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Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Abteilung Finno-Ugristik am Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft Informationen zur Veranstaltung EU-Projekt ELDIA "European Linguistic Diversity for All" EU-Projekt DYLAN "Language dynamics and management of diversity" EU-Projekt LINEE "Languages in a Network of European Excellence"
Lesen Sie auch: Artikel "Vergessene Sprachen im Fokus" Artikel "Die Rolle von Englisch in einem multilingualen Europa Artikel "Do you speak English?" (Forschungsnewsletter April 2007)
Mehrsprachiges Europa
Veranstaltungen
Petra Schiefer (Redaktion) am 27. September 2010

Im Laufe vieler Jahrtausende hat sich in Europa ein Sprachenmosaik entwickelt, das zurzeit aufgrund von Globalisierung und internationaler Mobilität einem tiefgehenden Wandel ausgesetzt ist. Wie die Forschung auf die Veränderung der Sprachenlandschaft und des sprachlichen Verhaltens reagiert, ist einer der Schwerpunkte der Diskussionsveranstaltung "Neue Blickwinkel auf die europäische Mehrsprachigkeit?", die am Donnerstag, 30. September 2010, am Campus der Universität Wien stattfindet. Die Veranstaltung ist Teil des interdisziplinären EU-Projekts ELDIA.

Unter europäischer Vielfalt verstehen wir unter anderem die Vielzahl unterschiedlicher Sprachen in Europa. In der Europäischen Union gelten derzeit 23 davon als Amtssprachen. Zusätzlich gibt es in der EU mehr als 60 Gemeinschaften, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen. Der Wandel, dem diese europäische Sprachenlandschaft zurzeit ausgesetzt ist, stellt das zentrale Thema der Podiumsdiskussion "Neue Blickwinkel auf die europäische Mehrsprachigkeit?" dar, die im Rahmen des EU-Projekts ELDIA (European Language Diversity for All) stattfindet. Am Donnerstag, 30. September 2010, werden VertreterInnen der thematisch verwandten EU-Forschungsprojekte DYLAN und LINEE sowie weitere ExpertInnen zum Thema Mehrsprachigkeit diskutieren.

Sprachlicher Wandel

Der Wandel der europäischen Sprachenlandschaft ist mit einem Paradoxon verbunden: Auf der einen Seite werden Globalisierung und internationale Mobilität als "positive Herausforderungen" und das Lernen von Fremdsprachen als eine - für die Gesellschaft und den/die einzelne/n StaatsbürgerIn - notwendige Investition gedeutet. Parallel dazu werden jedoch andere Formen der Mehrsprachigkeit - von MigrantInnen oder autochthonen Minderheiten - mit dem soziopolitischen und kulturellen "Anderssein" assoziiert und als ein zu lösendes "Problem" gedeutet.

Wie reagiert die Forschung auf den Wandel der Sprachenlandschaft und des sprachlichen Verhaltens? Was können ForscherInnen dazu beitragen, und wie können sie die interessierten Zielgruppen erreichen? Was ist die Rolle der Universität Wien als führende Forschungs- und Bildungsinstitution? Welche Kooperationsmöglichkeiten zwischen bestehenden Institutionen gibt es? Sechs WissenschafterInnen werden diese Fragen im Rahmen der Veranstaltung am Podium erörtern.

"Die Diskussionsveranstaltung soll das Projekt ELDIA - sowie die thematisch verwandten Projekte - der interessierten Öffentlichkeit näherbringen sowie neue Kooperationen zwischen Institutionen, Organisationen und ForscherInnen, die sich mit verschiedenen Aspekten der Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt beschäftigen, ermöglichen", sagt Johanna Laakso vom Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft.

European Linguistic Diversity for All

Seit März 2010 arbeiten acht europäische Universitäten aus sechs verschiedenen Ländern an dem EU-Projekt ELDIA (European Language Diversity for All). Unter der Leitung von Johanna Laasko ist auch die Abteilung Finno-Ugristik an dem Projekt beteiligt. Dabei soll ein "Vitalitätsbarometer" für die Sprachen Europas entwickelt werden, das anzeigt, welche Sprachen akut vom Aussterben bedroht sind.

Auf diese Weise können sowohl EntscheidungsträgerInnen als auch SprecherInnen und andere Beteiligte die Lage der Sprache besser bewerten und die Sprache unterstützen. "Die meisten europäischen Sprachen sind bis heute kaum außerhalb der sprachspezifischen, nationalen oder regionalen Kontexte erforscht worden", so Laakso über einen der Beweggründe, der zum Projekt ELDIA führte. Im Laufe der drei Projektjahre werden 14 finno-ugrische SprecherInnengemeinschaften untersucht. (ps)

Podiumsdiskussion: "Neue Blickwinkel auf die europäische Mehrsprachigkeit?"
Donnerstag, 30. September 2010, ab 16 Uhr
Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft, Abteilung Finno-Ugristik
Campus der Universität Wien, Hof 7
Spitalgasse 2-4, 1090 Wien
Weitere Informationen

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