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Das Interdisziplinäre Dialogforum (IDee) hat zum Ziel, Debatten und Forschung an der Universität Wien transfakultär zu unterstützen.


Interdisziplinäres Dialogforum der Universität Wien IDee-Komitee ID-Symposium: Migrations - Interdisciplinary Perspectives Department für Biochemie und Zellbiologie des Zentrums für Molekulare Biologie Institut für Sprachwissenschaft der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Forschungsservice und Internationale Beziehungen
Interdisziplinäre Denkanstöße - IDee stellt sich vor
Wissenschaft, Veranstaltungen
Daniela Hermetinger (Redaktion) am 29. April 2010

Im Studienjahr 2008/09 startete die Universität Wien das Interdisziplinäre Dialogforum (IDee). Es setzt sich zum Ziel, Debatten und Forschung zwischen den Disziplinen, Fakultäten und Universitäten anzuregen und zu unterstützen. Diese Initiative ist im Entwicklungsplan der Universität Wien verankert. Begleitet und organisiert wird das IDee-Programm durch die WittgensteinpreisträgerInnen der Universität Wien.

Die "Idee zu Idee" wurde geboren, als sich die Biochemikerin Renée Schroeder und die Sprachwissenschafterin Ruth Wodak beim Kaffee gegenseitig ihre Disziplinen erklärten - und dabei feststellten, dass es einen solchen Dialog auch auf Fakultätsebene brauche. Um eine Brücke zwischen den Wissenschaftsdisziplinen bauen zu können, muss aber oft ein langer Weg zurückgelegt werden. Renée Schröder verdeutlicht: "Wer interdisziplinär arbeitet, macht eben Probleme."

Häufig fehlt eine gemeinsame Sprache, in der Themen verständlich vermittelt werden können. "Wenn man selbst nicht in der Lage ist zu erklären, was man macht und warum das von Bedeutung ist, dann ist das problematisch", ist Schroeder überzeugt. "Außerdem wird die Relevanz der eigenen Arbeit sichtbarer, sobald man sie in einen größeren Zusammenhang stellt."

Zwischen den Disziplinen Brücken schlagen


Das Rektorat stellt dem Interdisziplinäre Dialogforum (IDee) Ressourcen für die Organisation zur Verfügung. Getragen vom Engagement der WissenschafterInnen hat das ID-Forum  nun über die Voraussetzungen, die es benötigt, um fruchtbare Dialoge zwischen WissenschafterInnen und Disziplinen herzustellen sowie Kooperationen anzubahnen. Im Zentrum steht die interdisziplinäre und transfakultäre Vernetzung zwischen den Kultur-, Sozial- und Naturwissenschaften. Die WittgensteinpreisträgerInnen - selbst aus den unterschiedlichsten Disziplinen - unterstützen diese wissenschaftlichen Kooperationen.

Im Rahmen von Workshop-Calls werden (Jung-) WissenschafterInnen dazu aufgerufen, Themen interdisziplinär zu beleuchten. Daraus resultieren im Idealfall Konzepte für gemeinsame Forschungsvorhaben, die beispielsweise auf EU-Ebene eingereicht werden können. Aus dem letzten Call gingen vier geförderte Workshops zu den Themenschwerpunkten "Migration", "Schreiben als Wissensproduktion", "Arbeit im Lebenslauf" und "Inszenierung von Weiblichkeit" hervor. Darüber hinaus organisiert IDee die Veranstaltung "Scientific Speed Dating", bei der von den TeilnehmerInnen vorgeschlagene Themen in interdisziplinär zusammengesetzten Runden diskutiert werden.

Symposium: Perspektiven zu Migration

Nach den ersten Calls, Treffen und Workshops, die IDee bisher veranstaltete, kristallisierte sich schließlich auch mit dem Thema "Migration" der erste große Schwerpunkt des Interdisziplinären Dialogforums heraus - von Donnerstag, 1. Juli bis Samstag, 3. Juli 2010, wird diesem Schwerpunkt ein eigenes Symposium gewidmet. "Aus kultur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive sind natürlich die vielen - teilweise hoch politischen - Debatten über Staatsbürgerschafts- und Sprachtests, Einwanderungsbeschränkungen und Asyl- und Migrationsgesetzgebungen wichtig", meint die Sprachwissenschafterin Ruth Wodak: "Für solche Probleme sollen bei der hochkarätig besetzten internationalen Tagung wissenschaftliche Grundlagen diskutiert werden."

Schroeder erklärt aus naturwissenschaftlicher Perspektive, warum sich diese Thematik besonders gut für eine interdisziplinäre Herangehensweise eignet: "In der Physik sind es beispielsweise die Wellenbewegungen, die hier interessant sind. Was passiert, wenn Wellen aufeinander treffen, und wie verhält es sich an den entstehenden Grenzen? Dann gibt es das Phänomen Wetter, ein reines Migrationssystem, das schwer vorauszusagen ist. Neben den Menschen und ihren Sprachen migrieren auch Bakterien und Viren. Es gibt eine Vielzahl von Themen, die hier von Bedeutung sind." Je mehr Perspektiven zusammen kommen, desto klarer wird auch das Gesamtbild der Dynamiken auf der Erdoberfläche.

"4th IDee Workshop Call": Die IDeensammlung geht weiter

Noch bis Samstag, 15. Mai 2010, können WissenschafterInnen ihre Vorschläge für Workshops, Vortragsserien oder Symposien für den 4th IDee Workshop Call  einreichen. Das Programm muss interdisziplinär ausgerichtet sein und WissenschafterInnen aus mindestens zwei fakultätsübergreifenden Instituten umfassen. Die Förderung beträgt maximal 2.500 Euro.

Mit den ersten Workshop-Förderungen, "Scientific Speed Dating"-Veranstaltungen und dem für Anfang Juli geplanten Migrations-Symposium ist der Grundstein für eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit gelegt. Schroeder und Wodak gehen davon aus, dass das Forum mit steigender Bekanntheit eine gewisse Eigendynamik entwickeln wird.

Die Wissenschafterinnen resümieren: "Bei der Matura sind wir noch sehr interdisziplinär, das ist toll. Später verliert sich diese Dialogbereitschaft ein wenig. Aus verschiedenen Disziplinen zu denken, ist aber auch für das eigene Fach gut." (dh)

Univ.-Prof. Mag. Dr. Renée Schroeder forscht am Department für Biochemie und Zellbiologie der Universität Wien. Gemeinsam mit O. Univ.-Prof. Dr. Ruth Wodak (Institut für Sprachwissenschaft; derzeit karenziert und als Distinguished Professor for Discourse Studies, Lancaster University tätig) und Michaela Messer (Forschungsservice und Internationale Beziehungen) ist sie Ansprechperson des Interdisziplinären Dialogforums.

ID-Symposium: "Migrations - Interdisciplinary Perspectives"
Donnerstag, 1. Juli bis Samstag, 3. Juli 2010
Campus der Universität Wien, Hörsaal C2 (Hörsaalzentrum), Hof 2.6
Spitalgasse 2-4, 1090 Wien
Nähere Informationen 
Programm


Die Konferenzsprache ist Englisch.

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