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Die Europäische Südsternwarte auf dem Cerro La Silla in Chile. Foto: www.oegaa.at/eso/


Österreichische Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik Informationen zur ESO Astronomie: Wissenschaftsrat empfiehlt ESO-Beitritt Österreichs (September 2005)
Gastbeitrag von Ernst Paunzen, Juli 2002: ESO (1): Die Europäische Südsternwarte und Österreich ESO (2): Die Europäische Südsternwarte und Österreich  
Österreich startet Beitrittsgespräche mit Europäischer Südsternwarte
Wissenschaft
Redaktion am  3. April 2006

Die österreichischen AstronomInnen wollen bereits seit Jahren am weltweit größten und besten Observatorium der ESO in Chile arbeiten, nun könnte es bald so weit sein: Nach mehr als 30-jährigen Bemühungen nimmt Österreich nun formell Beitrittsverhandlungen mit der weltweit führenden Astronomie-Organisation, der Europäischen Südsternwarte ESO, auf. Mit einem Abschluss der Verhandlungen wird bis Ende 2007 gerechnet. "Knackpunkt" ist die Investitionsablöse in der Höhe von rund 20 Mio. Euro.

VertreterInnen der Österreichischen Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik (ÖGAA) und des Bildungsministeriums bestätigten die Beitrittsverhandlungen. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer hat kürzlich ein Schreiben mit der Bitte um Aufnahme von Verhandlungen an die ESO (European Southern Observatory) abgeschickt. Ein erster Verhandlungstermin könnte schon im Mai stattfinden. Entscheidend wird dabei das "Eintrittsgeld" sein, das die ESO von neuen Mitgliedern als Investitionsablöse für ihre Observatorien verlangt. Dessen Höhe sei nicht verhandelbar und richte sich nach einem Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts.
Nach Angaben von ÖGAA-Präsidentin Sabine Schindler von der Universität Innsbruck sind das derzeit einmalig rund 20 Mio. Euro. Verhandelbar sei dagegen, wie viel von diesem Betrag in Form von Sachleistungen, etwa Soft- und Hardware für die Teleskope, erbracht werden kann. Dazu kommt noch ein jährlicher Mitgliedsbeitrag von 2,5 Mio. Euro.

Meilenstein für Österreichs Astronomie-Forschung

Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT), der einen ESO-Beitritt grundsätzlich empfohlen hat, hat sich für eine "substanzielle Reduktion" des notwendigen Einstiegsbetrags ausgesprochen. Laut Schindler sind Verhandlungen bisher nur mit Australien geplatzt. "Es gibt von allen Seiten guten Willen, aber keine 100-prozentigen Garantien für die Finanzierung", sagte Schindler. Sie ist dennoch zuversichtlich, schließlich wäre ein Beitritt ein "Meilenstein für eine erfolgreiche und dynamische Weiterentwicklung der astronomischen Forschung in Österreich".

Weiterhin drei Astronomie-Institute

Vom Tisch sind Diskussionen um eine Zusammenlegung bzw. Strukturbereinigung der drei Astronomie-Standorte in Österreich. Der Österreichische Wissenschaftsrat hatte dies im September letzten Jahres als nicht sinnvoll angesehen, und auch die drei Rektoren der Universitäten Wien, Graz und Innsbruck hätten sich für einen Verbleib der Astronomie an ihrer Universität ausgesprochen, sagte Schindler.

Europäische Südsternwarte

Die ESO wurde 1962 in Paris gegründet und hat sich zur weltweit führenden zwischenstaatlichen Astronomie-Organisationen entwickelt. In Chile - der Standort wurde wegen der guten Witterung, der sehr trockenen Luft und der geringen Lichtverschmutzung ausgewählt - sind mittlerweile rund 15 Teleskope installiert, darunter das größte Teleskop der Welt. Durch ein gemeinsames europäisches Observatorium sollte der Dominanz der USA in der Astronomie entgegengewirkt werden.
Derzeit hat die ESO 11 Mitglieder: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Portugal, Schweden und die Schweiz. Die Beitrittsverhandlungen mit Spanien sind mittlerweile abgeschlossen, am 1. Juli wird das Mittelmeerland zwölftes ESO-Mitglied. Das Hauptquartier der ESO liegt in Garching bei München. (APA)

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