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Folder der Konferenz (PDF) Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät  
Internationale Konferenz zu computergestützter Filmanalyse
Veranstaltungen
Redaktion am  5. Januar 2010

"Method left home" ist der Titel einer internationalen Konferenz des Forschungsprojekts "Digital Formalism - The Vienna Vertov Collection", die vom 14. bis 16. Jänner 2010 in Wien (Filmmuseum und Aula am Campus der Universität Wien) stattfindet. Im Zentrum der Konferenz steht der Zusammenhang von Filmwahrnehmung und Digitalität, Archiv und automatisierter Analyse ausgehend vom Oeuvre des russischen Filmemachers Dziga Vertov (1896-1954). Organisiert wird die Tagung von Andrea B. Braidt und Klemens Gruber vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft.

Die Aktualität von Vertovs filmischen Verfahren bildete den Ausgangspunkt des vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) geförderten Forschungsprojekts Digital Formalism: Zum einen ist es die Form, die das Kunstwerk ausmacht, die Konstruktion der formalen Elemente, die eine ästhetische Wahrnehmungsanforderung stellt. Zum anderen kann man bei Vertov eine proto-digitale Geste ausmachen, eine Vorwegnahme des Digitalen noch unter handwerklichen Bedingungen. Vertov schneidet in die filmische Aufzeichnung der analogen Welt auf eine Weise hinein, die zur kleinsten Einheit des Mediums Film zurückgeht.

Vertovs Entdeckung des "Film-Auges", das dem menschlichen Auge überlegen ist, wird eingesetzt, um seine eigenen Filme mit maschinellen Methoden, z.B. mit automatischer Shot-Erkennung, zu analysieren. Neben einer Vielzahl erstaunlicher Resultate – etwa verloren geglaubte und maschinell wieder aufgespürte Filmteile, die bei der Konferenz "Method left home" vorgestellt werden – bleibt dennoch die Maschinen-Unlesbarkeit der ästhetischen Dimension bestehen.

Internationale Vertov-ForscherInnen in Wien

Mit Annette Michelson (New York), Lev Manovich (San Diego), Wolfgang Beilenhoff (Weimar), John MacKay (Yale) und Ute Holl (Basel) kommen prominente Vertov-ForscherInnen zur Wiener Konferenz. Projektergebnisse werden u.a. von Barbara Wurm (Berlin/Basel), Vera Kropf, Matthias Zeppelzauer, Dalibor Mitrovic und Maia Zaharieva (alle Wien) vorgestellt.

Forschungsprojekt "Digital Formalism – The Vienna Vertov Collection"

Bei diesem Forschungsprojekt des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF), das seit Februar 2007 läuft, geht es um die computergestützte Analyse der "Sinne des Kinos". Das interdisziplinäre Projektteam, das Film-, Technik- und Archivwissenschaften sowie Film- und Kulturpraxis zusammenführt, hat Tools zur Analyse der formalen Elemente in den Filmen des russischen Avantgarde-Filmregisseurs Dziga Vertov entwickelt. Geleitet wird das Projekt von Andrea B. Braidt und Klemens Gruber, beide Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Projektpartner sind Christian Breiteneder, Leiter der Interactive Media Systems Group, Institute of Software Technology & Interactive Systems, TU Wien, sowie Alexander Horwath, Direktor des Österreichischen Filmmuseums Wien.

Darüber hinaus macht das Projekt die außerhalb Russlands einzigartige Vertov-Sammlung des Österreichischen Filmmuseums für die wissenschaftliche Forschung und die breite Öffentlichkeit zugänglich: Seit 2009 ist diese Sammlung, die neben Filmmaterial u.a. Drehbücher, Fotografien und Plakate beinhaltet, auch in einer Online-Datenbank verfügbar. (vs)

Final Conference: Digital Formalism / Dziga Vertov. "Method left home."
Donnerstag, 14. Jänner bis Samstag, 16. Jänner 2010
Orte: Filmmuseum und Aula am Campus der Universität Wien
Programm und weitere Information

Projektpublikationen:
Digital Formalism. Die kalkulierten Bilder des Dziga Vertov (Maske und Kothurn, 3/2009), hg. von Klemens Gruber, Barbara Wurm und Vera Kropf, Wien: Böhlau Verlag 2009.

Das elfte Jahr / Ein Sechstel der Erde (Odinnadcatyj / Šestaja čast’ mira), Doppel-DVD, hg. von Adelheid Heftberger, Michael Loebenstein und Georg Wasner, Wien: Österreichisches Filmmuseum 2009.

Sammlung Dziga Vertov. Online-Datenbank. Wien: Österreichisches Filmmuseum 2007-2009.

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