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Institut für Wissenschaftstheorie Homepage von Markus Peschl Austrian Society for Cognitive Science
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Joint-Master-Studium in Kognitionswissenschaft
Joint-Degree-Studien an der Universität Wien, Studium/Lehre
Simone Kremsberger (Redaktion) am 22. März 2006

Den Prozessen des Denkens widmet sich Cognitive Science, ein relativ junges und äußerst interdisziplinäres Forschungsfeld. Im Oktober 2006 startet ein Masterstudiengang in Kognitionswissenschaft, der derzeit von Markus Peschl vom Institut für Wissenschaftstheorie und einer Projektgruppe aus Studierenden als Joint-Degree-Programm entwickelt wird.

"Kognition bedeutet Denken im weitesten Sinn", schickt Ao. Univ.-Prof. DI Dr. Markus Peschl vom Institut für Wissenschaftstheorie voraus. "Cognitive Science oder Kognitionswissenschaft ist ein interdisziplinäres Fach mit dem Ziel, Kognition aus möglichst breiter Perspektive anzusehen, zu analysieren und mit Computermodellen bestimmte Denkprozesse nachzuvollziehen respektive zu synthetisieren."

Vom Studium irregulare zum Masterstudium Kognitionswissenschaft


Bislang gab und gibt es an der Universität Wien Lehrveranstaltungen, Konferenzen und Kolloquien zur Kognitionswissenschaft im Rahmen der Austrian Society for Cognitive Science und des Instituts für Wissenschaftstheorie. "Daraus hat sich eine Studentenschaft ergeben, die Cognitive Science als Studium irregulare absolviert hat", sagt Prof. Peschl. Einige dieser Studierenden, mittlerweile DiplomandInnen und DissertantInnen, bilden das Projektteam, mit dem Peschl seit 2004 an der Curriculumsstruktur des neuen Joint-Master-Programms "MEi: CogSci" (Middle European international master programme in Cognitive Science) arbeitet. "Das Projekt wird stark von den Studierenden - Mag. Brigitte Römmer-Nossek, Elisabeth Zimmermann, Nicole Rossmanith und Andreas Reichelt - getragen", betont Markus Peschl.

Interdisziplinäres Joint-Degree-Programm


Neurowissenschaft/-biologie, Philosophie, Psychologie, Sprachwissenschaft und Informatik/Artificial Intelligence werden als Teildisziplinen der Kognitionswissenschaft im Curriculum des Masterstudiengangs verankert sein, der im Wintersemester 2006/07 startet. Deshalb wird einerseits innerhalb der Universität Wien mit den jeweiligen Instituten kooperiert; andererseits mit der Medizinischen Universität Wien (Neurowissenschaft und Artificial Intelligence/AI) sowie mit Partner-Universitäten in Budapest, Bratislava und Ljubljana, mit denen zum Teil bereits im Rahmen des CEEPUS-Netzwerks Zusammenarbeit bestand; im Konsortium befindet sich auch - über die EU-Grenzen hinaus - die Universität Zagreb.

Phänomene aus mehreren Disziplinen beleuchten


Inhaltlich stehen Kognitionswissenschaft und die beteiligten Disziplinen sowie "Tools and Methods" auf dem Programm - entscheidend ist ein "integrativer Kern", in dem die Themen, Methoden und Modelle aus den einzelnen Disziplinen interdisziplinär zusammengeführt werden sollen. Im ersten Jahr sollen die Studierenden ihr bereits bestehendes Wissen vertiefen und in jenen Fächern Ausbildung erwerben, die sie noch nicht kennen. "Bachelors aus der Philosophie vertiefen sich etwa in neurowissenschaftliches und informatisches/AI-Wissen", so Peschl. Im zweiten Jahr gehen die Studierenden für ein oder zwei Semester an eine der Partneruniversitäten. "Sie arbeiten dann nicht disziplinen-, sondern phänomenorientiert", erläutert der Professor. In der Diplomarbeit wird ein Phänomen, zum Beispiel ein Sprachdefizit oder ein Phänomen aus der visuellen Wahrnehmung, verpflichtend aus zwei oder mehreren disziplinären Perspektiven untersucht. Geplant ist, dass die Diplomarbeitsprojekte auf einer gemeinsamen Studierendenkonferenz vorgestellt werden.

Virtueller und persönlicher Austausch


Doch bereits während des Studiums soll Austausch stattfinden: Über gemeinsame E-Learning-Pools, die von den einzelnen Universitäten kontinuierlich angereichert werden, wird Content Sharing stattfinden. Der persönliche Kontakt unter den Studierenden ist Markus Peschl aber besonders wichtig. Er wünscht sich einen "Minicampus" - "einen virtuellen und physischen Raum, der eine enge Zusammenarbeit ermöglicht."

"Radikal interdisziplinär und phänomenorientiert"


"Das Besondere an diesem Programm ist ein radikal interdisziplinärer und phänomenorientierter Zugang", fasst Prof. Peschl zusammen. Dieser Ansatz eröffnet spannende Arbeitsfelder für die künftigen AbsolventInnen des forschungszentrierten Programms, zum Beispiel in interdisziplinärer Projektarbeit, in den Bereichen Educational Technologies und Usability Engineering - "und überall, wo kognitive Prozesse im Mittelpunkt stehen." (sk)

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