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Professor Armin Lange bei der Eröffnung des Kongresses.


Mitorganisator Professor Emanuel Tov von der Hebräischen Universität Jerusalem (Mitte) im Gespräch mit Cecilia Wassen (Universität Umeå, Schweden) und Professor Russell Fuller (Universität San Diego).




Vizerektor Arthur Mettinger und der Botschafter des Staates Israel, Dan Ashbel, bei ihren Grußworten.


Institut für Judaistik, Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Programm zum Nachlesen (PDF)  
Qumran-Kongress "The Dead Sea Scrolls in Context"
Veranstaltungen
Gastbeitrag von Armin Lange und Matthias Weigold am 27. Februar 2008

Vom 11. bis 14. Februar 2008 fand an der Universität Wien der internationale Forschungskongress "The Dead Sea Scrolls in Context: Integrating the Dead Sea Scrolls in the Study of Ancient Texts, Languages, and Cultures" statt. Veranstaltet wurde der hochrangig besetzte Kongress vom Institut für Judaistik der Universität Wien in Kooperation mit der Hebräischen Universität Jerusalem. Mit 57 Vorträgen jüdischer wie christlicher WissenschafterInnen und mehr als 150 TeilnehmerInnen aus aller Welt gehört dieser Kongress zu den größten in der Geschichte der Qumran-Forschung.

Die Qumran-Texte stellen einen der wichtigsten archäologischen Funde des letzten Jahrhunderts dar. Ihre Erforschung hat eine lange Tradition an der Universität Wien und ist dank der Pionierarbeit Kurt Schuberts von Anfang an mit der Wiener Judaistik verbunden. Trotz der 60 Jahre währenden wissenschaftlichen Erschließung der Textfunde von Qumran sind sie in ihrer Bedeutung für die Hebräische Bibel, das antike Judentum und das frühe Christentum sowie die anderen antiken Kulturen noch nicht voll erfasst.

Neue interdisziplinäre Horizonte


Nachdem die Handschriften von Qumran heute weitestgehend veröffentlicht sind, verlagert sich das Interesse der Forschung zunehmend von der Edition der Texte zu ihrer Interpretation. Dabei ist unbestritten, dass die Qumran-Texte viele Bereiche der Bibelwissenschaft sowie der Erforschung antik-jüdischer, frühchristlicher und anderer antiker Kulturen, Literaturen und Sprachen bereichern. Gleichwohl wird die Bedeutung der Qumran-Texte außerhalb des engen Kreises von Qumran-SpezialistInnen bislang wenig berücksichtigt, ebenso wie Qumran-SpezialistInnen sich umgekehrt oft auf die Qumran-Texte selbst konzentrieren und den weiteren Kontext nicht nur des antiken Judentums und des frühen Christentums, sondern auch der griechisch-römischen und altorientalischen Kulturen vernachlässigen. Im Mittelpunkt des Wiener Qumran-Kongresses stand daher die Erschließung neuer interdisziplinärer Horizonte durch die Integration der Textfunde von Qumran in die verschiedenen Felder der Erforschung antiker Kulturen, Literaturen und Sprachen.

Orient und griechisch-römische Antike


Der Kongress hat mit diesem Brückenschlag zwischen der Qumran-Forschung und anderen Feldern der Altertumswissenschaften eine doppelte Zielrichtung verfolgt: zum einen dient die Betrachtung der Textfunde von Qumran aus der Perspektive anderer Disziplinen einem besseren Verständnis der Qumran-Texte selber, zum anderen sollen die Qumran-Texte aber auch neue Einsichten in anderen Disziplinen fördern. Um dieser doppelten Zielrichtung Rechnung zu tragen, hat der Wiener Qumran-Kongress erstmals ForscherInnen aus unterschiedlichen Gebieten der Altertumswissenschaften zusammengebracht, um die Qumran-Texte nicht nur in judaistischen und christlich-theologischen Horizonten zu untersuchen, sondern auch im Kontext des Alten Orients und der griechisch-römischen Antike. So wurden neueste Erkenntnisse zu wechselseitigen Wahrnehmungen zwischen den Qumran-Texten einerseits und der Hebräischen Bibel, dem antiken Judentum, dem rabbinischen Judentum, dem frühen Christentum, den semitischen Sprachen Aramäisch und Hebräisch, dem Alten Orient und der griechisch-römischen Antike sowie den Naturwissenschaften andererseits präsentiert und diskutiert.

Im Rampenlicht

Der Kongress "The Dead Sea Scrolls in Context" rückte die Universität Wien für einige Tage ins internationale Rampenlicht der Altertumswissenschaften. Erstklassige Vorträge und Diskussionen, eine gelungene Organisation sowie die gute Atmosphäre im ansprechenden Rahmen des Hauptgebäudes der Universität Wien machten den Kongress für alle TeilnehmerInnen zu einem beeindruckenden Erlebnis. Mit dem Anstoß zu einer Integration der Qumran-Texte in die verschiedenen Disziplinen der Altertumswissenschaften verspricht der Wiener Qumran-Kongress eine Wende in der Qumran-Forschung und der Wahrnehmung der Qumran-Texte außerhalb des engen Kreises von Qumran-Spezialisten einzuleiten.

Univ.-Prof. Dr. Armin Lange (Vorstand) und Dipl.-Theol. Matthias Weigold sind am Institut für Judaistik an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät tätig.

Das Programm der Tagung sowie eine Foto-Galerie sind auf der Website des Instituts für Judaistik abrufbar. Die Beiträge des Kongresses werden in einem Sammelband veröffentlicht.

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