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Foto: Heribert Corn


Jewish Welcome Service Vienna
Goldenes Doktordiplom für Leon Zelman
Auszeichnungen
Redaktion am  5. Juli 2006

Am Mittwochnachmittag, 5. Juli 2006 wird Leon Zelman, Präsident des "Jewish Welcome Service", im Großen Festsaal der Universität Wien mit dem Goldenen Doktordiplom ausgezeichnet. Mit seinem Engagement ermöglichte Zelman tausenden vertriebenen Jüdinnen und Juden einen Besuch in der alten Heimat.

Zelman promovierte im Jahr 1954 am damaligen Institut für Zeitungswissenschaft. Die Auszeichnung eines Goldenen Doktordiploms wird nur auf Antrag hoher universitärer Organe und nach Zustimmung des Senats vergeben, wenn "dies im Hinblick auf die besonderen wissenschaftlichen Verdienste, das hervorragende berufliche Wirken oder die enge Verbundenheit der Absolventin oder des Absolventen mit der Universität Wien gerechtfertigt ist". Im Fall Zelmans wurde sie von seinem "alten" Institut, der heutigen Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, initiiert. Leon Zelman (78) ist international vor allem durch den Jewish Welcome Service Vienna, den er 1980 mitbegründete und dem er bis heute als Präsident vorsteht, bekannt. In den letzten 25 Jahren engagierte sich Zelman unermüdlich dafür, Jüdinnen und Juden, die von den Nationalsozialisten aus Österreich vertrieben wurden, einen Besuch in Österreich zu ermöglichen. Rund 4000 Personen kamen seitdem auf Vermittlung des Jewish Welcome Service in ihre alte Heimat. Damit machte er nicht nur international auf die jüdische Kultur in Österreich aufmerksam, sondern trug auch wesentlich zum besseren Verständnis des Judentums in Österreich bei. Zelman wurde für sein Lebenswerk bereits mehrfach ausgezeichnet: Im. Mai 2006 erhielt er den Ehrenpreis des Presseclubs Concordia, im Oktober 2005 das Große Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich und im April 2005 den Goldenen Rathausmann der Stadt Wien. Leon Zelman: Von Polen über Mauthausen nach Wien Leon Zelman, geboren am 12. Juni 1928  in Szczekociny in Polen, war gerade zwölf Jahre alt, als er gemeinsam mit seiner Familie in das Łódzer Ghetto deportiert wurde. Dort verlor er seine Eltern. 1944 wurden er und sein Bruder in das Konzentrationslager Auschwitz überstellt. Sein Bruder starb dort. Er selbst kam in das Lager Ebensee des Konzentrationslagers Mauthausen, wo er im Mai 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit wurde. Von den KZ-Aufenthalten derart geschwächt, verbrachte Zelman drei Jahre in verschiedenen Krankenhäusern. 1946 ging Leon Zelman nach Wien. 1952 reichte er am damaligen Institut für Zeitungswissenschaft seine Dissertation zum Thema "Der Film als Beeinflussungsmittel der öffentlichen Meinung" ein. Am 29. April 1952 wurde die Dissertation approbiert und am 7. April 1954 promovierte Zelman an der Universität Wien.

Publizistisch tätig Während des Studiums war Zelman führender Funktionär der Jüdischen Hochschülerschaft. 1951 gründete er deren Mitteilungsblatt "Das jüdische Echo" mit. Als Chefredakteur entwickelte er es zu einem umfang- und einflussreichen Jahrbuch, zu einem europäischen Forum für Kultur und Politik. Unter Zelmans Leitung wurde "Das jüdische Echo" eine wichtige Stimme im öffentlichen Diskurs über die Annahme und Akzeptanz der eigenen Geschichte. Die Liste namhafter Beiträge aus Wissenschaft, Journalismus und Literatur unterstreicht die Bedeutung dieses Jahrbuches. 50 Jahre nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Ebensee veröffentlichte Zelman 1995 mit Hilfe von Armin Thurnher das autobiografische Buch "Ein Leben nach dem Überleben" (Verlag Kremayr & Scheriau), das 1998 in englischer Übersetzung bei Holmes & Meier in New York erschien. Inhalt sind autobiografische Berichte von seiner Kindheit im polnischen Stetl, von den Schrecken des Łódzer Ghettos und den überlebten Vernichtungslagern. (vs/APA) Verleihung des Goldenen Doktordiploms an Leon Zelman  
Mittwoch, 5. Juli 2006, 16 Uhr
Großer Festsaal der Universität Wien Programm
Begrüßung
durch Univ.-Prof. Dr. Arthur Mettinger, Vizerektor der Universität Wien
Überreichung des Goldenen Doktordiploms durch Univ.-Prof. Dr. Rudolf Richter, Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften
Laudatio von O. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang R. Langenbucher, Vorstand des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft Dankesworte von Prof. Dr. Leon Zelman

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