"Mit dem Webportal wollen wir über Diversity Management informieren, die Vielfalt an der Universität Wien beschreiben, Umsetzungsmöglichkeiten zeigen und bestehende Initiativen vernetzen", skizziert Arthur Mettinger, Vizerektor für Lehre und Internationales der Universität Wien, die umfassenden Ziele der neuen Plattform www.univie.ac.at/diversity. Das Rektorat setzte die Initiative zu Diversity Management im Entwicklungsplan. An der Umsetzung arbeitet seit Herbst eine kleine Projektgruppe um Mag. Karoline Iber und Mag. Birgit Virtbauer.
Universität Wien setzt Zeichen
Die Universität Wien ist eine der ersten deutschsprachigen Universitäten, die sich unter dem Begriff "Diversity Management" in ihrem Entwicklungsplan dazu bekennt, Vielfalt wahrnehmen, anerkennen und fördern zu wollen. "Die Universität Wien zeichnet sich durch eine besonders reiche Vielfalt aus; sowohl fachlich als auch bezogen auf die Diversität der Menschen, die an der Universität Wien arbeiten und studieren. Wir wollen den bereichernden Aspekt der Vielfalt in den Vordergrund stellen. Das ist auch der Kerngedanke, der im Diversity-Management-Konzept steckt", so Iber. Dabei folgt die Alma Mater einem sehr offenen und breiten Begriff von Vielfalt, denn der Durchschnittsmensch existiert in der Gesellschaft eben nicht. Der leitende Grundgedanke lautet: Jeder Mensch trägt in seiner Individualität zur Diversität bei. Mit dem Webportal "Diversity Management" wird nun sichtbar, dass diese Leitgedanken keine bloßen Lippenbekenntnisse sind.
Vernetzung und Informationsvermittlung
"Es gibt an der Universität Wien viele Aktivitäten an vielen verschiedenen Stellen, die der Vielfalt der Studierenden und MitarbeiterInnen gerecht werden und so einen Beitrag zur Chancengleichheit leisten", sagt Vizerektor Mettinger. Die Maßnahmen an der Universität Wien reichen von Aktivitäten in der Frauenförderung über die Unterstützung von Eltern im Unibetrieb durch das Kinderbüro bis hin zu mehrsprachiger Beratung bei Student Point. Diese Initiativen gilt es zu vernetzen, und das ist ein Ziel der Plattform. Hier findet man Informationen zu bereits bestehenden Aktivitäten, Angeboten und Beratungsstellen. So hat die Universität Wien beispielsweise einen Behindertenbeauftragten, der Studierenden in allen Fragen rund um barrierefreie Zugänge, in finanziellen Angelegenheiten ? wie etwa Beihilfen ? oder bei der Suche nach persönlicher Assistenz weiterhilft. Auf der Diversity-Management-Homepage werden der neue Behindertenbeauftragte Leo Schlöndorff und seine Tätigkeit in einem Interview vorgestellt.
Vielfalt sichtbar machen
Vielfalt wahrnehmen und sichtbar machen geht Hand in Hand. Ein Gesicht bekommt die Vielfalt auf der neuen Homepage. Hier finden sich nicht nur Fotos unterschiedlichster Universitätsangehöriger, sondern auf der Plattform wird auch eine Datenübersicht zu Diversität erarbeitet, also Vielfalt sozusagen beziffert. 2002 waren fast elf Prozent aller Studierenden in Österreich Eltern, erfährt man dort zum Beispiel. Und 60 Prozent der Studierenden, die im Sommersemester an der Universität Wien gemeldet sind, sind Frauen. An der Ausweitung des Zahlenmaterials wird man noch arbeiten, wie es generell noch ganz konkrete Pläne für die Weiterentwicklung der Plattform gibt, erklärt Iber. So sollen etwa mehr WissenschafterInnen und Servicestellen mit ihrer Definition von Diversität und Vielfalt zu Wort kommen. Des Weiteren konzentriert man sich auf die sprachliche Vielfalt: ab Herbst ist das Webportal multilingual, und mittels Videos will man Inhalte in Gebärdensprache übertragen. Karoline Iber formuliert weiterführende Ziele: "Gerade dieses Thema kann nicht virtuelles Thema bleiben. Es soll zu mehr Kommunikation und Begegnungen zwischen den Menschen kommen." (hh) |