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Das Organisationsteam der Tagung 2010 (von links nach rechts): Stefan Perner, Daphne Aichberger-Beig, Florian Aspöck, Petra Leupold, Janine Oelkers und Martin Ramharter.


Gesellschaft Junger Zivilrechtswissenschaftler Tagungsprogramm 2010 "Vertrauen und Kontrolle im Privatrecht" (PDF) Institut für Zivilrecht der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Institut für Zivil- und Unternehmensrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien
Vertrauen und Kontrolle im Privatrecht
Veranstaltungen
Daniela Hermetinger (Redaktion) am 25. August 2010

Von Mittwoch, 1. September bis Samstag, 4. September 2010, werden sich NachwuchswissenschafterInnen aller Teilgebiete des Zivilrechts auf der Tagung der "Gesellschaft Junger Zivilrechtswissenschaftler" zum fachlichen und persönlichen Austausch zusammenfinden. Diese Veranstaltung findet jährlich an verschiedenen Universitäten im deutschsprachigen Raum statt. Nach zehn Jahren wird nun wieder in Wien diskutiert: Diesjähriges Thema ist "Vertrauen und Kontrolle im Privatrecht".

Die im Jahr 1990 gegründete "Gesellschaft Junger Zivilrechtswissenschaftler" fördert die Entwicklung des Zivilrechts, indem sie jungen WissenschafterInnen ein Forum für die Präsentation ihrer Forschungsergebnisse gibt. Die Präsidentin der Gesellschaft, Daphne Aichberger-Beig vom Institut für Zivilrecht, spricht von einer der "größten und wichtigsten" Tagungen für NachwuchswissenschafterInnen des deutschsprachigen Raums.

"Der Begriff des Vertrauen zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Privatrecht", erklärt Aichberger-Beig den Schwerpunkt der heurigen Tagung: "Vertrauenstatbestände und die Rechtsfolgen enttäuschten Vertrauens sind wiederkehrende Motive in vielen Rechtsbereichen. Das Ziel der Tagung ist es, in den verschiedenartigen Fragestellungen das Gemeinsame zu erkennen und einheitliche zivilrechtliche Wertungen und Regelungsmechanismen aufzuspüren."

Eröffnungsveranstaltung

Die Tagung wird am Mittwoch, 1. September 2010, um 18.30 Uhr in der Akademie der Wissenschaften eröffnet. Einleitende Grußworte richten die Vizedekanin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Alina-Maria Lengauer, der Vizerektor der Wirtschaftsuniversität Wien Michael Holoubek sowie Bundesministerin Claudia Bandion-Ortner an die TeilnehmerInnen. Vorstellen wird sich auch das Organisationskommitee der Tagung, das sich aus Daphne Aichberger-Beig, Florian Aspöck und Stefan Perner von der Universität Wien sowie Janine Oelkers, Petra Leupold und Martin Ramharter von der Wirtschaftsuniversität Wien zusammensetzt. Den Eröffnungsvortrag zum Thema "Der Vertrauensgrundsatz im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht" hält Susanne Kalss von der Wirtschaftsuniversität Wien.

Vielseitiges Tagungsprogramm

In den darauffolgenden drei Tagen widmen sich zahlreiche ExpertInnen unterschiedlichen Fragestellungen aus dem Gebiet des Zivilrechts: Der Begriff wird hier als weiter verstanden und schließt somit auch Arbeits-, Unternehmens- und Zivilverfahrensrecht mit ein. Einer der Vortragenden am Donnerstag, 2. September 2010, ist Stephan Madaus von der Universität Rostock. Der Rechtswissenschafter geht von einem Kontroll- und Sanktionsdefizit im Verbraucher- und Wettbewerbsrecht aus. In seinem Beitrag wird er sich mit der Kontrolle unternehmerischen Handelns auseinandersetzen und dabei insbesondere auf Gruppenklagen fokussieren.

Von der außervertraglichen Vertrauenshaftung …

Am Freitag, 3. September 2010, wirft Christian Picker von der Universität Freiburg einen kritischen Blick auf vertrauenstheoretische Erklärungsversuche der "Betrieblichen Übung": Dieses Rechtsinstitut besagt, dass ArbeitnehmerInnen aus der regelmäßigen Wiederholung bestimmter Verhaltensweisen bzw. freiwilliger Sonderleistungen ihres Arbeitgebers oder ihrer Arbeitgeberin ableiten dürfen, dass diese auch in Zukunft erbracht werden. Picker wird die Lehre der außervertraglichen Vertrauenshaftung auf dieses Beispiel anwenden und zur Diskussion stellen.

… zum Vertrauen durch Selbstregulierung

Andreas Dieckmann von der Universität Hannover widmet sich schließlich am Samstag, 4. September 2010, dem Thema "Vertrauen durch Selbstregulierung": Als Folge der Globalisierung und des Fortschritts in Wissenschaft und Technik könne der Staat seine Aufgabe - die Förderung des Entstehens von Vertrauen in Gesellschaft und Markt - nicht mehr erfüllen. Diskutiert wird, ob und wie der Staat und seine BürgerInnen als "Public-Private-Partnership" zusammenarbeiten und die Rolle eines "vertrauenswürdigen Dritten" übernehmen können.

Abwechslungsreiche Abendveranstaltungen runden das Programm der Tagung ab: Die TeilnehmerInnen können an einem Altstadtspaziergang teilnehmen, eine Führung durch das Kunsthistorische Museum und Museumsquartier besuchen oder ihre Tanzküste im Rahmen eines Quadrille-Kurses unter Beweis stellen. (dh)

Tagung der Gesellschaft Junger Zivilrechtswissenschaftler: "Vertrauen und Kontrolle im Privatrecht"
Donnerstag, 2. bis Samstag, 4. September 2010
Hörsaal D, Hof 10
Campus der Universität Wien
Spitalgasse 2-4, 1090 Wien

Eröffnungsveranstaltung
Mittwoch, 1. September 2010, 18.30 Uhr
Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
Nähere Informationen
Programm (PDF)

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