Logo der Uni Wien
Logo der Uni Wien

Archiv der Online-Zeitung

Archiv der Online-Zeitung der Universität Wien
  •   Home
  •   Forschung
  •   Wissenschaft &     Gesellschaft
  •   Studium & Lehre
  •   Professuren
  •   Personalia
  •   Service
  •   Dossiers
  •   UniBlicke

Am 5., 12. und 19. Mai 2010 spricht Florian Klenk an der Universität Wien im Rahmen der Theodor-Herzl-Dozentur. Foto: F. Klenk


Die Vorlesungen werden durch Buchveröffentlichungen dokumentiert - zuletzt erschien der Band "Journalistin aus Passion. Von der Volontärin zur Blattmacherin" von Theodor-Herzl-Dozentin 2009 Alice Schwarzer und Hannes Haas (Hg.).


Theodor-Herzl-Dozentur für Poetik des Journalismus Institut für Publizistik- und Kommunikations- wissenschaft der Fakultät für Sozialwissenschaften "Alice Schwarzer als Theodor-Herzl-Dozentin an der Universität Wien" (April 2009)
Florian Klenk übernimmt Theodor-Herzl-Dozentur
Studium/Lehre
Redaktion am 10. März 2010

Florian Klenk, stellvertretender Chefredakteur und Politikchef des "Falter", spricht in seinen Vorlesungen im Rahmen der Theodor-Herzl-Dozentur am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft im Sommersemester 2010 über investigativen Journalismus, Rechercheverfahren und die Notwendigkeit von Enthüllungsjournalismus für eine kritische Öffentlichkeit.

Florian Klenk stehe "in exponierter Weise für unbestechlichen Journalismus" - so lautet die Jurybegründung für die Verleihung des Kurt-Vorhofer-Preises 2005 für den Aufdeckungsjournalisten, der für seine journalistische Arbeit auch mit zahlreichen weiteren Preise ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnungen dokumentieren Klenks journalistische Kompetenzen und sind (auch) ein wichtiges Indiz für Qualitätsjournalismus.
 
"Investigativer Journalismus wird öfter gelobt und gefordert als praktiziert", meint Hannes Haas, Leiter der Theodor-Herzl-Dozentur: "Mit Florian Klenk konnten wir den legitimen Nachfolger des großen Aufdeckers Alfred Worm für die Dozentur gewinnen."

Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Menschenhandel oder Missstände im österreichischen Justiz- und Polizeiapparat sind immer wieder seine Themen. Ob das seine Recherchen zum Tod von Seibane Wague waren, der 2003 bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommenen war, oder davor zum Tod von Marcus Omofuma, oder zuletzt seine Veröffentlichungen vertraulicher Akten aus der Weisungsabteilung des Österreichischen Justizministeriums: Klenks Recherchen führten zu gerichtlichen Anklagen und öffentliche Debatten.

Karriere-Stationen

Seine journalistische Tätigkeit begann Klenk - Jahrgang 1973 - als freier Mitarbeiter beim "Kurier", wo er vor allem Gerichtsreportagen verfasst hat, anschließend arbeitete er acht Jahre als freier Mitarbeiter und Redakteur beim "Falter" und studierte Jus. Seine Dissertation über "Pressefreiheit und Unschuldsvermutung. Rechtsprobleme der Kriminalberichterstattung unter besonderer Berücksichtigung der Europäischen Menschenrechtskonvention und des Mediengesetzes" aus dem Jahr 2001 behandelt Themen, die ihn im journalistischen Berufsleben ständig weiter beschäftigen sollten.
Nach seinem Wechsel zur "Zeit" kehrte er im Mai 2007 als stellvertretender Chefredakteur und Politikchef zum "Falter" zurück.

"Im Namen der Show": Klenks Watchblog

In seinem Blog schreibt Klenk 2009 anlässlich des Falles Josef F. über den Unterschied zwischen gesellschaftlich notwendiger Aufdeckung und Instrumentalisierung der Medien durch Anwälte, Politiker oder Geschäftsinteressen unter dem Titel "Im Namen der Show": "Ob Tierschützer in Haft wandern, ob gegen Waffenlobbyisten konsequent ermittelt wird, ob Politiker mit der gleichen Härte verhört werden wie Normalbürger - das kann die Öffentlichkeit eben nur bewerten, wenn die Presse von Anwälten Betroffener und 'Whistleblowern' mit Akten versorgt werden kann. Mit den medialen Gegengeschäften von 'Topanwälten' in Sexualstrafsachen hat dies freilich nichts gemein. Und hier wird die Gefahr dieser Justizunterhaltungsmaschine sichtbar. Sie überrollt, was sie vorgibt zu sein: die kritische Öffentlichkeit."

Einen seiner zahlreichen Preise – den "Alice-Schwarzer-Männerpreis 2008" - erhielt Klenk übrigens von seiner Vorgängerin als Herzl-Dozentin Alice Schwarzer für seine Reportage über Frauenhandel "Die nackte Gewalt" ("Die Zeit", 2006).

Theodor-Herzl-Dozentur

Diese Dozentur an der Universität Wien ist nach dem großen Wiener Journalisten Theodor Herzl benannt. Sie wurde 2000 von Wolfgang R. Langenbucher am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft begründet, seit 2008 leitet sie der Vorstand des Instituts, Hannes Haas.

Im Rahmen der Theodor Herzl-Dozentur für Poetik des Journalismus haben seit 2000 JournalistInnen wie Margrit Sprecher, Kai Hermann, Herbert Riehl-Heyse, Peter Huemer, Luc Jochimsen, Klaus Harpprecht, Gerhard Kromschröder, Sibylle Hamann und Antonia Rados Vorlesungen gehalten, die im Picus-Verlag jeweils als Buch veröffentlicht worden sind. Die Publikation der Theodor Herzl-Dozentin 2009 Alice Schwarzer erscheint demnächst unter dem Titel: "Journalistin aus Passion. Von der Volontärin zur Blattmacherin." (red)


Theodor-Herzl-Dozentur für Poetik des Journalismus 2010: Florian Klenk
Termine: 5., 12. und 19. Mai 2010 jeweils 10 bis 12 Uhr
Hauptgebäude der Universität Wien, HS 33
Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien

Einladung (PDF)
Folder
Theodor-Herzl-Dozentur für Poetik des Journalismus (PDF)


Die Vorlesungen der Theodor-Herzl-Dozenturen werden durch Buchveröffentlichungen dokumentiert - Ziel ist es, im Laufe der  Zeit einen Kanon zu einer praktischen Theorie des Journalismus entstehen zu lassen:

Bisher im Picus Verlag erschienene Bücher der Theodor Herzl-DozentInnen (hrsg. von Wolfgang R. Langenbucher und Hannes Haas)

<< zurück zur Übersicht
 
Impressum Druckversion
Universitat Wien | Dr.-Karl-Lueger-Ring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0