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Günter Haring, Dekan der Fakultät für Informatik, setzt sich für eine Erhöhung des Frauenanteils an seiner Fakultät ein.


Derzeit beträgt der Anteil an Studentinnen in der Informatik nur 22 Prozent, beim wissenschaftlichen Personal liegt der Frauenanteil bei 26 Prozent. Durch Fördermaßnahmen soll er nun erhöht werden.


Dekanat der Fakultät für Informatik Referat Frauenförderung und Gleichstellung Referat Personalentwicklung
Informatik fördert Frauen
Service
Redaktion am 14. März 2007

Der Frauenanteil an der Fakultät für Informatik ist sehr gering. Nun soll im Zuge des Förderprogramms "infff ? Informatik-Frauen-Förderung", das die Fakultät für Informatik gemeinsam mit dem Referat Frauenförderung und Gleichstellung sowie der Personalentwicklung umsetzt, der Anteil von Studentinnen und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen an der Fakultät gehoben werden.

"Wir müssen den Frauenanteil an unserer Fakultät erhöhen", erklärt Günter Haring, Dekan der Fakultät für Informatik. Mit nur 22 Prozent Frauen unter den Studierenden weisen die Informatik-Studien einen der niedrigsten Frauenanteile an der Universität Wien auf. Ebenso beim wissenschaftlichen Personal: Hier stehen 39 Frauen 111 Männern gegenüber. Darunter ist keine einzige Professorin zu finden; die meisten wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen sind im "Unterbau", also als Assistentinnen beschäftigt. Zahlen, von denen sich der Dekan wenig begeistert zeigt. So trat Günter Haring im Februar 2006 an die Referate Frauenförderung und Gleichstellung sowie Personalentwicklung heran, um ein Frauenförderkonzept für die Fakultät zu entwickeln. "Diese Zielsetzung funktioniert nur über eine Kooperation", so Dekan Haring. Seit Jänner 2007 wird ein gemeinsam erarbeitetes Maßnahmenpaket nun Schritt für Schritt umgesetzt. Frauenkarrieren in der Informatik Mit dem im Sommersemester 2007 gestarteten Programm "infff ? Infomatik fast forward/ Informatik-Frauen-Förderung" werden nun eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, um den Frauenanteil in der Informatik zu erhöhen. Dazu wird sich die Informatik verstärkt an vernetzten Initiativen zur Frauenförderung beteiligen oder Frauenkarrieren in der Informatik sichtbarer zu machen, sowohl an der Universität als auch nach außen. Darüber hinaus sollen unterstützende Aktivitäten zur Förderung der wissenschaftlichen Arbeit von Frauen gesetzt werden. Das Förderprogramm richtet sich konkret an Studienanfängerinnen, weibliche Studierende, High Potentials unter den Studentinnen, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen sowie Maturantinnen/Schülerinnen als potenzielle Informatikstudentinnen. FIT-Frauen in die Technik Eine der ersten umgesetzten Maßnahmen war die Beteiligung der Fakultät für Informatik an den FIT-Tagen (Frauen in der Technik) im Jänner 2007. Rund 50 Schülerinnen nahmen an Führungen auf den beiden Instituten Scientific Computing und Wirtschaftsinformatik teil. Ziel dieser Veranstaltung war es, Schülerinnen Einblicke in die beiden Studienrichtungen zu geben und sie für ein technisches Studium zu motivieren. Dekan Haring meint, dass "es sehr wichtig ist, weibliche Studierende für die Informatik zu gewinnen. Haben wir sie erst einmal motiviert, müssen wir weitere Maßnahmen setzen, um sie an der Fakultät zu halten, also ihre wissenschaftliche Karriere fördern." Veränderung gestalten. Zukunft bestimmen Einen wichtigen Impuls für die erfolgreiche Umsetzung des Förderprogramms lieferte die fakultätsinterne Tagung "Veränderung gestalten. Zukunft bestimmen", die am 9. März 2007 im Palais Strudelhof stattgefunden hat. Am Programm standen Referate von ExpertInnen zum Thema Geschlechterkulturen in Wissenschaft, Technik und Didaktik. Anschließend wurde in Arbeitskreisen konkret auf die Situation der Informatik eingegangen und Lösungsansätze erarbeitet. "Eines der Ergebnisse der Arbeitsgruppen war, das es erforderlich ist, gute Bedingungen für Frauen ? in diesem Fall für Studierende ? zu schaffen. Und das kann nur erreicht werden, indem beobachtet und ausdifferenziert wird, wo die 'Benachteiligungen' für Frauen liegen. Weiters wurde auch festgehalten, wie wichtig weibliche Lehrende als Role Models sind", erzählt Mag. Bernadette Karner vom Referat Frauenförderung und Gleichstellung: "Insgesamt kann gesagt werden, dass das Engagement der TagungsteilnehmerInnen sehr groß war." Dieser Meinung schließt sich auch Haring an, der meinte, dass die Tagung sehr gut gelaufen sei und wichtige Impulse gesetzt habe. Zukunftspläne Im Wintersemester 2007/08 wird dann eine Reihe von konkreten Programmen umgesetzt. Neben einem Tutorium für Studienanfängerinnen und einem Gruppen-Mentoring für (angehende) Wissenschafterinnen im Rahmen von muv 3 ? dem Mentoring-Programm des Referats Frauenförderung und Gleichstellung ? werden mehrere Gruppendiskussionen von Expertinnen für Studentinnen und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen angeboten. Längerfristig ist ein spezielles Gruppen-Mentoring für Studentinnen als High Potentials angedacht, an dem ausschließlich Frauen teilnehmen, weiters ein Gruppencoaching für Dissertantinnen sowie je nach Bedarf auch für Diplomandinnen. Zur Abrundung des Angebotes werden Kamingespräche mit erfolgreichen Informatikerinnen/Wissenschafterinnen angeboten. (td)

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