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Schwertwale leben in freier Natur in engen und sehr stabilen Familiengruppen ...


... und verfügen über völlig unterschiedliche Lautrepertoires.


Department für Verhaltensbiologiean der Fakultät für Lebenswissenschaften Marine Mammal Science

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Redaktion am 13. Dezember 2010

Die als Showtiere in Freizeitparks und durch den Film "Free Willy" bekannten Schwertwale leben in freier Natur in engen und sehr stabilen Familiengruppen. Diese verfügen über völlig unterschiedliche Lautrepertoires - ähnlich Fremdsprachen bei Menschen. Ein Forschungsteam um Friedrich Ladich vom Department für Verhaltensbiologie untersuchte das Rufverhalten von Schwertwalen in unterschiedlichen sozialen Situationen. Die Ergebnisse sind im Journal "Marine Mammal Science" online erschienen.

Während zahlreiche Vogelarten die Rufe ihrer Artgenossen imitieren, sind Imitationen von Rufen bei Säugetieren bislang nur selten beschrieben. Eine Ausnahme bildet der Große Tümmler, jene Delfinart, die durch die TV-Serie "Flipper" bekannt wurde und als Expertin für Rufimitationen gilt. Auch der Große Schwertwal (Orcinus orca) zählt zur Familie der Delfine - und hat mit seinem Lautverhalten das Interesse des Forschungsteams um Friedrich Ladich geweckt.

Verschiedenartige Lautrepertoires

"Schwertwale leben in engen und sehr stabilen Familiengruppen. Sie sind akustisch überaus interessant, da sich Familien durch unterschiedliche Dialekte auszeichnen", erklärt der Verhaltensbiologe. Die Dialekte nah verwandter Familiengruppen sind einander besonders ähnlich, während unverwandte Familien voneinander völlig verschiedenartige Lautrepertoires besitzen - vergleichbar mit unterschiedlichen Sprachen.

Laute als Rufimitationen


Im Rahmen ihrer Studie eruierten die ForscherInnen in Zusammenarbeit mit kanadischen KollegInnen wiederholt Laute, die nicht aus dem Dialekt der beobachteten Familie stammten, sondern denen von unverwandten, nicht anwesenden Familien ähnelten. "Die Ergebnisse deuten stark darauf hin, dass es sich bei diesen Rufen tatsächlich um Imitationen handelt", sagt Projektmitarbeiterin Brigitte Weiß, deren Dissertation auf den Forschungsergebnissen beruht.

Aufnahme mit Unterwassermikrofonen

Im Rahmen der Studie wurden Schwertwalfamilien in der kanadischen Johnstone Strait, einer Meerenge nahe Vancouver Island, mit einem Netzwerk an Unterwassermikrofonen aufgenommen (siehe Tonbeispiel). Die von den Familien verwendeten Ruftypen wurden bestimmt und mit dem bekannten Lautrepertoire verglichen. Die Ergebnisse zeigten nicht nur, dass Schwertwal-Familien tatsächlich die Rufe unverwandter Familien nachahmen. Auch können diese Nachahmungen von nur oberflächlichen Ähnlichkeiten bis hin zu sehr exakten Kopien der jeweiligen Rufe reichen.

Motivation der Wale als offene Frage

Offen ist noch, warum Schwertwale Artgenossen imitieren. "Die Nachahmungen könnten als 'Name' für die betreffenden Familien verwendet werden; möglich wäre aber auch, dass sie ohne bestimmte Intention produziert werden", so Ladich. Um diese Frage zu beantworten, müssten die ForscherInnen die Rufe einzelnen Walen zuordnen - was derzeit technisch kaum machbar ist, insbesondere wenn viele Wale eng beisammen schwimmen. (ad)


Das Paper "Call sharing across vocal clans of killer whales: Evidence for vocal imitation?" (PDF) (AutorInnen: Brigitte Weiß, Helena Symonds, Paul Spong und Friedrich Ladich) erschien online am 15. Juli 2010 im Fachjournal "Marine Mammal Science".

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