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Michael Wagner und Mike Taylor (Department für Mikrobielle Ökologie) interessieren sich für Mikroorganismen, die mit marinen Schwäm- men assoziiert sind und aufgrund ihrer Fähigkei- ten zur Produktion von Sekundärmetaboliten großes biotechnolo- gisches Potential besitzen.


Wolfang Löffelhardt (Department für Biochemie) spricht über neue Erkenntnisse des "lebenden Fossils" Cyanophora paradoxa, einer Alge, deren primitive Chloroplasten große Ähnlichkeit zu freilebenden Cyanobakterien aufweisen.


Maria Holzmann (Department für Paläontologie) untersucht die Vielfalt von Foraminiferen, die in Symbiose mit einer Reihe von Rotalgen, Grünalgen, Dinoflagel- laten und Diatomeen leben; diese sind wichtige Bioindikatoren und geben Auskunft über den Zustand von Korallenriffen.


Department für Meeresbiologieder Fakultät für Lebenswissenschaften Fifth International Symbiosis Society Conference Department für Mikrobielle Ökologieder Fakultät für Lebenswissenschaften Department für Biochemie, Fakultät für Lebenswissenschaften Department für Paläontologieder Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Internationale Tagung zum Thema Symbiose an der Universität Wien
Veranstaltungen, Forschungsprojekte
Heidrun Huber (Redaktion) am  3. August 2006

Das Department für Meeresbiologie ist vom 4. bis 10. August 2006 Gastgeber für den fünften Kongress der Internationalen Symbiose-Gesellschaft (ISS). Im Biologiezentrum der Fakultät für Lebenswissenschaften treffen sich 300 ForscherInnen, um sich mit aktuellen Ergebnissen und Trends der Symbioseforschung auseinanderzusetzen.

Die Universität Wien wird in den nächsten Tagen den fünften internationalen Symbiose-Kongress beherbergen. Die alle drei Jahre stattfindende Fachtagung der International Symbiosis Society (ISS) ist die weltweit größte zum Thema Symbiose. Ao. Univ.-Prof. Dr. Monika Bright vom Department für Meeresbiologie hat die Tagung nach Wien geholt; sie leitet zusammen mit ihrem Institutskollegen Univ.-Prof. Dr. Jörg Ott und V.Prof. Dr. Matthias Horn vom Department für Mikrobielle Ökologie deren Organisation.
Untergebracht ist die Großveranstaltung im Biologiezentrum in der Althanstraße. Dort werden sich gut 300 internationale WissenschafterInnen aus rund 40 Ländern eine Woche mit dem Thema Symbiose von A bis Z auseinandersetzen.

Breites Themenspektrum


Symbiotische Lebensgemeinschaften sind die vorherrschende Lebensform auf der Erde und ermöglichen beispielsweise erst die Besiedlung unwirtlicher Lebensräume. Dementsprechend umfangreich ist das Programm der Tagung. In 13 Symposien werden verschiedene Schwerpunkten, die von Prozessen bei der Etablierung von Symbiosen bis hin zu deren Einflüsse auf die Evolution der beteiligten Arten sowie der sie umgebenden Umwelt reichen, diskutiert. Zusätzlich werden Workshops zum Thema "Teaching Symbiosis" oder "Symbiosis definitions and directions" abgehalten.

Universität Wien: Forschungsschwerpunkt "Symbiose"


Dass der ISS-Kongress dieses Jahr in Wien stattfindet, macht Sinn. Die Symbioseforschung hat eine lange Tradition an der Universität Wien und der Forschungsschwerpunkt "Symbiose" der Fakultät für Lebenswissenschaften umfasst eine Reihe an äußerst aktiven Arbeitsgruppen, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten der Symbioseforschung beschäftigen. Monika Bright und ihr Team präsentieren beispielsweise ihre Studien über bizarre marine Lebewesen, die in Symbiose mit Bakterien an extremen Lebensräumen in der Tiefsee leben. Jörg Ott und Sylvia Bulgheresi berichten über ein von Meereswürmern gebildetes Eiweißmolekül, das für die Bindung symbiotischer Bakterien notwendig ist.

Schaden, Täuschung oder Kooperation?


Symbiose bezeichnet das Zusammenleben verschiedener Organismen. Dieses muss nicht notwendigerweise für beide Partner von Nutzen (Mutualismus) sein. Es kann sich auch um Parasitismus handeln. In seinem Vortrag "Harming, cheating or cooperating?" widmet sich Matthias Horn dieser Thematik. Mit cheating ist gemeint, dass ein Partner eine Leistung ohne Gegenleistung durch Täuschen ausnutzt, beispielsweise wenn Blütenblätter einem bestäubenden Insekt einen Sexualpartner vortäuschen. Auf der Konferenz wird aber ebenfalls grundlegend darüber debattiert werden, ob Bezeichnungen wie Mutualismus oder Paratismus in der Symbioseforschung noch immer angemessen sind.

Höhepunkt: Lynn Margulis


Höhepunkt der Tagung wird der Besuch der renommierten und über Fächergrenzen hinaus bekannten Forscherin Lynn Margulis von der University of Massachusetts. Sie hält einen Plenarvortrag zur Rolle der Symbiose in der Evolution der Organismen. Mit der Entwicklung der seriellen Endosymbiontentheorie hat Margulis maßgeblich zum Verständnis der Entstehung der Eukaryotenzelle und der Evolution von Tieren und Pflanzen beigetragen. Über relativ neue und/oder verblüffende Symbiosen spricht Mary Rumpho, Professorin für Meeresbiologie und Biochemie an der University of Maine, USA.

Angewandte Symbioseforschung


Hochaktuell sind auch die geplanten Vorträge zu Anwendungen von Symbiosen in der Biotechnologie: Ajit Varma, Direktor des Amity Institute of Herbal and Microbial Studies, Noida, Uttar Pradesh, India spricht zum Nutzen und Potenzial pflanzen- und pilzverbundener Symbiosen in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Medizin. Thomas Miller, Professor für Insektenkunde an der University of California, Riverside, USA spricht zu deren Tauglichkeit in der Kontrolle von Schädlingen in der Landwirtschaft. (hh)

5th International Symbiosis Society Congress
(5-ISS)
4. bis 10. August 2006
Universität Wien, Biozentrum Althanstraße  

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