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Unter Leitung von Reinhold Steinacker (Institut für Meteorologie und Geophysik) wurde das Analyseverfahren VERA - Vienna Enhanced Resolution Analysis - entwickelt.


VERA liefert ein Mal pro Stunde flächendeckend den aktuellen Zustand der Atmosphäre.


Institut für Meteorologie und Geophysikder Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie Vienna Enhanced Resolution Analysis Austro Control    
Kooperation zur Entwicklung neuer meteorologischer Analyseverfahren
Wissenschaft
Redaktion am  9. Januar 2007

Am Dienstag, 16. Januar 2007 wird das neue "Center of Excellence für Meteorologische Analyse und Nowcasting" (COE-MAN) präsentiert, eine Forschungskooperation zwischen dem Institut für Meteorologie und Geophysik, dem Austro Control Flugwetterdienst und der Firma Sun Microsystems. Die drei Partner haben sich zum Ziel gesetzt, die Kürzestfristvorhersage, das so genannte Nowcasting, für die Luftfahrt entscheidend zu verbessern und gemeinsam ein international konkurrenzfähiges Produkt auf den Markt zu bringen.

Gewitter in Innsbruck, Schnee in Salzburg, Regen in Wien, Nebel in Klagenfurt, Sturm in Graz - eine halbe Stunde später kann überall die Sonne scheinen; meteorologische Beobachtungsdaten verlieren sehr rasch an Aktualität. Den größten Nutzen bringen sie, wenn sie möglichst ohne Zeitverzögerung für die Diagnose und kurzfristige Prognose des Wetters zur Verfügung stehen. Rohdaten allein sind allerdings von beschränktem Wert, da sie unvollständig, d.h. nicht flächendeckend und kontinuierlich vorhanden und zudem oft fehlerbehaftet oder nicht repräsentativ sind.
Die notwendigen Erfordernisse der Zukunft umschreibt Reinhold Steinacker, Professor am Institut für Meteorologie und Geophysik, folgendermaßen: "Ein System, das diese Mängel behebt, muss Datenlücken sinnvoll auffüllen können, robust gegenüber Fehlern sein und die benötigte Information sofort verfügbar machen." In den meisten Wetterdiensten werden dazu Prognosemodelle als Hintergrundinformation verwendet.

Kürzestfristvorhersage mit VERA

Am Institut für Meteorologie und Geophysik wird seit mehreren Jahren ein anderer Weg verfolgt. Durch die Einbeziehung von Vorwissen über die Beeinflussung der Atmosphäre durch Gebirge und verschiedenen Untergrund können hochwertige meteorologische Analysen auch ohne die Notwendigkeit eines aufwändigen Prognosemodells erstellt werden.
Dieses automatische System "Vienna Enhanced Resolution Analysis" (VERA), welches die Beobachtungsdaten mittels künstlicher Intelligenz veredelt, liefert qualitätskontrollierte Analysen mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung in Echtzeit. Damit haben MeteorologInnen der Wetterdienste nicht nur ein Hilfsmittel für die realistische Darstellung des Ist-Zustandes des Wetters in der Hand, sondern auch ein Werkzeug für die Kürzestfristvorhersage (Nowcasting) und die Modellüberprüfung (Validierung) in Echtzeit.
 
Die Modellüberprüfung, die so genannte Validierung, stellt heute weltweit ein überaus aktuelles Forschungsgebiet dar. Da jedes auch noch so raffinierte Modell nur ein unvollständiges Abbild der Realität widerspiegelt, gelingt es durch die Validierung mittels VERA zum frühest möglichen Zeitpunkt festzustellen, ob und wie ein Modell von der Realität abweicht. Durch die Verfügbarkeit von zahlreichen Prognosemodellen der verschiedenen Wetterdienste kann das jeweils am besten funktionierende objektiv herausgefiltert werden.
 
Meteorologische Forschung direkt in der Praxis getestet

Die wichtigste Aufgabe der Austro Control Meteorologen besteht darin, die Luftfahrt rechtzeitig vor auftretenden Gefahren wie Gewitter, Turbulenz- oder Vereisungszonen zu warnen und somit einen sicheren Ablauf des Flugverkehrs zu garantieren. Der Austro Control Flugwetterdienst stellt daher höchste Ansprüche an die Qualität von meteorologischen Prognosen für die Luftfahrt und verwendet deshalb für die Bodenanalysen bereits testweise VERA-Produkte.

Höchste Qualität muss auch das eingesetzte Computersystem gewährleisten. Sun Microsystems stellt mit seinen Servern und Workstations ein technisch hoch entwickeltes, verlässliches System zur Verfügung, das höchste Ausfallsicherheit und effektives Processing garantiert.
 
Für diese vorbildhafte Kooperation haben die drei Partner das "Center of Excellence für Meteorologische Analyse und Nowcasting" (COE-MAN) gegründet, mit dem Ziel, in den kommenden drei Jahren ein marktfähiges Software-Paket zu entwickeln. (vs)


Eröffnung des Center of Excellence für Meteorologische Analyse und Nowcasting" (COE-MAN)
16. Jänner 2007, 18 Uhr
Aula am Universitätscampus, Hof 1
A-1090 Wien, Spitalgasse 2
Programm (PDF)

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