Die Katholisch-Theologische Fakultät veranstaltet gemeinsam mit der Fakultät für Lebenswissenschaften von Dienstag, 23. Februar bis Freitag, 26. Februar 2010 das internationale Symposium "Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube - eine Herausforderung für Biologie, Theologie und Philosophie sowie für den interdisziplinären Diskurs". Im Rahmen des viertägigen Kongresses ziehen renommierte WissenschafterInnen aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Österreich zum Abschluss des Darwin-Jahres, Anfang 2010, Bilanz. |
Im Jahr 2009 jährte sich Charles Darwins Geburtstag zum 200. Mal, und sein Hauptwerk "Die Entstehung der Arten" erschien 150 Jahre davor. Darin führte Darwin seine aus heutiger Sicht als revolutionär geltenden Überlegungen aus, dass alles Leben auf der Erde einen gemeinsamen Ursprung hat, dass Organismen auch einer Art einander nicht völlig gleichen und dass sich - je nach Umweltbedingungen - die am besten angepassten Individuen im "Kampf ums Dasein" durchsetzen.
Die bis heute weitgehend anerkannte Theorie, die Darwin 1859 unter dem Titel "On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle of Life" verfasste, legte den Grundstein für die sogenannte Synthetische Evolutionstheorie. Diese bezieht etwa die erst später gewonnenen Erkenntnisse der Genetik und Populationsbiologie mit ein.
Neue Perspektiven nach dem Darwin-Jahr
Bis heute sind Diskussionen über Evolution von höchster Aktualität. Sie gehen über die Biologie hinaus und betreffen auch andere Wissenschaften wie Philosophie und Theologie. Aber gibt es einen notwendigen Konflikt zwischen Evolutionsbiologie und der theologischen Rede von der Schöpfung? Oder kann man das menschliche Leben als Produkt einer Entwicklung und als geschaffen verstehen? Diese und ähnliche Fragen diskutieren internationale WissenschafterInnen im Rahmen des viertägigen Symposiums "Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube" vom 23. Februar bis 26. Februar an der Universität Wien.
Unter den teilnehmenden Biologen sprechen u.a. Gerd Müller (Universität Wien) und Michael Ruse (Florida State University). Sie treten in Diskussion mit Philosophen, darunter Vittorio Hösle (University of Notre Dame, Indiana) oder William Carroll (Blackfriars, University of Oxford), und insgesamt sechs Theologen, u.a. Ronald Cole-Turner (Pittsburgh Theological Seminary), Erwin Dirscherl (Universität Regensburg) und Ulrich Körtner (Universität Wien). (red)
Kongress "Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube" Dienstag, 23. Februar bis Freitag, 26. Februar 2010 Universität Wien, Juridicum, Dachgeschoß Informationen und Anmeldung Detailliertes Programm (PDF)
Öffentlicher Vortrag von Vittorio Hösle: "Über die Unumgänglichkeit teleologischer Prinzipien. Natürliche Theologie nach Darwin" Mittwoch 24. Februar 2010 um 19 Uhr Raiffeisenhaus, Raiffeisen Forum F.W. Raiffeisenplatz 1, 1020 Wien Eintritt frei |