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"Konrad Lorenz und der Nationalsozialismus - verstrickte Wissenschaft" |
| Wissenschaft |
| Redaktion am 8. Januar 2002 |
Am Donnerstag, den 10. Jänner 2002, findet am Campus der Universität Wien anlässlich des im Herbst erschienenen Buches "Die andere Seite des Spiegels" eine Podiumsdiskussion zur NS-Vergangenheit von Konrad Lorenz statt. |
Die Position des Arztes, Psychologen und Mitbegründers der Verhaltensforschung Konrad Lorenz zum Nationalsozialismus wurde schon in den 1970er Jahren diskutiert. Als Lorenz 1973 gemeinsam mit Karl von Frisch und Nikolaas Tinbergen den Nobelpreis für Medizin und Psychologie erhielt, wurden Stimmen in der Öffentlichkeit laut, die das Verhältnis von Lorenz zu den NationalsozialistInnen und ihrer Ideologie heftig kritisierten. Lorenz wurde anhand von Schriften aus der Nazizeit vorgeworfen, er hätte den NationalsozialistInnen willkommene Begründungen für ihr Menschenbild und letztlich für den Holocaust geliefert. Zur Bedeutung der wissenschaftlichen Arbeiten von Konrad Lorenz für die nationalsozialistische Ideologie und den daraus resultierenden Folgen findet am Donnerstag, den 10. Jänner 2002, ab 18:30 Uhr, eine Podiumsdiskussion in der Aula auf dem Universitätscampus Wien, 1090 Spitalgasse 2-4, statt. Es diskutieren Mitchell Ash, Institut für Geschichte, John Dittami, Institut für Zoologie, Karl Grammer, Direktor des Ludwig Boltzmann-Institutes für Stadtethologie, und Michael Hubenstorf, Institut für Geschichte der Medizin. Eröffnet wird die vom Czernin Verlag und der Universität Wien veranstaltete Diskussion vom Rektor der Universität Wien, Georg Winckler, moderiert wird sie vom Journalisten und Historiker Peter Huemer. Anlass dieser Podiumsdiskussion ist das im Czernin Verlag erschienene und im Oktober bei der Frankfurter Buchmesse präsentierte Buch "Die andere Seite des Spiegels. Konrad Lorenz und der Nationalsozialismus". Die Autoren, Benedikt Föger und Klaus Taschwer, beide Wissenschafter und Journalisten, zeigen anhand zahlreicher Dokumente den wissenschaftlichen Werdegang von Konrad Lorenz. Bisher unveröffentlichte Briefmaterialien, unter anderem die Korrespondenz zwischen Lorenz und dem deutschen Ornithologen (Vogelkundler) Erwin Streseman, eröffnen in dieser biographischen Studie neue Betrachtungsweisen auf das Leben und Wirken des berühmten Verhaltensforschers Konrad Lorenz. Sowohl Föger als auch Taschwer werden bei der Diskussionsveranstaltung am 10. Jänner anwesend sein. dieUniversitaet.at wird berichten. |
