WissenschafterInnen aller Disziplinen und die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Im Anschluss an den Vortrag bittet die Fakultät zu einem Empfang.
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