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Niederschlagssummen in l/m2 für den Zeitraum 19.-24. August 2005. Die Abb. wurde aus 6-stündigen Echtzeitanalysen des Instituts für Meteorologie und Geophysik summiert. Die Analyse mit in Echtzeit vorhandenen Daten zeigt sehr klar die Regionen mit Extremwerten.


Deutlich ist der schmale Streifen mit exzessiven Niederschlagsmengen (nahe 150 l/m2 ) vom Schweizer Alpennordrand bis ins Unterinntal.


Das Niederschlags-maximum, das anfänglich in der Steiermark für Über-schwemmungen gesorgt hat, ist vergleichsweise klein und mit niedrigeren Werten versehen. Zu beachten ist, dass in den meisten Gebieten der Großteil des angezeigten Niederschlags in weniger als einem Tag konzentriert auftrat.


Statement zu den Hochwassereignissen von Reinhold Steinacker (pdf)

Institut für Meteorologie und Geophysik, Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
 
Jüngste Hochwasserereignisse kein Signal für Klimaänderung
Wissenschaft
Redaktion am 25. August 2005

"Das jüngste Hochwasser ist das Ergebnis des Klimawandels" ? solche und ähnliche Behauptungen will Reinhold Steinacker vom Institut für Meteorologie und Geophysik nicht unkommentiert stehen lassen. Auch wenn der Experte einen Zusammenhang sieht, so ist für ihn klar, dass ein einzelnes Ereignis keinesfalls als ein Signal für eine Zunahme von Hochwasser-Katastrophen im Zuge der Klimaänderung interpretiert werden darf.

Damit es in der warmen, feuchten Atmosphäre zu Niederschlägen kommt, bedarf es eines Zusammentreffens mit kalten Luftschichten. Im aktuellen Fall war es eine Ausbuchtung ? ein so genannter Trog ? von polarer Luft, die sich bis ins Mittelmeergebiet erstreckte. Das Besondere war, dass der Trog sich von der polaren Front selbstständig machte: Er "tropfte ab". Damit verlor der Wirbel sozusagen den Kontakt zur Kälte. Das Ergebnis: Die Niederschläge fielen auch in großen, alpinen Höhen als Regen, was die Hochwassersituation zusätzlich verschärfte. "Abtropfvorgänge" treten gehäuft auf Generell beobachteten Meteorologen in den vergangenen Jahrzehnten gehäuft solche Abtropfvorgänge von Kaltlufttrögen, mit entsprechenden Folgen: So gab es im Zeitraum 1946 bis 1975 nur zwei solcher "Killer-Systeme". Von 1976 bis 2005 gab es fünf, darunter das Hochwasser 2002 und das heurige. Überschwemmungen als Beweis für Klimawandel? Die heftigen Regenfälle mit Überschwemmungen als Beweis für den Klimawandel anzusehen, ist für Institutsvorstand o. Prof. Dr. Reinhold Steinacker unnötig. "Die Klimaänderung, die durch die Zunahme des Kohlendioxid-Gehalts und anderer Spurenstoffe der Atmosphäre nachweislich stattfindet, ist ebenso wie die Zunahme des mittleren globalen und noch stärker des Europäischen Temperaturniveaus längst manifest", so der Wissenschafter. Hochwasserereignisse in Zukunft öfter ? Die Behauptung, dass durch die Klimaerwärmung laut Modellen auch die Anzahl der Hochwasserereignisse steigen wird, ist dagegen nach Ansicht des Forschers nicht haltbar. Allein der durch die steigenden Temperaturen bedingte höhere Wassergehalt in der Atmosphäre sei noch kein Anlass für Niederschläge. "Sonst müsste es ja im Sommer am Mittelmeer permanent stark regnen", argumentiert der Meteorologe. ? oder seltener? "Die großflächigen alpinen Hochwasserereignisse sollten im Sommer insgesamt eher seltener werden, jedoch dürfte ihre Intensität zunehmen und auch Gebiete treffen, in denen bisher exzessive Niederschlagsmengen kaum beobachtet wurden", meint Reinhold Steinacker. Und auch eine gute Nachricht hat der Wissenschafter: "Die Qualität der Prognosen von Hochwasserereignissen hat nun ein so hohes Niveau erreicht, dass rechtzeitig Schutzmaßnahmen getroffen und durch gezielte Information zumindest der Verlust von Menschenleben verhindert werden können bzw. könnten." (red)   Lesen Sie hier (pdf) Reinhold Steinackers Statement im Original.   Tipp: Aktuelle Analysen frei verfügbar im Internet unter: http://www.univie.ac.at/IMG-Wien/vera/analysen/aktulysen.html

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