![]() Der Evolutionsbiologe Ulrich Technau (Mitte) und seine MitarbeiterInnen Johanna Kraus und Patrick Steinmetz untersuchen die Muskelentwicklung bei Nesseltieren. ![]() Die Muskelzellen in den Tentakeln der transgenen Seeanemone werden durch ein fluoreszentes Protein im lebenden Organismus sichtbar gemacht. Department für Molekulare Evolution und Entwicklung der Fakultät für Lebenswissenschaften Centre for Organismal Systems Biology der Fakultät für Lebenswissenschaften Ulrich Technau über das Darwin-Jahr 2009: Der Evolutionsbiologe Ulrich Technau sieht im Darwin-Jahr die Chance, fundiertes Wissen über Darwin und seine Theorien zu verbreiten. Vor allem der aus den USA kommende Kreationismus und das "Intelligent Design" geht an allen wissenschaftlichen Erkenntnissen vorbei. "In dieser Hinsicht befinden sich die USA zum Teil im tiefsten Mittelalter", meint der Forscher, für den Darwins Theorien immer noch einen sehr großen Stellenwert haben: "Sie sind die Grundlagen, mit denen wir uns immer wieder kritisch auseinandersetzen müssen. Wir haben heute die Möglichkeit, Darwins Theorien weiterzuentwickeln, aber auch alte und vereinfachte Vorstellungen ad acta zu legen. In der Evolution gibt es Anpassung - das steht bereits außer Frage. Vielmehr setzt sich die moderne Evolutionsbiologie mit der Frage auseinander, inwieweit Drift oder Selektion dominiert. Anhand neuer Methoden und Technologien können wir heute Darwins Theorien um neue Bausteine erweitern und verfeinern." |
Muskulöse Nesseltiere |
| Darwin-Jahr 2009, Forschungsprojekte |
| Petra Schiefer (Redaktion) am 31. März 2009 |
Haben Nesseltiere wie Seeanemonen, Korallen oder Quallen Muskeln? Wer einmal eine Seeanemone in den Händen gehalten hat, weiß, dass sich diese Tiere zusammenziehen können - also zumindest eine muskelähnliche Struktur aufweisen. Im FWF-Projekt "Muskelentwicklung in Cnidaria" untersucht der Evolutionsbiologe Ulrich Technau, wann sich Muskeln in der tierischen Evolution entwickelt haben und woraus sie aufgebaut wurden. Nesseltiere eignen sich dafür besonders gut: Sie sind vor 600 Millionen Jahren entstanden und äußerst interessant für die Evolutionsforschung. |
Nesseltiere (Cnidaria) waren die ersten Lebewesen in der Geschichte der Evolution, die Muskeln entwickelt haben. Aber sie besitzen kein "Mesoderm" - das Keimblatt, aus dem normalerweise die Muskulatur hervorgeht. Deshalb stellt sich für den Evolutionsbiologen Univ.-Prof. Dipl.-Biol. Dr. Ulrich Technau die Frage, ob die Muskeln der Nesseltiere überhaupt etwas mit menschlichen Muskeln gemeinsam haben: "Wenn das Mesoderm nicht vorhanden ist, wer sagt dann den Zellen, dass sie Muskeln ausbilden sollen?" Um diese Frage zu beantworten, haben Technau und sein zweiköpfiges Team - Dipl.-Biol. Johanna Kraus und Dipl.-Biol. Dr. Patrick Steinmetz - im Rahmen des FWF- Projekts "Muskelentwicklung in Cnidaria" zunächst den genetischen Bauplan der Tiere untersucht. |


