![]() Der Klimaforscher Leopold Haimberger will die Fehler in den Wetterballonmessungen der letzten fünfzig Jahre korrigieren. ![]() Die Diskrepanz zwischen den Trendprofilen der Klimamodelle und den unkorrigierten Radiosondenbeobachtungen in der Troposphäre wurde von Skeptikern des Klimawandels immer wieder kritisiert. In der Stratosphäre wird die Abkühlung in den Radiosondendaten trotz Korrektur möglicherweise nach wie vor überschätzt. Diese Unsicherheit zu klären ist eines der Ziele im FWF-Projekt. Vergleich von Temperaturanomalien bestimmt aus Radiosonden oder aus Mikrowellensensoren auf polarumlaufenden Satelliten an einer Station im tropischen Pazifik in ca. 15 km Höhe. ![]() Temperaturtrends aus unkorrigierten (oben) und korrigierten (unten) Zeitreihen von Radiosondenstationen in 20 km Höhe für die Periode 1979-2006. Man beachte die stärkere Blaufärbung der unkorrigierten Daten in den Tropen sowie die stärkere räumliche Heterogenität. ![]() Durch die Korrektur wird die Abkühlung in der unteren Stratosphäre schwächer und die Trends einheitlicher, was für bessere Datenkonsistenz spricht. ![]() Vertikalprofile von Temperaturtrends im Mittel über die Tropen in der Periode 1979-1999. RAOBCORE Institut für Meteorologie und Geophysik der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie Leopold Haimberger |
Klimaforschung: Das Wetter vor fünfzig Jahren ... |
| Forschungsprojekte |
| Bernadette Ralser (Redaktion) am 2. November 2009 |
Dass sich unser Klima wandelt, ist unter WissenschafterInnen keineswegs unbestritten. GegnerInnen der Treibhauseffekt-Theorie argumentieren häufig mit Diskrepanzen zwischen den Klimamodellen und den tatsächlichen Daten aus den Messungen der Radiosonden (Wetterballons). Hier liegt die Ursache aber nicht in den Modellen, sondern in den Daten, so Klimaforscher Leopold Haimberger. In seinem aktuellen Projekt will der Meteorologe die Fehler in den Radiosondenzeitreihen der letzten fünfzig Jahre korrigieren - und so der Kritik an der Klimawandel-These die Grundlage entziehen. |
In den Tropen wird es immer wärmer: In den letzten zehn Jahren sind dort die Bodentemperaturen um etwa 0,2 Grad Celsius gestiegen. Das entspricht einer Erwärmung von ungefähr zwei Grad pro Jahrhundert. Gängigen Klimasimulationen zufolge müsste der Temperaturanstieg in den höheren Atmosphärenschichten (acht bis zehn Kilometer Meereshöhe) das Doppelte bis Dreifache betragen. Tut er aber nicht - jedenfalls nicht auf den ersten Blick: Schaut man sich nämlich die Daten aus den Wetterballonmessungen der letzten 50 Jahre (sogenannte Radiosondenzeitreihen) an, scheint die Luft da oben im Gegenteil sogar merklich kühler geworden zu sein. Sind die Klimamodelle falsch? "Nein", sagt Leopold Haimberger vom Institut für Meteorologie und Geophysik: "Die Radiosonden haben falsche Messwerte geliefert." |





