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Der Mathematiker Karl Sigmund erhält den Preis der Stadt Wien 2010 in der Kategorie "Natur- und Technische Wissenschaften".


Preise der Stadt Wien - (MA 7) PreisträgerInnen Institut für Mathematik der Fakultät für Mathematik Website von Karl Sigmund
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Artikel "Gauß am Werk"  
Karl Sigmund erhält den Preis der Stadt Wien 2010
Auszeichnungen
Redaktion am 26. Juli 2010

Die PreisträgerInnen der Stadt Wien für das Jahr 2010 stehen fest: Insgesamt 12 herausragenden VertreterInnen aus den Bereichen Wissenschaft, Volksbildung, Musik, Literatur, Publizistik, Bildende Kunst und Architektur wird das Preisgeld - jeweils 8.000 Euro - im Herbst von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny überreicht. Karl Sigmund, Professor am Institut für Mathematik, wurde in der Kategorie "Natur- und Technische Wissenschaften" ausgezeichnet.

Die Preise der Stadt Wien werden alljährlich an BewerberInnen vergeben, deren Lebenswerk "die Bedeutung Wiens und Österreichs als Pflegestätten der Kunst, Wissenschaft und Volksbildung hervorhebt". Über die Auszeichnung entscheidet der Bürgermeister der Stadt Wien aufgrund der Vorschläge einer unabhängigen Fachjury. Heuer haben insgesamt zwölf Einreichungen den Zuschlag erhalten, eine davon stammt von einem Vertreter der Universität Wien:

Karl Sigmund

Den Preis im Bereich "Natur- und Technische Wissenschaften" erhielt Karl Sigmund für seine spieltheoretischen Arbeiten zur Evolution der Kooperation. Der Professor am Institut für Mathematik ist wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und beschäftigte sich schwerpunktmäßig zunächst mit dynamischen Systemen und Ergodentheorie, später mit mathematischer Ökologie, chemischer Kinetik sowie Populationsgenetik. Schließlich wandte er sich dem Gebiet der evolutionären Spieltheorie und Replikator-Gleichungen zu. In diesem Zusammenhang untersuchte er die Evolution von Kooperation in biologischen und menschlichen Populationen.

Seit einigen Jahren setzt sich Karl Sigmund intensiv mit der Geschichte der Mathematik auseinander. Er interessiert sich insbesondere für den Wiener Kreis und ist Mitherausgeber der mathematischen Arbeiten von Hans Hahn und Karl Menger. 2001 widmete er sich als Ausstellungsleiter der Emigration österreichischer Mathematiker vor dem Anschluss. Von 2003 bis 2005 war Sigmund Vizepräsident des Wissenschaftsfonds FWF.

"Ich freue mich sehr über den Preis und habe natürlich sofort nachgeschaut, wer ihn vor mir bekommen hat. Es gab nur zwei Mathematiker auf der Liste: Edmund Hlawka und Leopold Schmetterer, zwei meiner Universitätslehrer, die ich sehr geschätzt und bewundert habe. Das hat mich wirklich berührt", so Karl Sigmund über den Preis der Stadt Wien. "Gleichzeitig ist mir klar geworden, wie alt ich schon bin: Der dienstälteste Professor an der Universität Wien - einer, der noch in die ehrwürdige philosophische Fakultät berufen wurde. Ein akademischer Dinosaurier sozusagen", lacht der Mathematiker.

Weitere Preise und Preisverleihung

Weitere elf Preise wurden in den Bereichen Architektur (Carl Pruscha), Bildende Kunst (Herwig Kempinger, Marko Lulic, Mara Mattuschka, Walter Schmögner), Publizistik (Michael Schrott), Literatur (Ferdinand Schmatz), Musik (Michael Jarrell), Volksbildung (Viktor Billek), Medizinische Wissenschaften (Herbert Budka) und Geistes- und Sozialwissenschaften (Alfred Springer) vergeben. Die mit jeweils 8.000 Euro dotierten Auszeichnungen werden im Herbst 2010 im Rahmen eines Galaabends feierlich durch Andreas Mailath-Pokorny, Kulturstadtrat der Stadt Wien, überreicht. (dh)

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