Im Rahmen des diesjährigen World University Rankings, heuer mit einem komplett neuen Satz an Indikatoren im Auftrag des Times Higher Education Supplement (THES) erstellt, wurde die Universität Wien auf Platz 195 gereiht. Durch die Vergabe der Rankings an ISI Thomson erfolgte eine stärkere Gewichtung der Naturwissenschaften und Technik, wie die Platzierung technischer Universitäten unter den ersten 30 internationalen Spitzenuniversitäten zeigt: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das CALTECH von 10 auf 2, das MIT von 9 auf 3 und die ETH Zürich von 20 auf 15 verbessert. |
"Entgegen den Erwartungen orientiert sich das Times Higher Education World University Ranking 2010/11 stärker an den Naturwissenschaften und Technik, ähnlich dem Shanghai-Ranking", so Rektor Winckler in einer ersten Reaktion: "Entscheidend für das Ergebnis sind die Rahmenbedingungen, die sich in Österreich laufend verschlechtern, sowie für Rankings wie THES und Shanghai die Anzahl der WissenschafterInnen in den Naturwissenschaften und der Technik."
Wenig Berücksichtung der Geistes- und Sozialwissenschaften
Im Vergleich zur Universität Innsbruck hat die Universität Wien einen niedrigeren Anteil an WissenschafterInnen in den Fachbereichen Naturwissenschaften und Technik. Die Leistungen der Geisteswissenschaften werden nicht mehr im bisherigen und nicht in entsprechendem Ausmaß berücksichtigt. Aus dem Unterschied im Personalstand, bei einer stärkeren Gewichtung der Naturwissenschaften im Ranking, kann der Unterschied von acht Plätzen zwischen der Universität Wien und der Universität Innsbruck hinreichend erklärt werden (Personalstand Naturwissenschaften und Technik Universität Wien: 47,08 Prozent, Universität Innsbruck: 53,82 Prozent, siehe Grafik).
ISI Thomson ist der Hauptanbieter für die Analyse der Zitationen wissenschaftlicher Arbeiten vor allem im Bereich Naturwissenschaften und Technik. ISI Thomson ist auch für die Erstellung des für die Naturwissenschaften so wichtigen Impact-Faktors bekannt. Die Gewichtung in diese Richtung wird am hohen Anteil der Technischen Universitäten unter den Top 30 ersichtlich. Neu dort zu finden sind das Georgia Institute of Technology und die Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Pohang/Südkorea.
Budget hinkt Studierendenzahlen nach
In Bezug auf die Rahmenbedingungen - Österreich liegt hinter der Türkei auf Platz 21 - verhindern die hohen Studierendenzahlen im Verhältnis zum Personalstand, dass sich die Universitäten Wien und Innsbruck unter den besten internationalen Universitäten platzieren können. In Österreich liegen seit einigen Jahren die Zuwächse des Globalbudgets weit hinter der Steigerung der Studierendenzahlen. Die Forderung nach einer entsprechenden Studienplatzfinanzierung erhält dadurch neuerlich ihre Berechtigung. "Die Diskussion zur Studienplatzfinanzierung ist dringend anzugehen", schließt Rektor Georg Winckler seine Analyse. Beim QS World University Ranking 2010, das ebenfalls vor kurzem veröffentlicht wurde, erreichte die Universität Wien Platz 143. (cb)
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