Aufgrund der tagelangen Luftraumsperre konnte die indische Historikerin Romila Thapar nicht nach Wien anreisen. Ihre für Dienstag, 20. April, geplante Public Lecture muss abgesagt werden. Der für Montag, 26. April, geplante Round Table, an dem mehrere renommierte Gäste teilnehmen sollen, u.a. Daniel Woolf, Rektor der Queens University (Canada) und Vizedekanin Susanne Weigelin-Schwiedrzik, ist noch in Planung. |
Romila Thapar, emeritierte Professorin am Centre for Historical Studies der Jawaharlal Nehru University (New Delhi, Indien), spricht in ihrem Vortrag im Kleinen Festsaal der Universität Wien über den Wandel von Interpretationen früher indischer Geschichte. Ursprünglich Thema der Fachrichtung Indologie, hat sich dieser Forschungsbereich im Laufe der Zeit immer mehr an die Sozialwissenschaften angenähert. Neben der Kolonialzeit und nationalistischen Tendenzen kommen in Thapars Vortrag auch postkoloniale Kritik von Wissenssystemen und sozialer Identität zur Sprache.
Round Table: Perspektiven der Geschichtsschreibung in Ost und West
Am Montag, 26. April 2010, diskutiert die indische Wissenschafterin unter der Moderation von Mitchell G. Ash vom Institut für Geschichte mit Daniel Woolf, Rektor der Queens University (Canada), und Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Vizedekanin der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, über globale Visionen von Vergangenheit. Einführende Worte spricht Michael Viktor Schwarz, Dekan der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät.
Der Historiker Daniel Woolf nimmt beim Round Table unter dem Thema "Writing a Global History of Historiography: Some Reflections" einen kritischen Standpunkt zu "Geschichten über Geschichte" ein und wird auch auf das Problem des Eurozentrismus eingehen. Vizedekanin und Sinologin Susanne Weigelin-Schwiedrzik wird in ihrem Statement über das chinesische Verhältnis zur eigenen Geschichte und das gleichzeitige Problem mit der Moderne reflektieren. In ihrem Eingangsstatement unter dem Titel "Historical Traditions of Early North India" geht Romila Thapar auf die vormodernen historischen Traditionen Indiens ein, die erst in jüngerer Zeit wieder mehr Beachtung finden.
Romila Thapar
Die Historikerin Romila Thapar, 1931 geboren, ist eine international renommierte Expertin auf dem Gebiet der alten indischen Geschichte. Nachdem Thapar von der Panjab University graduierte, erwarb sie einen Ph.D an der London University, wo sie von 1959 bis 1961 als Lektorin tätig war. Später unterrichtete sie an der Kurukshetra University und der Delhi University. Bis zu ihrer Emeritierung war Thapar seit 1970 Professorin für "Ancient Indian History" an der Jawaharlal Nehru University.
Zu ihren wesentlichen Arbeiten zählen "Asoka and the Decline of the Maurya", "Ancient Indian Social History: Some Interpretations", "A History of India Volume One", "Early India: From the Origins to AD 1300" sowie der von ihr herausgegebene Sammelband "Recent Perspectives of Early Indian History".
Romila Thapar erhielt 2008 den John-W.-Kluge-Preis für ihr Lebenswerk in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie hat zudem Ehrendoktorate der Peradeniya University (Sri Lanka), der University of Chicago, der University of Calcutta, der University of Oxford, der Edinburgh University und der SNDT Women's University (Mumbai) inne. (td)
Public Lecture von Romila Thapar: "Changing Interpretations of Early Indian History" Dienstag, 20. April 2010, 18 Uhr Universität Wien Hauptgebäude, Kleiner Festsaal Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien
Einführende Worte von Heinz Engl, Vizerektor der Universität Wien Nähere Informationen (PDF)
Global Visions of the Past: a Round Table on Historiographies East and West Montag, 26. April 2010, 17 Uhr Universität Wien Hauptgebäude, Kleiner Festsaal Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien
Es diskutieren unter der Moderation von Mitchell G. Ash: Romila Thapar, Daniel Woolf, Rektor der Queens University (Canada) und Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Vizedekanin der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Nähere Informationen (PDF) |