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Bollywood-Fieber in Wien: Auf der internationalen Konferenz "Shah Rukh Khan and Global Bollywood" diskutieren ExpertInnen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen verschiedene Aspekte des indischen Kinos.


Fokus der Konferenz liegt auf der Rolle des Superstars Shah Rukh Khan, einem zentralen Akteur "Bollywoods".


Den Eröffnungsvortrag hält die indische Regisseurin Nasreen Munni Kabir, die selbst einen Dokumentarfilm über Shah Rukh Khan gedreht hat.


Internationale Konferenz: "Shah Rukh Khan and Global Bollywood" Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Fakultät für Sozialwissenschaften Museum für Völkerkunde MASN (Moving Anthropology Student Network)

Lesen Sie auch: Artikel "Bollywood und Co: Moderne Südasienkunde in Wien" Artikel "ImmigrantInnen in der Wiener Kreativszene"
Shah Rukh Khan und das globale Bollywood
Veranstaltungen
Markus Steiner (Redaktion) am 22. September 2010

Die indische Filmindustrie - allgemein als Bollywood bekannt - hat sich in den letzten Jahren zu einem globalen kulturellen Phänomen entwickelt. Um diese Entwicklung zu diskutieren, lädt das Institut für Kultur- und Sozialanthropologie von Donnerstag, 30. September bis Samstag, 2. Oktober 2010 zur Konferenz "Shah Rukh Khan and Global Bollywood". Wie schon der Name sagt, liegt der Fokus der Veranstaltung, die in Kooperation mit MASN (Moving Anthropology Student Network) und dem Museum für Völkerkunde organisiert wird, auf dem Schauspielstar Shah Rukh Khan.

"Die Produkte der indischen Filmindustrie, die jährlich wesentlich mehr Filme generiert als Hollywood, gehen schon lange auf Reisen", erklärt Konferenz-Organisatorin Elke Mader vom Institut für Kultur- und Sozialanthropologie: "Diese Art alternatives populäres Mainstream-Kino macht dem US-Kino auch außerhalb des Subkontinents oder der südasiatischen Diaspora Konkurrenz." Seit rund zehn Jahren sei dieser Trend, der das Euro-Amerikanische Bild von Indien völlig verändert hat, auch verstärkt in westeuropäischen Ländern zu beobachten.

Aktuelles Forschungsfeld

Der weltweite Siegeszug Bollywoods hat aber nicht nur Kinofans und FilmliebhaberInnen, sondern auch die wissenschaftliche Forschung erfasst. Indisches Kino und seine Rolle im Rahmen medialer Verflechtungen sowie globaler kosmopolitischer Populärkultur und ihren verschiedenen regionalen Ausformungen stellen ein brandaktuelles interdisziplinäres Forschungsfeld dar. "Im Mittelpunkt stehen Film- und Rezeptionsanalysen im Kontext globaler Kultur, Medienströme, diverse Fragestellungen der Visual Studies, aber auch Untersuchungen zu postkolonialen Dynamiken, Diaspora und Migration oder transkulturellen Prozessen", erläutert Mader. Eine wachsende Zahl von Publikationen und Veranstaltungen widmen sich diesen Themen.

Shah Rukh Khan Superstar

Dennoch ist die Wiener Konferenz die erste in diesem Forschungsfeld, die den Fokus auf den indischen Superstar Shah Rukh Khan legt: Diskutiert werden verschiedene Dimensionen der Globalisierung von indischem Kino durch das Prisma des Schauspielers als zentralen Akteur in all diesen Prozessen. "Dieser Schwerpunkt trägt der Tatsache Rechnung, dass Shah Rukh Khan die zentrale Ikone der Globalisierung von Bollywood in den vergangen zehn Jahren darstellt. Das betrifft sowohl die indische Diaspora als auch das westliche Publikum - etwa im deutschsprachigen Raum, wo seine Filme als 'Kultmedium' im Mittelpunkt einer überschaubaren, aber sehr aktiven Fankultur stehen", betont Mader.

Auf der Konferenz werden sich WissenschafterInnen, FilmemacherInnen und RepräsentantInnen der Filmindustrie aus Asien, Europa, USA und Kanada mit verschiedensten Aspekten der Arbeit des Schauspielers sowie seinem Einfluss als Star, seiner Verkörperung von Werten, Einstellungen und Emotionen beschäftigen. Außerdem wird Shah Rukh Khan als Repräsentant des postkolonialen und globalisierten Indiens diskutiert. Ein spezifischer Punkt in diesem Kontext ist beispielsweise die charismatische Persönlichkeit und Rolle des Stars für ein neues Bollywood-Publikum in zahlreichen europäischen Ländern.

Hochkarätige Vortragende

Besonders stolz ist Organisatorin Mader auf die ca. 45 Vortragenden der Veranstaltung, unter denen sich zahlreiche renommierte WissenschafterInnen und KüstlerInnen befinden: "Für den Eröffnungsvortrag konnten wir die brillante indische Regisseurin, Produzentin und Filmwissenschafterin Nasreen Munni Kabir gewinnen, die selbst einen Dokumentarfilm über Shah Rukh Khan gedreht hat." Weitere Programm-Highlights sind beispielsweise der Beitrag von Rajinder Dudhra (Manchester University), einem der derzeit wichtigsten indischen Theater- und Filmforscher und dem prominenten indischen Filmwissenschafter Ashish Rajadhyaksha (Centre for Studies in Culture and Society in Bangalore).

Workshops und Rahmenprogramm


Ergänzt werden die verschiedenen Plenarsitzungen durch fünf Workshops zu den Themen "Reception and Fandom", "Song and Dance", "Gender", "Religion and FiIm" und "Stardom and Globalisation". Diskutiert werden sowohl Fragen zum indischen Kino allgemein als auch rund um die Person des Megastars Shah Rukh Khan. Fans dürfen sich zudem auf Tanzperformances, eine Fülle von Film-Screenings - unter anderem den "ersten österreichischen Bollywood-Film" von Sandeep Kumar -, eine eigens organisierte Bollywood-Party sowie die Ausstellung "Shah Rukh Khan & Fankultur" am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie freuen.

Neues Forschungsnetzwerk

Während der Konferenz, die als Treffpunkt für Forschende, Fans und Filmschaffende gedacht ist, wird zudem ein neues internationales und interdisziplinäres Bollywood-Netzwerk an der Universität Wien eingerichtet. Dieses sieht sich als Weiterführung einer bereits etablierten Kooperation zwischen dem indischen Theater- und Filmwissenschafter Rajinder Dudhra und den österreichischen Bollywood-ForscherInnen unter der Leitung von Elke Mader, Bernhard Fuchs (Institut für Europäische Ethnologie), Claus Tieber (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft) und Martin Gaenszle (Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde). (ms)

Internationale Konferenz: "Shah Rukh Khan and Global Bollywood"
Donnerstag, 30. September 2010 bis Samstag, 2. Oktober 2010
Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

Eröffnungsveranstaltung:
Donnerstag, 30. September 2010, 14 bis 17 Uhr
Museum für Völkerkunde, Neue Burg
1010 Wien
Weitere Informationen und Programm

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