Ziel des neuen Ludwig-Boltzmann-Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie ist es, unter Einbindung von Geophysik, Informatik und Geomatik effiziente Techniken für die zerstörungsfreie Auffindung, Dokumentation und Visualisierung des archäologischen kulturellen Erbes zu entwickeln.
"Die zerstörungsfreie Dokumentation des archäologischen Erbes im Boden ist eine der größten denkmalpflegerischen Herausforderungen unserer Zeit und kann durch den Einsatz modernster Prospektionstechnologie bewerkstelligt werden - etwa flugzeuggetragene Scanner aus der Luft in Kombination mit neuen Magnetometer. Weiters Radarsysteme am Boden, die Gelände und Spuren der im Boden verborgenen archäologischen Fundstellen exakt erfassen und am Bildschirm sichtbar machen können", erklärt der zukünftige Leiter des LBI, Wolfgang Neubauer von der Interdisziplinären Forschungsplattform Archäologie der Universität Wien: "Die Förderung bietet uns die hervorragende Möglichkeit, die dazu notwendige Grundlagenforschung und die technologische Entwicklung voranzutreiben um damit ganze archäologische Landschaften quadratkilometerweise zu erkunden."
Im Mittelpunkt des neuen LBIs Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie stehen großflächige Feldstudien in Niederösterreich, Großbritannien, Schweden, Deutschland und Norwegen - darunter das Weltkulturerbe Stonehenge oder die wikingerzeitliche Stadt Birka bei Stockholm. Zu zukünftigen Partnern dieses LBIs zählen u.a. die Universität Birmingham, das Swedish National Heritage Board oder das Norwegian Institute for Cultural Heritage.
Ludwig-Boltzmann-Institute
Die 1961 gegründete Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft (LBG) ist eine private Trägerorganisation für Forschungseinrichtungen in Österreich und befasst sich mit medizinischen sowie geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Seit einer umfassenden Organisationsreform 2002 werden Ludwig-Boltzmann-Institute (LBI) aufgrund von Ausschreibungen und mit internationalem Begutachtungsverfahren eingerichtet. Mit den neuen Einrichtungen erhöht sich die Zahl der Ludwig-Boltzmann-Institute auf 23, dazu kommen noch acht LB-Cluster. (red)
Das Ludwig-Boltzmann-Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie unter der Leitung von Privatdoz. Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Neubauer von der Interdisziplinären Forschungsplattform Archäologie der Universität Wien startet in Kürze und läuft sieben Jahre lang. Partner sind neben der Universität Wien die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ZAMG, die Technische Universität Wien, das Amt der NÖ. Landesregierung, das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz, die University of Birmingham (VISTA), das Riksantikvarieämbetet (RAÄ)- das Schwedische Denkmalamt und das Norsk institutt for kulturminneforskning NIKU - das Norwegische Institut für Denkmalforschung.
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