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Rektor Georg Winckler befürchtet, dass die Uneinigkeiten in der Hochschulpolitik negative Konsequenzen für die Universitäten nach sich ziehen.


Rektorat der Universität Wien Rektor Georg Winckler
Georg Winckler: "Universitäten dürfen bei Budget nicht durchrutschen"
Forschungspolitik
Redaktion am 16. September 2010

Die Uneinigkeit der Regierungsparteien in der Hochschulpolitik könnte negative Konsequenzen für die Universitäten nach sich ziehen. Georg Winckler befürchtet, dass die Universitäten trotz der sich verschlechternden Rahmenbedingungen nicht mehr Geld bekommen. "Wir handeln jetzt schon mit dem Rücken zur Wand", so der Rektor: "Sollte diese Entwicklung weitergehen, müssen wir wohl auch über neue Zugangsbeschränkungen reden."

Die finanzielle Ausgangssituation nach 2012 liegt für Rektor Georg Winckler größtenteils noch im Dunklen: Bei den "Gestaltungsgesprächen" des Ministeriums über die Budgets ab 2013 sei man "gegenüber einigen Universitäten wie etwa der Universität Klagenfurt oder der Universität Salzburg schon sehr konkret gewesen, entnehme ich der Presse." Nicht so mit der Universität Wien: "Das einzige, was man uns gesagt hat, war, wenn man beizeiten spare, dann habe man in der Not. Dann teilte man uns noch mit: 'Überlegt's euch was, im Dezember reden wir weiter'", so der Rektor.

Hochschulen diskutieren Sparmaßnahmen


Allgemein liegt die Universität Wien bei der Budgetentwicklung meist im Durchschnitt aller Universitäten - "das heißt, wir werden sicher getroffen werden, aber ich kann noch nicht sagen, in welche Richtung". Deshalb würden einige österreichische Hochschulen die Streichung von Studienprogrammen diskutieren, andere im Investitionsbereich reagieren - also etwa bei Bauten -, wieder andere durch die Ankündigung von Maßnahmen beim Personal. Letzteres kann laut Winckler jedoch nur die "ultima ratio" sein: "Denn es ist ja klar, dass die Studierenden weiterhin da sein werden und ich nicht bei der gleichen oder einer steigenden StudentInnenzahl sagen kann, dass drei Viertel der ProfessorInnen gekündigt werden."

Taktieren vor Verhandlungsbeginn


Aus den Äußerungen von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl der vergangenen Tage leitet der Rektor einerseits ab, dass "die Budgetverhandlungen offenbar unmittelbar bevorstehen, und dass man für diese eine starke Ausgangsposition aufbauen möchte". Dies werde er gerne unterstützen. Andererseits befürchtet Winckler, dass die Aussagen der Ministerin große Uneinigkeit in der Regierung signalisieren, "weil die einen sagen, wir wollen die Budgetprobleme nur über einen limitierten Zugang und Studienbeiträge regeln und die anderen, der Finanzminister muss mehr Geld locker machen. Meine Sorge ist, dass alles beim Alten bleibt, wir noch mehr Studierende aufgrund der doppelten Maturajahrgänge in Bayern haben werden, aber nicht mehr Geld."

Diskussion um Zugangsbeschränkungen


Wird es nun neue Zugangsbeschränkungen geben? "Das ist eine Diskussion, die wir sicher führen werden, wenn die Budgetgespräche zu Ende sind", so Rektor Winckler: "Und es wird eine Reaktion auf die Budgetbeschlüsse der Regierung sein." Derzeit gebe es Beschränkungen nur in Psychologie und Publizistik - "aber das sind nicht die einzigen zwei Programme mit sehr schlechten Betreuungsverhältnissen. Zunächst beobachten wir den Zustrom im neuen Studienjahr, aber im Dezember werden wir sicher handeln müssen."

Hochschulfinanzierung ab 2013 nicht gesichert


Von der Regierung wünscht sich Georg Winckler Klarheit, wie es nach dem Auslaufen der aktuellen Leistungsvereinbarungen Ende 2012 weitergeht: "Die allgemeine Hochschulfinanzierung ab 1. Jänner 2013 ist nicht gesichert. Wir müssen aber unsere Personal- und Investitionspolitik vorbereiten." Außerdem gelte es, die Leistungsvereinbarungsperiode 2013 bis 2015 im Zusammenhang mit dem Uni-Zugang und der Studieneingangsphase neu einzuschätzen.

Winckler: "Wir müssen sehen, wie die entstandenen Defizite der Vergangenheit zu finanzieren sind". Als Beispiele nennt der Rektor die Frage der LektorInnen sowie des großen Studierendenzuwachses 2009. "Letzterer wurde budgetmäßig nicht verkraftet, sondern nur aus der Notfallsreserve teilweise finanziert, die aber ausläuft."

Zusätzliche Mittel für die Forschungsförderung notwendig

Weiters betont der Rektor die Notwendigkeit von zusätzlichen Mitteln in der Forschungsförderung: "Meine Sorge ist, dass wir alle unsere Ressourcen für die ersten Bachelorjahre verwenden und vergessen, dass wir auch für einen wissenschaftlichen Nachwuchs zu sorgen haben und kompetitive Forschung betreiben müssen." (APA/red)

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