Heute Vormittag überreichte Bundespräsident Heinz Fischer im Rahmen einer feierlichen Sitzung den neuen ÖAW-Mitgliedern, die am 28. April 2006 gewählt wurden, ihre Dekrete. Mit der Wahl stieg die Anzahl an Frauen, die wirkliche Mitglieder in der Akademie der Wissenschaften sind, auf acht. Neu darunter: die Ökologin Marianne Popp von der Universität Wien. |
31 neue Mitglieder hat die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW): ein Ehrenmitglied, sieben wirkliche Mitglieder, acht korrespondierende Mitglieder im Inland und 15 korrespondierende im Ausland. Unter den sieben wirklichen Mitgliedern wurden von der Universität Wien der Geochemiker Christian Köberl und die Biologin Marianne Popp (beide Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse) sowie der Historiker Ernst Bruckmüller (Philosophisch-historische Klasse) gewählt. In letztere Klasse wurde auch der Archäologe Friedrich Krinzinger, Direktor des Österreichischen Archäologischen Instituts der ÖAW, gewählt, der nach wie vor Professor an der Universität Wien ist.
170 wirkliche Mitglieder, davon 8 Frauen
Insgesamt hat die Akademie derzeit 170 wirkliche Mitglieder (inklusive der sieben neu gewählten). 79 von ihnen sind Angehörige der Universität Wien (darunter auch Emeriti). Acht der 170 wirklichen Mitglieder sind Frauen, darunter die beiden neu gewählten, O. Univ.-Prof. Dr. Marianne Popp vom Department für Chemische Ökologie und Ökosystemforschung und die Politikwissenschafterin Univ.-Prof. Dr. Sonja Puntscher Riekmann (ÖAW und Universität Salzburg). Neben Marianne Popp sind noch drei weitere weibliche ÖAW-Mitglieder Angehörige der Universität Wien: die Philosophin Univ.-Prof. Dr. Herta Nagl, die Geografin Emer. Prof. Elisabeth Lichtenberger und die Molekularbiologin Univ.-Prof. Mag. Dr. Renée Schroeder.
Korrespondierende Mitglieder im Inland gibt es derzeit 158, davon sind 55 Angehörige der Universität Wien. Unter den korrespondierenden Mitgliedern befinden sich ebenfalls (nur) acht Frauen, drei von ihnen sind von der Universität Wien.
Neuer Präsident
Im vierköpfigen Präsidium sitzen derzeit zwei Angehörige der Universität Wien. Als neuer Präsident wurde O. Univ.-Prof. Dr. Peter Schuster vom Institut für Theoretische Chemie gewählt. Als Vizepräsident wurde O. Univ.-Prof. Dr. Herbert Matis, Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Wirtschaftsuniversität Wien, wiedergewählt. Die dreijährige Amtsperiode des Präsidenten und des Vizepräsidenten beginnt am 1. Oktober 2006.
Das Amt des Generalsekretärs und des Sekretärs der philosophisch-historischen Klasse bekleidet O. Univ.-Prof. Dr. Herwig Friesinger vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien. Georg Stingl, Professor für Dermatologie an der Medizinischen Universität Wien, ist Sekretär der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse an.
Die vier neuen ÖAW-Mitglieder der Universität Wien
MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHE KLASSE 
| Marianne Popp Studium der Botanik und Biochemie an der Universität Wien. 1984 Habilitation für das Fach Pflanzenphysiologie an der Universität Wien, seit 1994 O. Prof. für Chemische Physiologie der Pflanzen am Department für Chemische Ökologie und Ökosystemforschung, Universität Wien. Visiting fellow an der A.N.U. Canberra und am Desert Research Institute in Reno, USA; Gastprofessorin u.a. an der University of Queensland, Brisbane, A.N.U. Canberra. 1997 Wahl zum korrespondierenden Mitglied der ÖAW, 1998 Verleihung des Preises der Stadt Wien für Technische und Naturwissenschaften, 2002 Vizepräsidentin der österreichischen UNESCO-Kommission, 2004 Würdigungspreis des Landes Niederösterreich für Wissenschaft. Arbeitsbereiche (u.a.): Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf den pflanzlichen Stoffwechsel. |
 | Christian Koeberl geboren 1959 in Wien, Studium der Technischen Chemie, Astronomie und Chemie an der Technischen Universität Wien und an der Universität Wien. 1990 Habilitation im Bereich Geo- und Kosmochemie an der Universität Wien, seit 1998 Ao. Univ.-Prof. am Department für Lithosphärenforschung, Universität Wien. Gastprofessuren an der University of the Witwatersrand (Südafrika) und am Dartmouth College (USA). 1996 START-Preis, 2004 "Outstanding Contribution Award" der European Space Agency. 2004 Wahl zum korrespondierenden Mitglied der ÖAW. Arbeitsbereiche (u.a.): Meteoritenkrater, Impaktprozesse auf der Erde und im Sonnensystem, Isotopengeochemie, Geochronologie, Astrobiologie. | PHILOSOPHISCH-HISTORISCHE KLASSE | Ernst Bruckmüller geboren 1945 in St. Leonhard am Forst, NÖ. Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Wien, 1976 Habilitation für das Fach Wirtschafts- und Sozialgeschichte. 1977 Ernennung zum Ao. Univ.-Prof. für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien, seit 2000 Univ.-Prof. ebenda. Seit 1991 Vorsitzender des Instituts für Österreichkunde und Herausgeber der Schriften des Instituts für Österreichkunde, seit 2002 Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte des ländlichen Raumes. Arbeitsbereiche: Sozialgeschichte Österreichs, allgemeine und österreichische Agrargeschichte, Geschichte des Bürgertums, Nationalbewusstsein und Nationsbildung. |
 | Friedrich Krinzinger geboren 1940 in Sipbachzell, OÖ. Studium der Klassischen Archäologie und Klassischen Philologie an den Universitäten Wien und Innsbruck, 1979 Habilitation. 1985 Ernennung zum Ao. Univ.-Prof. am Institut für Klassische Archäologie der Universität Innsbruck; seit 1989 O. Prof. für Klassische Archäologie und Feldarchäologie an der Universität Wien. Seit 1994 Leiter der Forschungsstelle Archäologie der ÖAW, seit 1997 Korrespondierendes Mitglied der ÖAW. Seit 1998 Leitung der österreichischen Ausgrabungen in Ephesos. 2001 Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, 2004 Ehrendoktorat der Universität Bologna. |
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