Die Vienna Games Conference 2010 bringt von Freitag, 24., bis Sonntag, 26. September 2010, führende internationale WissenschafterInnen, Game Designer, Spielende, Lehrende, SozialpädagogInnen und Erziehende nach Wien, um sich gemeinsam der Zukunft und der Realität des Computerspielens zu widmen. Ziel der dreitägigen Veranstaltung, die vom Institut für Bildungswissenschaft mitorganisiert wird, ist es, der Frage nach der Verflechtung zwischen Computerspielen, Kultur und Gesellschaft nachzugehen. |
"Future and Reality of Gaming"- kurz F.R.O.G. - nennt sich die alljährliche Vienna Games Conference, die heuer bereits zum vierten Mal im Rahmen der Informationsveranstaltung "Game City" im Wiener Rathaus über die Bühne geht. In diesem Jahr dreht sich alles um den Themenbereich "Game, Play, Society". Organisiert wird die internationale Fachtagung vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, der Stadt Wien, wienXtra, der Universität Wien und der Donau-Universität Krems.
Computerspiele, Kultur und Gesellschaft
In den letzten Jahren ist sowohl im öffentlichen als auch im wissenschaftlichen Diskurs ein gesteigertes Interesse an Computerspielen zu beobachten. Dabei wird deutlich, dass Computerspiele unsere Kultur prägen und den gesellschaftlichen Wandel auf unterschiedlichen Ebenen beeinflussen. Die digitalen Spiele haben den Sprung von den Bildschirmen in unsere Alltagskultur geschafft und sind daraus nicht mehr wegzudenken.
Die diesjährige Computerspielfachtagung nimmt deshalb die Verflechtung zwischen Spiel, SpielerInnen, Kultur und Gesellschaft in den Blick. Dabei sollen neben disziplinären und methodologischen Problemen und Herausforderungen gerade kulturelle, soziale und gesellschaftliche Grenzgänge aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden.
"Emerging Field" in der Wissenschaft
"Schwerpunkt der F.R.O.G. 2010 ist die gesellschaftliche Relevanz von Computerspielen, die von der hohen wirtschaftlichen Bedeutung über die vielfältigen kulturellen Ausdrucksformen bis zu Serious Games reicht", erklärt Christian Swertz vom Institut für Bildungswissenschaft, das seit drei Jahren für die Organisation der Veranstaltung mitverantwortlich zeichnet. Dieses wissenschaftliche "Emerging Field" sei schon wegen der Komplexität des Feldes, die einen interdisziplinären Zugang erfordert, eine theoretisch und empirisch relevante Herausforderung.
Gesellschaftliche Bedeutung von Computerspielen verstehen
"Computerspiele gehören seit einigen Jahren zu den häufigsten Freizeitbeschäftigungen von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und SeniorInnen. Wegen der weiten Verbreitung ist es erforderlich, Computerspiele im wissenschaftlichen Verständnis gegenwärtiger abendländischer Gesellschaften zu berücksichtigen", betont Swertz. Der Games-Sektor sei zudem als Innovationsträger - etwa im Bereich der Man-Machine-Interfaces - ein relevanter Indikator für zukünftige Entwicklungen. "Die diesjährige F.R.O.G. wird zum wissenschaftlichen Verständnis der gesellschaftlichen Bedeutung dieses Feldes einen relevanten und interdisziplinären Beitrag leisten", ist Swertz überzeugt.
Volles Programm
Das Veranstaltungsprogramm der F.R.O.G. weist eine umfassende Liste mit zahlreichen spannenden Vorträgen zu den unterschiedlichsten Fragestellungen auf. Führende internationale WissenschafterInnen wie der Eröffnungsredner Ian Bogost vom Georgia Institute of Technology, Mathias Mertens von der University Hildesheim oder Henry Lowood von der Stanford University sind dabei ebenso vertreten wie Game-DesignerInnen und Lehrende wie Katie Salen von der renommierten Parsons School of Design in New York.
Vom Institut für Bildungswissenschaft mit dabei ist Katharina Stephenson: Sie wird am Freitag, 24. September 2010, um ca. 16.40 Uhr zum Thema "Objektbeziehung, Psychoanalyse & Digitale Rollenspiele" referieren. "Die grundlegende Hypothese meines Beitrags geht davon aus, dass das Spielen von digitalen Rollenspielen Merkmale psychoanalytisch-therapeutischer Verfahren aufweist und daher auch dem Ziel der Persönlichkeitsentwicklung - in Hinblick auf die besonderen Entwicklugnsaufgaben der Adoleszenz - dienen", erläutert Stephenson. Ihre Theorie wird die Wissenschafterin anhand der Computerspiele "God of War III" und "Fragile Dreams - Farewell Ruins of the Moon" veranschaulichen. (br, ms)
Internationale Tagung "F.R.O.G. - Future and Reality of Gaming" Freitag, 24. bis Sonntag, 26. Oktober 2010 Wiener Rathaus, Wappensaal und Rathausplatz Rathausplatz/Reichsratstraße, 1010 Wien Nähere Informationen Programm (PDF)
Um Anmeldung bis 25. September unter registration_frog@bupp.at wird gebeten. Die Konferenzgebühr beträgt regulär 120 Euro, für Studierende und MitarbeiterInnen von Jugendorganisationen 50 Euro
|