Logo der Uni Wien
Logo der Uni Wien

Archiv der Online-Zeitung

Archiv der Online-Zeitung der Universität Wien
  •   Home
  •   Forschung
  •   Wissenschaft &     Gesellschaft
  •   Studium & Lehre
  •   Professuren
  •   Personalia
  •   Service
  •   Dossiers
  •   UniBlicke

Website zum Bologna-Prozess Österreichische Universitätenkonferenz  
Studienplanreform zum Nulltarif schwierig
Forschungspolitik
Redaktion am 10. März 2010

Die Rektoren wollen sich nicht die Schuld für Mängel bei der Umstellung auf das Bologna-Studiensystem aufhalsen lassen. Der Rektor der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, Christoph Badelt warnt vor der Verallgemeinerung "Bologna ist gut, die Universitäten haben es aber schlecht umgesetzt". Arthur Mettinger, Vizerektor der Universität Wien und Vorsitzender des Forums Lehre in der Universitätenkonferenz (uniko) bringt es auf den Punkt: "Es ist schwer, Curricularreformen zum Nulltarif zu machen."

Bei der Erarbeitung neuer Studienpläne gehe es immer auch um einen Ausgleich der Interessen zwischen den einzelnen universitären Gruppen bzw. der einzelnen Fächer in den Senaten, so Badelt. "Da zahlen wir auch den Preis für die Selbstverwaltung in diesem Bereich." Er sei aber "äußerst skeptisch, wenn die Ministerin jetzt sagt, sie wird das jetzt von Seite des Ministeriums aus lösen". Wissenschaftsministerin Beatrix Karl hatte zuletzt angekündigt, Empfehlungen an die Universitäten punkto Studienpläne zu erarbeiten und diese notfalls auch gesetzlich festzulegen. Badelt sieht das als nicht sinnvoll an: "Warum soll der Minoritenplatz (Anm. Sitz des Ministeriums) das besser machen?"

Die dem Bachelor-Abschluss oft vorgehaltene mangelnde Beschäftigungsfähigkeit relativierte Arthur Mettinger. Die Universitäten hätten die Aufgabe, beruflich vorzubilden. Neben der vielfach geforderten "Employability" müssten sie außerdem auf weiterführende Masterstudien vorbereiten.

Eine solche Sicherstellung der Beschäftigungsfähigkeit durch den Bachelor-Abschluss hat die Technische Universität Wien laut Vizerektor Adalbert Prechtl gar nicht erst angestrebt. Der Arbeitsmarkt orientiere sich nach wie vor am alten Diplomstudium mit dem Abschluss Diplomingenieur. Die Studien seien deshalb nicht verdichtet, Wahlmöglichkeiten nicht eingeschränkt worden. Was früher die Studienzweige bei den Diplomstudien gewesen seien, seien nun die Masterstudien. Das Bachelorstudium selbst habe man als "breite Grundausbildung" konzipiert. Die StudentInnen müssten sich nicht von Anfang an spezialisieren: "Das wäre sonst das Profil einer Fachhochschule."

An den Medizinuniversitäten ist die Implementierung des Bachelor/Master/PhD-Systems erst seit Herbst 2009 theoretisch möglich. Der Vizerektor der Medizin-Universität Wien, Rudolf Mallinger, hält persönlich eine solche Umstellung für eine "Chance". Man habe doch einen gewissen Anteil an AbsolventInnen, die nie einen ärztlichen Beruf ergreifen, sondern etwa in das Pharmawesen oder den Public-Health-Bereich gehen wollen. Diesen könnte man so frühzeitig Alternativen eröffnen.

Tipps an die StudentInnen angesichts der angekündigten Proteste anlässlich des Bologna-Gipfels haben die Rektoren auch. Die Studierenden sollten sich für ihre Anliegen in den Gremien einsetzen, statt auf der Straße, so Badelt. "Es gibt keinen einzigen Studienplan, der ohne Mitwirkung der Studenten zustande gekommen ist", meinte Mallinger. Dass sich die Studierenden trotzdem nicht einbezogen fühlten, "mag ein strukturelles Problem der Studentenvertretung sein", so Badelt. (APA)

<< zurück zur Übersicht
 
Impressum Druckversion
Universitat Wien | Dr.-Karl-Lueger-Ring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0