Ausgehend von Jelineks Wirtschaftskomödie "Die Kontrakte des Kaufmanns" veranstaltet das Elfriede Jelinek-Forschungszentrum der Universität Wien am 19. und 20. November 2010 die Tagung "Kunst und Kapitalismus". Sie wartet mit hochkarätigen VertreterInnen aus Universität, Wirtschaft, Literatur, Theater und bildender Kunst auf, darunter Konrad Paul Liessmann und Peter Rosei. Schriftstellerin Kathrin Röggla liest einen neuen, eigens zu den "Kontrakten des Kaufmanns" verfassten Text. |
Befassen sich KünstlerInnen mit der aktuellen Wirtschaftskrise? In welchen Formen wird Kritik geübt? Was kann sie bewirken und wie reagiert die Wirtschaft darauf? Diese Aspekte diskutieren hochkarätige TeilnehmerInnen bei der Tagung des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums der Universität Wien in Kooperation mit der WU Wien, der Kunsthalle Wien und dem ORF RadioKulturhaus.
Ausgangspunkt ist Jelineks Wirtschaftskomödie "Die Kontrakte des Kaufmanns", in der sich die Autorin bereits vor Beginn der Wirtschaftskrise kritisch mit Wirtschaftsmechanismen auseinandergesetzt hat. Jelinek nimmt dabei auf die Skandale um BAWAG und Meinl Bezug, ohne die Vernetzung mit der globalisierten Finanzwelt außer Acht zu lassen. Naivität und Gewinnsucht der "Kleinanleger" werden ebenso entlarvt wie Skrupellosigkeit und Gier von Spekulanten und Finanzinstituten.
Programm der Tagung
Am Freitag, 19. November 2010, stehen die Kulturgeschichte des Geldes und das Spannungsverhältnis von Kunst und Finanzwelt im Mittelpunkt, u.a. mit einem Vortrag von Thomas Macho, Humboldt Universität Berlin, zum Thema "Vom Bild zur Schrift und Zahl: Zur Kulturgeschichte des Geldes. Unter der Moderation von Norbert Mayer, Die Presse, diskutiert Konrad Paul Liessmann vom Insitut für Philosophie gemeinsam mit Gerald Matt, Kunsthalle Wien, Rudolf Scholten von der Österreichischen Kontrollbank sowie Jose Vogl von der Humboldt Universität Berlin über "Kunst und Finanzwelt - Ein Widerspruch?"
Am Samstag, 20. November 2010, widmen sich die TeilnehmerInnen der Wirtschaftskrise und möglichen Auswegen; weiters diskutiert werden Jelineks Text und das Verhältnis von bildender Kunst zur Finanzwelt, etwa im Rahmen des Vortrags "Die Finanzkunst in der Krise" von Wilfred Stadtler, Wirtschaftsuniversität Wien, der Lesung "von alarmbereiten und krisengespestern" der Schriftstellerin Kathrin Röggla sowie der Diskussion "Nach der Krise ist vor der Krise? Oder: Alternativen zum Wirtschaftssystem", an der Josef Christl und Sigrid Stagl von der Wirtschaftsuniversität Wien, der Schriftsteller Peter Rosei sowie Brigitte Young von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster teilnehmen werden. Moderiert wird von Gerald Groß, ORF.
Über das Elfriede Jelinek-Forschungszentrum
Das 2004 gegründete Elfriede Jelinek-Forschungszentrum am Institut für Germanistik ist eine international vernetzte Forschungs- und Informationsstelle zu Elfriede Jelinek und ihrem Werk. Es baut ein umfassendes Archiv sowie eine Informations- und Kommunikationsplattform auf, erarbeitet Forschungsprojekte und bietet Serviceleistungen für WissenschafterInnen, Studierende, SchülerInnen, ÜbersetzerInnen, KünstlerInnen und Kulturinstitutionen an. (ad)
Tagung: Kunst und Kapitalismus Freitag, 19. November 2010, 18 Uhr ORF KulturCafe Argentinierstraße 30a, 1040 Wien
Samstag, 20. November 2010, ab 10 Uhr Kunsthalle Wien, project space karlsplatz Treilstraße 2, 1040 Wien
Nähere Informationen und Programm Der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei.
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