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Am 19. Jänner 2010 wurde der Universitätslehrgang Psychomotorik im Rahmen der Podiumsdiskussion "Universität bewegt" ...


... einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.


Lernen erfolgt über den Austausch des Menschen mit seiner Umwelt – dabei spielt Bewegung eine wichtige Rolle. Vor allem Kinder kommunizieren hauptsächlich über ihren Körper.


Im Rahmen von Bewegung können Eigenschaften zur Schau gestellt werden, die in der sozialen Umwelt geschätzt werden, wie Geschicklichkeit, Schnelligkeit oder Ausdauer.


Postgraduate Center der Universität Wien Universitätslehrgang "Psychomotorik" Curriculum laut Mitteilungsblatt der Universität Wien (PDF) Interview mit Otmar Weiß, Leiter des Universitätslehrgangs "Psychomotorik" Kurzbroschüre des Postgraduate Centers (PDF) Gesamtbroschüre des Postgraduate Centers Institut für Bildungswissenschaft der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft Lesen Sie auch: "Postgraduate Center: Weiterbildung an der Universität Wien"
"Universität bewegt": Der ULG Psychomotorik stellt sich vor
Studium/Lehre
Redaktion am 25. Januar 2010

In unserer spätmodernen, computerisierten Gesellschaft droht die Bedeutung von Bewegung für Persönlichkeitsentwicklung, Lernen und Gesundheit verloren zu gehen. Wie aber kann aktives bewegtes Lernen in verschiedenen Sozial- und Erziehungsbereichen umgesetzt werden? Das können angehende wie berufserfahrene PädagogInnen ab Juli 2010 im Universitätslehrgang Psychomotorik studieren. Das neue Postgraduate-Programm der Universität Wien wurde am 19. Jänner 2010 im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Psychomotorik ist eine relativ junge Disziplin und beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Bewegung, Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung. Eine umfassende wissenschaftliche Ausbildung in diesem Bereich bietet der Universitätslehrgang (ULG) Psychomotorik, der ursprünglich als Lehrgang universitären Charakters an der NÖ Landesakademie lief und nun an die Universität Wien überführt wurde.

Lehrgangsleiter ist Otmar Weiß vom Institut für Sportwissenschaft. Er war bereits an der Entwicklung des theoretisch fundierten sowie praxisorientierten Lehrgangskonzepts beteiligt: "Das Land Niederösterreich hat dieses Projekt an mich herangetragen, und Anfang der 1990er Jahre wurde von einer Projektgruppe das erste Curriculum entwickelt."

An der Universität Wien startet das viersemestrige Postgraduate-Programm, das am 19. Jänner 2010 bei der Podiumsdiskussion "Universität bewegt" der Öffentlichkeit präsentiert wurde, im Juli 2010.

Podiumsdiskussion: Effizientes Lernen im Fokus

Im Fokus der Diskussionsveranstaltung im Marietta-Blau-Saal im Hauptgebäude der Universität Wien stand das Thema "effizientes Lernen". Namhafte VertreterInnen der Universität Wien - Lehrgangsleiter Otmar Weiß, Gisela Gerber und Toni Reinelt vom Institut für Bildungswissenschaft sowie Josef Voglsinger, Referent und wissenschaftlicher Berater des Lehrgangs - diskutierten die Fragen "Wie kann aktives bewegtes Lernen umgesetzt werden?" bzw. "Wie kann durch Bewegungs- und Wahrnehmungshandeln Neues besser verstanden, besser abgespeichert und auch besser abgerufen werden?". Die Veranstaltung wurde von Elke A. Gornik vom Postgraduate Center der Universität Wien eröffnet; die Diskussion leitete ORF-Kulturmoderatorin Katharina Huemer.

Mit allen Sinnen lernt sich's leichter

Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurde betont, dass Lernen über den Austausch des Menschen mit seiner Umwelt erfolgt, und hier das Medium Bewegung eine große Rolle spielt. Besonders wichtig ist Bewegung für die sensorische Integration - die Aktivierung und das Zusammenspiel aller Sinne. "Unsere Gesellschaft hat lange Zeit den Bewegungssinn vergessen, wir müssen aber die Welt greifend und begreifend erleben", so die Bildungswissenschafterin Gisela Gerber.

Kommunikation durch Bewegung

Darüber hinaus hat Bewegung eine soziale Funktion: Vor allem Kinder verständigen sich durch Körper- bzw. Bewegungshandlungen. Im Rahmen von Bewegung können sie Fähigkeiten einsetzen und Eigenschaften zur Schau stellen, die in der sozialen Umwelt geschätzt werden, wie Geschicklichkeit, Schnelligkeit oder Selbstbeherrschung. "Soziale Anerkennung ist ein Grundbedürfnis des Menschen, das über das Medium Bewegung gestillt werden kann. Anerkennung bedeutet Integration, Aufnahme in eine Gemeinschaft oder Gruppe - und vor allem Motivation, die wiederum den Lernprozess fördert", so Otmar Weiß.

Bewegung fördert aber auch die Produktion neuer Nervenzellen im Gehirn. Sie beeinflusst kognitive Gehirnfunktionen in jedem Lebensalter positiv und lässt den Endorphinspiegel um das drei- bis vierfache über den Ausgangswert ansteigen - ein entscheidender Faktor für Stimmungsverbesserung.

Ziele und Inhalte des Lehrgangs


Tätigkeitsfelder für AbsolventInnen des ULG Psychomotorik, der mit einem Master of Arts (MA) abgeschlossen wird, liegen daher in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Forschung. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein abgeschlossenes Bakkalaureats-, Bachelor-, Magister-, Master- oder Diplomstudium oder eine vergleichbare Ausbildung - die Zielgruppe sind v. a. KindergärtnerInnen, LehrerInnen, PsychologInnen, Physio- und ErgotherapeutInnen sowie LogopädInnen. Sie sollen Grundlagen in den Bereichen Psychomotorik, Körper- und Sozialerfahrung, motorische und kognitive Entwicklung, Praxiserfahrung, wissenschaftliches Arbeiten, Diagnostik, Anatomie und Physiologie erhalten und zur Verbesserung der Situation in verschiedenen Sozial- und Erziehungsfeldern beitragen. (red/br)

Kontakt und Anmeldung
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