Internationale Kluge-Forschung im Dialog bietet das Symposium "Alexander Kluge im Kontext", das von Donnerstag, 7. bis Samstag, 9. Oktober 2010 in der Aula am Campus der Universität Wien stattfindet. Die von Christian Schulte vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft und seinem Team ausgerichtete Konferenz stellt auf mehreren Ebenen "die Frage des Zusammenhangs" im umfangreichen Werk des unermüdlichen Filmemachers. |
Zunächst steht Kluge als Autor - und die Frage nach dem "inneren Zusammenhang" - im Zentrum der dreitägigen Veranstaltung: Alexander Kluge ist Enzyklopädist, sein Werk eine kaum noch zu überschauende Versuchsanordnung, in der kaum ein Wissensgebiet unerörtert bleibt.
"Dem Schüler Theodor W. Adornos geht es allerdings nicht um die Anhäufung abstrakten Wissens. Vielmehr fragt er, wie die hochspezialisierten Diskurse der Wissensproduktion - aber auch die gleichförmigen Sprechweisen unserer Öffentlichkeit, etwa der Nachrichten - bearbeitet werden können, damit die einzelmenschliche Erfahrung, die Sinnes- und Phantasietätigkeit, darauf antworten kann", erklärt Konferenzorganisator Christian Schulte vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft.
Stetig anwachsendes Werk
"Irgendwann einmal wächst dies zusammen: die Liebe zur Sache, die Romane und die Fernsehtechnik", hieß es in Kluges Film "Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos" (1968), zwei Jahrzehnte bevor sich der Vordenker des deutschen Autorenfilms dem Fernsehen zuwandte. Unter dem Logo seiner Firma dctp hat er dort in unabhängigen Programmnischen weit mehr als 2.500 Sendungen produziert - ein Ende ist nicht in Sicht.
"Alexander Kluges Werk ist ein stetig anwachsendes work in progress, das sich über den permanenten Wechsel der Medien artikuliert: Literatur, Film, Fernsehen, Internet, Medien- und Gesellschaftstheorie - auf diesen Feldern arbeitet Kluge seit einem halben Jahrhundert am mikrologischen Modell einer kommunizierenden Gegenöffentlichkeit, einem kritischen Modell [...]", schreibt Schulte im Ankündigungstext des Symposiums.
Vielfältige, interdisziplinäre Zugänge
Das Programm trägt der Vielstimmigkeit und der intermedialen Anlage des Klugeschen Werks Rechnung. Die Perspektiven der Vortragenden sind dabei ebenso vielfältig wie die Gegenstände: Film- und Medienwissenschaft, Philosophie, Kultur- und Literaturwissenschaft sind die auf der Tagung vertretenen Disziplinen.
Bilanz und Ausblick
Neben dem interdisziplinären Dialog erhofft sich Schulte auch Auskunft darüber zu erlangen, wie es um den Zusammenhang der Kluge-Forschung bestellt ist. Die Tagung hat für ihn auch eine den Forschungsstand bilanzierende Funktion. Zugleich soll sie neue Arbeitsperspektiven eröffnen und Anstöße geben für künftige Kooperationen. Eine solche zukunftsweisende Zusammenarbeit ist bereits vereinbart: mit dem Alexander Kluge Research Center, das vor wenigen Jahren am Department of German der Princeton University eingerichtet wurde. (red)
Internationales Symposium: Die Frage des Zusammenhangs - Alexander Kluge im Kontext Donnerstag, 7. bis Samstag, 9. Oktober 2010 Aula im Campus der Universität Wien, Hof 1 Spitalgasse 2, 1090 Wien Weitere Informationen Programmfolder (PDF)
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