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Von links: Hans Weder (Zürich), Georg Winckler (Wien), Hans Jürgen Prömel (Berlin) in Wien. Fotos: mh



Universitäten Wien, Berlin, Zürich: gemeinsame strategische Diskussionen
Forschungspolitik
Michaela Hafner (Redaktion) am 21. Dezember 2005

Die Rektoren der drei großen Universitäten Wien, Berlin (HU) und Zürich sind eine "strategische Allianz" eingegangen, um Ziele und wichtige Themen ? etwa Qualitätssicherung oder Profilbildung ? gemeinsam zu diskutieren.

Die Universität Wien, die Universität Zürich und die Humboldt-Universität zu Berlin sind vor einem Jahr eine "strategische Allianz" eingegangen, um voneinander zu lernen und strategische Ziele und Maßnahmen gemeinsam zu diskutieren. "Das stärkt alle drei Partner", bekräftigten der Rektor der Universität Wien, Georg Winckler, Amtskollege Hans Weder von der Universität Zürich und Hans Jürgen Prömel, Präsident der HU Berlin bei einem Pressegespräch Mittwochvormittag anlässlich des vierten Treffens der Rektoren in Wien. Die Zusammenarbeit bezieht sich nicht auf Forschungskooperationen oder Studierendenaustausch, "das passiere ohnehin", so die Rektoren. Erfahrungen der eigenen Universität sollen den Partnern zur Verfügung gestellt werden, sagt Hans Weder. Breites Fächersprektrum

Alle drei Universitäten sind Comprehensive Universities ? und "wollen das auch bleiben", so Hans Weder ?, sind also Volluniversitäten mit einem breiten Fächerspektrum von Geistes- bis Naturwissenschaften. Ihre Stärke liege darin, Themen und Probleme mehrdimensional zu bearbeiten. Weiters sind die drei Unis jeweils in einer großen Stadt lokalisiert und haben eine vergleichbare Größe. Die Universität Zürich hat mit Medizin und Veterinärmedizin bei einem Budget von 631 Mio. Euro 24.000 Studierende, die Universität Wien mit einem Budget von 400 Mio. Euro 65.000 Studierende und die Humboldt-Uni Berlin 33.000 Studierende und ein Budget von 260 Mio. Euro. Gegenseitig lernen ? und vertrauen

Bei der Allianz zwischen den drei Universitäten gehe es um "institutional learning", betonte Weder, "wir wollen nicht jeder das Pulver neu erfinden", sondern in der Weiterentwicklung voneinander lernen. Dazu brauche es ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis, die Zahlen müssten offen auf den Tisch gelegt werden ? die "Treffen waren bisher äußerst zielführend und konstruktiv", sagte HU-Präsident Hans Jürgen Prömel. In drei Bereichen soll dieses "institutionale learning" in Zukunft vorangetrieben werden, erzählte Prömel weiter: Entwicklung eines Forschungsprofils, Qualitätssicherung und Doktoratsstudien. Qualitätssicherung Bezogen auf die Qualitätssicherung hob Rektor Winckler positiv das umfassende interne Evaluierungssystem der Universität Zürich hervor. Der Architekt dieses Systems, Prof. Daniels, ist auch ein Mitglied des Scientific Evaluation Boards der Universität Wien. "Wir würden diesen Experten nicht jeder Uni zur Verfügung stellen", so Hans Weder zur nicht-selbstverständlichen Kooperation in Zeiten des verstärkten Wettbewerbs unter den Universitäten Bologna-Prozess

Die Schweiz ist weiters Vorreiterin im Bologna-Prozess: Alle Studien, auch Medizin, wurden bereits auf das dreigliedrige System Bakkalaureat ? Master ? Doktorat umgestellt, wie Rektor Winckler anerkennend feststellte. "Es ging nicht nur um neue Labels, sondern eine grundlegende Reform der Studien", so der Züricher Rektor, der das Wissen um diesen Prozess seinen Wiener und Berliner Kollegen anbieten kann.
Gemeinsam wolle man in Zukunft die Leistungsmessung in den Geisteswissenschaften diskutieren ? "denn wenn die Budgetzuteilung nach Leistungskriterien erfolgen soll, dann muss definiert werden, was Leistung ist und wie man diese messen kann", so Georg Winckler.

Winckler, der seit dem Frühjahr auch Präsident der European University Association (EUA) ist, wurde übrigens kürzlich in eine sieben Personen umfassende Expertengruppe berufen, welche die EU-Kommission beraten soll, wie man die Rolle der Universitäten in der Wissensgesellschaft verbessern könne. (mh)  

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