Archiv der Online-Zeitung der Universität Wien
UB-Ausstellung zu Pionier der Biblischen Archäologie |
| Wissenschaft, Kultur |
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| Redaktion am 28. März 2006 |
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Seit 21. März 2006 kann man im Foyer der Universitätsbibliothek eine Ausstellung zu Ernst Sellin sehen. Vor 100 Jahren veröffentlichte der Pionier der Biblischen Archäologie an der Universität Wien seine Ergebnisse über Ausgrabungen in Tell Ta'annek/Taanach in Palästina. |
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1897 wurde Ernst Franz Max Sellin (1867–946) als außerordentlicher Universitätsprofessor für Alttestamentliche Exegese und Biblische Archäologie an die Evangelisch-Theologische Fakultät berufen. Davor war der aus Mecklenburg stammende Sohn eines evangelischen Pfarrers als Gymnasialoberlehrer und Privatdozent tätig. Ausgehend von Wien, führte er in den Jahren 1902 bis 1904 erste Ausgrabungen auf dem Tell Ta'annek/Taanach in Palästina durch. "Die Aufsehen erregenden Abschlussergebnisse legte er in zwei Teilen 1904 und 1906, letzteren also vor nunmehr 100 Jahren, an der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu Wien vor", erzählt Mag. Friedrich Schipper vom Institut für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologie.
Zum 100. Jahrestag des Erscheinens seiner Forschungsergebnisse gedenken die Evangelisch-Theologische Fakultät und die Universität Wien Sellins Pionierleistung auf dem Gebiet der Biblischen Archäologie. Neben der Ausstellung in der UB auch mit einer Konferenz am 19. April.
Sellins Ausgrabungen brachten Sensationelles zutage, darunter Tontafeln - "das bis heute einzige Keilschriftarchiv, das in Palästina abgefasst wurde", so Friedrich Schipper. Weiters entdeckte er einen eisenzeitlichen Kultständer aus Ton. Viele seiner Funde lieferten wichtige Erkenntnisse zur Religionsgeschichte des alten Israel. In Wien begann er 1907 noch das Projekt, die Stadt Jericho archäologisch zu erforschen (bis 1909), ein Unternehmen, das er von Deutschland aus unter der Patronanz der Deutschen Orientgesellschaft fortsetzte - denn 1908 folgte Sellin einer Berufung nach Rostock, später nach Kiel und nach Berlin. Sein Lehrbuch "Einleitung in das Alte Testament" (1. Auflage 1910) war Jahrzehnte hindurch das einführende Standardwerk. Er starb 1946 in Thüringen. (mh)
Weitere Informationen zu Ernst Sellin entnehmen Sie einem Artikel von Friedrich Schipper (PDF).
"Ernst Sellin: Taanach - Jericho - Sichem. Ein Pionier der biblischen Archäologie an der Universität Wien" Ausstellung im Foyer der Universitätsbibliothek 21. März bis 21. April 2006 Besichtigung während der Öffnungszeiten
"Wiener Ernst-Sellin-Gedächtniskolloquium 2006: 100 Jahre Nachlese auf dem Tell Ta'annek in Palästina" 19. April 2006, 9 bis 21 Uhr Evangelisch-Theologische Fakultät 1090 Wien, Rooseveltplatz 10 Programm (PDF) |