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Thomas Bugnyar forscht am Department für Kognitionsbiologie. Seit Oktober 2009 hat er die Professur für Kognitive Ethologie inne.


Versuche mit verstecktem Futter zeigen, dass Raben genau auf das Verhalten der "Verstecker" sowie potentieller Konkurrenten achten.


Sie verfügen demnach über die Fähigkeit, die Sichtweise andere zu beurteilen und so deren Handlungsmuster vorherzusagen.


Department für Kognitionsbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B"


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Artikel "Ursprung der Intelligenz"    
Intelligenz der Raben
Forschungsprojekte, Tiere & Forschung
Redaktion am  8. September 2010

Kinder brauchen Jahre, bis sie einschätzen können, was andere Personen denken. Versuche, diese Fähigkeit bei Tieren zu beweisen, blieben lange Zeit erfolglos. Kürzlich wurde jedoch gezeigt, dass einige Primaten sowie Corviden - Raben und Buschblauhäher - Aufgaben lösen, die das Einschätzen der Perspektive bzw. des Wissenstandes anderer erfordert. Zum Sozialverhalten der Raben publizierte Thomas Bugnyar, Professor für Kognitive Ethologie, am 8. September 2010 im Journal "Proceedings of the Royal Society B".

Thomas Bugnyar vom Department für Kognitionsbiologie untersucht die Fähigkeit von Raben, die Sichtweise anderer zu beurteilen und so deren Handlungsmuster vorherzusagen. Darüber hinaus setzt er bei der Kritik an, dass psychologische Verhaltenstests, die ein Vorstellungsvermögen von Denkprozessen - "Theory of Mind" - erfordern sollten, auch durch kognitiv einfachere Mechanismen gelöst werden können, wie etwa lediglich durch das Lesen subtiler Verhaltensänderungen oder das Anwenden gelernter Regeln.

Das Verhalten der Konkurrenten beachten

Ausgehend von der Vorliebe von Raben, Futterverstecke zu plündern, zeigt Thomas Bugnyar in seiner Forschungsarbeit, dass die Vögel nicht nur sehr genau auf das Verhalten von Futter-Versteckern achten - im Experiment ein Mensch, sondern auch auf die Anwesenheit potentieller Konkurrenten, also andere Raben, die die Verstecke ebenfalls sehen können.

Die Raben erinnerten sich nicht nur daran, wen sie beim Verstecken beobachtet hatten, sondern plünderten gezielt jene Verstecke, über die auch ihre Konkurrenten Bescheid wissen konnten. In den Versuchen wurde die Sicht der beteiligten Individuen durch speziell präparierte Vorhänge manipuliert, die das Sehen behinderten, aber das Gesehen-werden erlaubten. Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass die Raben dabei nicht nur nach gelernten Regeln vorgehen, sondern tatsächlich einschätzen können, inwieweit die Sichtweise der Konkurrenten sich mit ihrer eigenen deckt.

Wissen zuschreiben

Kognitionsbiologe Bugnyar meint dazu: "Die Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass es tierische Vorläufer zur menschlichen Fähigkeit, anderen Individuen Wissen zuzuschreiben, gibt. Die Tatsache, dass Raben hierbei ähnlich gut wie Schimpansen sind, deutet darauf hin, dass diese Fähigkeit in der Evolution mehrmals unabhängig voneinander entstanden ist."

Univ.-Prof. Mag. Dr. Thomas Bugnyar forscht am Department für Kognitionsbiologie.

Publikation:

Thomas Bugnyar: Knower-guesser differentiation in ravens: others' viewpoints matter (PDF). Journal: "Proceedings of the Royal Society B". 8. September 2010. DOI: 10.1098/rspb.2010.1514

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